Klinsi kommt zurück!

Gerade fand ich bei FAZ.net folgenden Artikel:

Ein Jahr nach seinem Rücktritt als Teamchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft kehrt Jürgen Klinsmann beruflich nach Deutschland zurück. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, wird er ab der nächsten Bundesliga-Saison exklusiv für den Pay-TV-Sender Arena Fußballübertragungen kommentieren.

Demnach hat das Münchner Unternehmen den 42 Jahre alten Klinsmann für zwei Jahre verpflichtet. Er soll eine eigene Fußball-Sendung bekommen und die Spiele live kommentieren.

Schön für Klinsi. Ob aber damit alle Arena-Abonnenten glücklich sind? Vor allem die, die Klinsmann nicht leiden können? Krieg ich dazu mal ein Statement aus Bayern?

Falsche Post vom Anwalt

Ich habe jetzt in den letzten Tagen mehrfach Post vom Anwalt bekommen. Elektronische Post wohlgemerkt. Die Mails sind immer gleich, Absender ist angeblick die Anwaltskanzlei Olaf Tank.

Der Inhalt sieht etwa so aus:

Sehr geehrte Kunde,

hiermit zeige ich die Interessenvertretung der Firma Andreas & Manuel Schmidtlein GbR, Vor der Hube 3, D 64572 Büttelborn an. Ordnungsgemäße Bevollmächtigung wird anwaltlich versichert. Meine Mandantschaft macht gegen Sie folgende Forderung geltend:

Rechnung vom 15,08,2006 aus Dienstleistungsvertrag mit der Rechnungsnummer RXXXXXX für die Anmeldung vom 29.07.2006 um 14:52 Uhr auf der Internetseite P2P-heute.com mit folgender Anmelde-IP:
217.XXX.XXX.XX.

Sie schulden meiner Mandantschaft daher XXX,00 EUR. Da Sie sich in Verzug befinden, sind Sie gegenüber meiner Mandantschaft verpflichtet, die durch meine Tätigkeit entstandenen Gebühren zu erstatten.

Das Originalrechnung finden Sie im Anhang als signierte Word Datei.
Bitte behalten Sie das Original Rechnung unbedingt für Ihre Unterlagen.

[…]

Die Xe sind wohlgemerkt auch in der Mail, was einen schon mal misstrauisch machen müsste. Mal abgesehen davon, dass ein Anwalt selbstverständlich ein Einschreiben schicken würde und keine Email.
Was dann die Krönung ist: Die Email ging an eine schweinehals.de-Adresse, die auf einen sechs Jahre alten Schreibfehler zurückgeht. Dort stand nämlich mal auf einer Seite ebmaster@… anstatt webmaster@… – und jetzt bekomme ich seit Jahren Spam an den „ebmaster“ von schweinehals.de.

Sehr lustig. Der Anhang der Mail ist natürlich virenverseucht, was ist auch anderes zu erwarten.

Inzwischen übrigens warnt auch die echte Kanzlei Tank vor den Mails.

Respekt! Mein lieber… Herr Gesangsverein!

Ich fand selten eine Aktion von Stefan Raab so genial wie diese. Gerade lese ich bei Bild.de unter der Überschrift „Max Buskohl soll bei Stefan Raab auftreten„:

In seiner gestrigen Show bot TV-Rebell Stefan Raab Max an, gemeinsam mit seiner Band „Empty Trash“ bei ihm auftreten zu dürfen: „Jetzt ist Max raus und darf bei RTL nicht mehr spielen… Wir hier bei ‚TV Total‘ sind ein liberales, unermüdliches Grüppchen von Idealisten. Wir sagen: Max Buskohl, falls du uns zuschaust, du kannst ab morgen hier bei uns auftreten. Eine Woche lang mit deiner Band ‚Empty Trash‘.“

Nach diesem ganzen Stress um den Rauswurf und den gegenseitigen Beleidigungen zwischen Max und Dieter Bohlen ist das ein Schlag ins Gesicht für den „Pop-Titan“.

So antwortet Raab auf Bohlens prophetischen Satz „nach Max kräht bald kein Hahn mehr“ mit folgendem Satz:

„Er tritt so lange bei uns auf, bis die Platte auf Platz 1 ist. Und wenn es Jahre dauert. Die Strafe hat RTL verdient.“

Es zeigt sich mal wieder, dass Stefan Raab das richtige Gespür hat. Wenn die Sache nämlich wirklich so stattfindet, wird Max nämlich unter Umständen tatsächlich sehr bald Platz 1 sein.

Bleibt nur noch das Problem der DSDS-Knebelverträge. Aber auch dafür hat Raab eine Lösung:

Offenbar ist der Moderator richtig scharf auf den Nachwuchs-Rocker: „Falls das Vertragsstrafen nach sich zieht bei RTL, die zahlen wir. Das machen wir. Wir zahlen für dich die Strafe bei RTL. Und du darfst hier singen.“

[…]

Außerdem geht’s zumindest wohl ein klitzekleines Stück ums Prinzip. Gewohnt süffisant frotzelte er: „Das ist doch ’ne tolle Aktion, oder? Da werden die von RTL doch wohl nichts dagegen haben. Ihr werdet doch keinem jungen aufstrebenden Künstler Stöcke zwischen die Beine werfen… Jetzt, am Start seiner Karriere. Das würde ja Menschenhandel gleichkommen, wenn ihr ihn jetzt hier nicht auftreten lassen würdet.“

Echt cool, der Raab – damit hat er mal wieder einen guten Geschäftssinn gezeigt. Bin mal gespannt, was „Ich hab viel mehr Platten verkauft“-Dieter dazu sagen wird…

Straßenwolf

Heute melden es fast alle Zeitungen in einer kurzen Nachricht: Ein Wolf ist in Schleswig-Holstein aufgetaucht – und wurde überfahren.

Im ausführlichen Artikel „Wie kam der Wolf nach Haffkrug?“ des Hamburger Abendblatts heißt es dazu:

Der Wolf (canis lupus) ist nach 180 Jahren möglicherweise nach Schleswig-Holstein zurückgekehrt. Bei einem Tier, das gestern Morgen nahe dem ostholsteinischen Haffkrug überfahren wurde, handele es sich „ziemlich eindeutig um einen echten Wolf“, sagte die Tiermedizinerin Dorit Feddersen-Petersen von der Universität Kiel dem Abendblatt. Die erste Untersuchung habe ergeben, dass der Rüde ein Jahr alt sei, 38 Kilogramm wiege und genügend Nahrung gefunden habe.

„Es wäre wunderbar, wenn die Wölfe zu uns zurückkämen“, meinte die Wissenschaftlerin. Das Unfalltier sei möglicherweise aus Mecklenburg-Vorpommern eingewandert, wo nach ihren Angaben derzeit schon mehr als 20 Wölfe leben.

[…]

Wolfsexpertin Feddersen-Petersen hält es allerdings auch für möglich, dass der Haffkruger Wolf „aus einer nicht legalen Zucht entlaufen ist“. […] Klar ist inzwischen, dass der Vierbeiner nicht aus einem nahen Wolfsgehege entlaufen ist. Sowohl im Tierpark Neumünster wie in Eekholt und an der Uni Kiel wird kein Wolf vermisst. Feddersen-Petersen warnte zugleich vor einer Wolfs-Panik. „Die Wölfe fallen keine Menschen an.“ Sie seien eher scheu.

Ich hoffe, der letzte Aufruf der Tiermedizinerin wird beherzigt. Ich kann mir nämlich schon vorstellen, wie Schafzüchter, Bauern und besorgte Eltern ausflippen, wenn sie das Wort „Wolf“ nur hören.
Die sind sicher alle froh, dass der „böse“ Wolf nicht nur gesichtet, sondern auch noch gleich „erlegt“ wurde.

Weltreligionen im Film

„Licht und Dunkel – Weltreligionen im Film“ heißt eine Film- und Vortragsreihe, die im Rahmen des Studium generale an der Uni-Tübingen in diesem Sommersemester läuft.

Auf die Homepage möchte ich an dieser Stelle besonders hinweisen:
http://www.weltreligionen-im-film.uni-tuebingen.de

Es sind einige interessante Vorträge dabei, allerdings liegen sie leider meist sehr unglücklich (zumindest für mich).

Nigeria-Video

Ich wollte gestern abend wach bleiben um Lena pünktlich eine Geburtstags-SMS zu schreiben. Da aber mein Internet ausgefallen war, konnte ich nichts bloggen (und lernen wollte ich um halb Zwölf nicht mehr). Also habe ich kurzerhand in einer halben Stunde ein Video zusammengeschnitten.

Damit man mir endlich glaubt, dass wir damals in Nigeria den Elefanten tatsächlich zu Fuß in den Busch gefolgt sind, hier ein paar Ausschnitte aus dem Video vom CVJM-Weltdienst Aufbaulager 1999 in Jos (die Elefantenszene ist komplett, dafür wackelt sie ein bißchen):

[MEDIA=8]

Das Beste ist der Spruch des nigerianischen Park-Guides im Yankari-Nationalpark: „Do you know salt?“. Leider war keiner spontan genug für ein „No, we cook everything with sugar!“

Und Gott sprach: Lasst uns Mäuse machen!

Wer aufgrund der Überschrift vermutet, es geht jetzt wieder um Reichtum und Sünde, der irrt. Es geht um Mäuse. Rötelmäuse (Myodes glareolus), um genauer zu sein. Und es geht um viele Mäuse, wenn auch nicht ganz so viele wie hier.

Ich erinnere mich an einen Sommer vor etwa 15 Jahren, da gab es so viele Feldmäuse, dass man auf Spaziergängen tagsüber die Mäuse auf den Äckern rumrennen sehen konnte. An dieses Jahr fühlte ich mich heute erinnert.

Als ich am Ostermontag bei meiner Oma war, bin ich in den Wald. Auf dem Weg hörte ich ein Rascheln und konnte dann ein paar Rötelmäuse bei der Futtersuche beobachten, was angesichts der Tageszeit und der Jahreszeit eher ungewöhnlich war – also stufte ich es als Glück ein.

Als ich dann vor einigen Tagen eine Fahrradtour in den Pfrondorfer Wald machte und an einer Stelle anhielt, raschelte es, ich drehte mich um – und sah wieder eine Rötelmaus. Mhm… was für ein Zufall. Ich ärgerte mich, dass ich den Fotoapparat nicht mitgenommen hatte und nahm es mir fürs nächste Mal vor.

Beim nächsten Mal (gestern) achtete ich genau auf jedes Rascheln. Ich stellte mich auch immer wieder eine Weile hin und wartete. Und siehe da, Mäuse überall. Sogar vom Fahrrad aus habe ich die Mäuse auf dem Waldboden rumhüpfen sehen. An einer Kreuzung sind die Mäuse vor meinen Augen in einem Holzstapel herumgerannt. Unglücklicherweise sind Mäuse sehr schnell und daher konnte ich kein vernünftiges Foto machen.

Ich weiß jedoch: Mit Speck fängt man Mäuse. Oder mit Schinkenwurst. Oder mit Ziegenkäse. Oder mit Apfelstücken. Oder mit einem Gemisch aus allen dreien.
Ich habe bei meiner heutigen Tour eine kleine Menge Köder in den Wald mitgenommen und an besagten Holzstapel platziert. Und siehe da: die Mäuse kamen. Und diesmal konnte ich sie auch fotografieren:

Rötelmaus

Ich glaube, dass sich der warme Winter und das frühe Frühjahr auf die Mäusepopulation (un)günstig ausgewirkt haben. Dadurch gibt es im Wald (zumindest in Tübingen) jetzt so viele Mäuse, dass es sich lohnt, bei einem Spaziergang mal zu zählen (ich hab heute bei 20 aufgehört).

Was mich an der momentanen Diskussion nervt

Mir wurde vorgeworfen, dass ich in meinen Beiträgen zum Teil gegen eine Anti-Baden-Württembergische Meinung polemisiere. Das stimmt. Ich habe inzwischen einiges in Foren (besonders bei Spiegel.de) über die Oettinger-Debatte gelesen und in der Tat nervt mich vor allem eine Grundhaltung: Es ist die Sichtweise, dass die Baden-Württemberger (und auch die Bayern) dumm und wenig intelligent sind (sie können ja nicht mal hochdeutsch), dass sie alle ultrakonservativ und im Prinzip verkappte Nazis und Mitläufer sind. Damit geht meistens die Überlegung einher, warum die Bundesländer angeblich „Vorzeigeländer“ (mit Anführungsstrichen) seien. Das ist eine gute Frage, nur wird sie meist gestellt und hinterher nicht über eine Antwort nachgedacht – weil sie rein rhetorisch gebraucht wird.
Ich werde mich darüber nicht auslassen, weil das Problem äußerst vielschichtig ist (geschichtliche Gegebenheiten, soziale Bedingungen, Erbrecht, Rohstoffarmut etc.). Ich stelle nur die Frage, warum denn unser Abitur so viel zählt, wenn wir doch alle so dumm sind? Und warum bei uns Hinterwäldlern die Arbeitslosigkeit und die Kriminalitätsrate so niedrig ist?

Ein weiterer Punkt, der mich nervt, ist Einseitigkeit und Inkonsequenz. Da wird der BW-CDU vorgeworfen, sie hätte keinen rechten Flügel, sie sei vielmehr selbst der rechte Flügel und hätte lauter Alt-Nazis in ihren Reihen. Das kommt dann zum Teil von Linken, die eine Koalition der SPD mit der Nachfolgepartei einer Diktatur gutheißen, in der noch verkappte Befürworter der Mauerschüsse sitzen. Dann kommt in diesem Zusammenhang der Vorwurf, im Süden wäre man der Meinung, die Nazi-Zeit „wäre nicht so schlimm gewesen“, Relativierung sei aber unangemessen und ein Schlag ins Gesicht der Opfer. Auf der anderen Seite verliert man kein Wort über die Ostalgie-Welle, in der zum Teil eine Glorifizierung der DDR stattfindet – ohne dass auf die Opfer Rücksicht genommen wird.

Leider wissen zu viele Leute „ganz genau“, wie das damals war mit Filbinger, und auch, wie er sich anders hätte entscheiden können. Ich kann nicht beurteilen, inwiefern Personen z.B. eine Mitgliedschaft in der NSDAP ablehnen konnten, wenn sie ihnen von oben nahegelegt wurde, besonders in einer Zeit, deren genaue Umstände man sich heute kaum noch vorstellen kann. Genausowenig werde ich mir kein Urteil darüber erlauben, ob vereinzelt nicht auch Leute dazu „gezwungen“ wurden, Stasi-Spitzel zu werden.

Das Geld kommt mit Lisa…

Wie ich bereits am Ende der ersten „Verliebt in Berlin“-Staffel prophezeit habe, lief es nicht so optimal mit der Fortsetzung – was kein Wunder ist, wie ich es damals darlegte. Nun passiert das, was den Machern wohl der einzige Ausweg aus der Telenovela-Misere schien: Lisa kommt zurück.

Aber auch das wird nicht viel bringen. Der gesamte Charme der Sendung ist dahin, daran wird auch Lisas Rückkehr nichts ändern. Denn sie hat ihren Traumprinzen ja und alles ist ganz anders, da werden auch die kühnsten Drehbuch-Saltos nichts mehr zünden können.

Es erscheint mir wie ein letztes Aufbäumen um eine bessere Quote – aber ich vermute, es hat sich ausgeliebt in Berlin. Was bleiben wird ist eine Dauerveranstaltung á l? GZSZ, bei der nur noch hartgesottene Fans durchsteigen und die der Rest der Republik in stiller Ignoranz an sich vorbeiplätschern lässt.

Graf im Bart, ihr seid der reichste…

Die Wellen um die Filbinger-Rede von Ministerpräsident Oettinger schlagen immer höher. Nachdem ich schon einige Kommentare auf Libertas-Cara geschrieben habe, hier noch weitere Überlegungen. Ausgangspunkt ist die Rechfertigung Oettingers, über die man heute auf Spiegel.de folgendes lesen kann:

In einem offenen Brief an seine Kritiker räumte Oettinger nun die Möglichkeit ein, dass seine Worte zu einem „Missverständnis“ geführt haben könnten. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Geschichtsverfälschung und der Verhöhnung von NS-Opfern wies er jedoch zurück. Auch auf die vielfach geforderte Entschuldigung verzichtete er.

Damit hat der Ministerpräsident seine zahlreichen Kritiker offenbar nur noch wütender gemacht.

Die von mir schon vorausgesehene Rücktrittsforderung aus dem SPD-Lager folgt natürlich:

Erstmals legte auch Vogt dem Ministerpräsidenten den Rücktritt nahe: „Oettinger ist den Anforderungen seines Amtes offenkundig nicht gewachsen.“ Er sei sich „der Dimension seines Handelns“ nicht bewusst.

Es mag ja sein, dass Oettinger im Vorfeld nicht abschätzen konnte, was die Folgen seiner Rede sein würden. Es ist jedoch eine Illusion der SPD (ganz besonders von Frau Vogt), wenn sie hofft, dass dadurch das Ansehen Oettingers in der Bevölkerung schrumpfen würde bzw. wenn sie darauf spekuliert, dass die CDU dadurch Wähler verliert (und die SPD bei der nächsten Wahl gewinnt).

Ich vermute nämlich, dass weiten Teilen der Bevölkerung diese Diskussion relativ egal ist. Die Passage aus Oettingers offenem Brief, stößt sicherlich bei einem Großteil der Baden-Württemberger auf Verständnis:

„Es gehört in unserem Kulturkreis zu den üblichen und angemessen Gepflogenheiten einer Traueransprache, Verdienste und das Lebenswerk des Verstorbenen positiv zu würdigen und ihm die schwierigen Phasen seines Lebens – ohne sie zu verschweigen – nicht nachzutragen.“

Natürlich ist es nochmal was anderes, schwierige Passagen „nicht nachzutragen“ und zu behaupten, Filbinger wäre kein Nazi gewesen. Aber das ist an dieser Stelle gar nicht so wichtig. Wichtig ist, dass Oettinger nicht anfängt, wild um sich zu argumentieren. Er erweckt zumindest den Eindruck, dass er diese „hysterische Debatte“ nicht weiterführen will – und spricht damit den Wählern aus der Seele. Die wollen nämlich nicht, dass sich Politiker mit der Vergangenheit von Toten beschäftigen, sondern mit der aktuellen Situation. Einen Wahlkampf mit der Filbinger-Affäre zu führen, wird nichts bringen, denn die Schwaben werden sagen „lasset den Mann in Frieda, der isch dod!“

Ein weiterer Pluspunkt für Oettinger liegt in der Mentalität der Schwaben, von denen in der württembergischen Hymne Graf Eberhard im Barte folgendes sagt:

Doch ein Kleinod hält’s [Anm. sein Land, also Schwaben] verborgen
Daß in Wäldern noch so groß
Ich mein Haupt kann kühnlich legen
Jedem Untertan in Schoß.

Der größte Schatz der Schwaben ist demnach, dass sie ihren jeweiligen „Herren“ folgen und nicht gegen sie aufbegehren (solange sie zufrieden sind). Für einen Ministerpräsidenten (bzw. seine Partei) bedeutet dies, dass er, solange er gute Arbeit macht und alle zufrieden sind, von seinen Wählern (!) nichts zu fürchten hat (das ist übrigens nicht nur in BW so). Eine Debatte um die Nazivergangenheit eines Toten wird daran nichts ändern.

K*** nervt!!!!!

Ich habe mir fest vorgenommen, den kleinen ach so süßen Eisbären nirgends zu erwähnen (ist aber unglücklicherweise schon passiert).

Ich kann es nicht mehr hören und sehen, überall nur dieser Eisbär. Meine Güte, er ist ja nett und niedlich und so weiter, aber daraus so einen Medienrummel zu machen… ich weiß nicht. Mal abgesehen davon, dass es natürlich hauptsächlich um die Kohle geht. Warum nur springen alle auf den K***-Hype auf? Produzieren Lieder, Spielzeug, Designerfood etc.? Nur des Geldes wegen! Mit Eisbären kann man jede Menge Knete machen, allein die Aktie des Berliner Zoos ist in den letzten Wochen auf das Doppelte an Wert gestiegen (und natürlich hat sich der Zoo den Namen K*** als Marke sichern lassen – die sind ja nicht blöd).

Mir jedenfalls ist der Kleine sowas von Schnuppe und ich schalt inzwischen weg, wenn ich ihn sehe. So toll ist der nämlich auch nicht. Und in ein paar Monaten redet eh keiner mehr von ihm, weil er dann plötzlich groß und böse ist und vielleicht seine Wärter zerfleischt – wer weiß das schon…

Es geht jedenfalls nicht nur mir so, und einige etwas genervtere Zeitgenossen haben sogar eine eigene Seite mit einem „Killerspiel“ entworfen: www.kill-k***.com. Viel Spaß!

Nachtrag: Bis vor ein paar Wochen habe ich mit dem Namen K*** nur Herrn Søndergaard in Verbindung gebracht – erinnert ihr Euch noch an den? Der hat jetzt ne Ehrung bekommen, für 25 Jahre Partnerschaftsarbeit mit dem LGW (wenn ich das hier auf Seite 13 richtig verstanden habe).

Post an Wagner: Wagner gegen Gates

Mein „Lieblings“-Kolumnist F. J. Wagner hat mal wieder was geschrieben, was ich kommentieren muss. Unter der Überschrift „Lieber Bill Gates“ stellt er einen Dialog zwischen Gott und Bill Gates nach.

Lieber Bill Gates,

Sie wollen demnächst mit russischen Kosmonauten in den Weltraum fliegen – was für ein hübscher Gedanke: Gott empfängt Bill Gates. Was würde Gott zum reichsten Menschen der Welt, dem Erfinder von Microsoft, sagen?

Nennt mich einen Idioten, aber ich verstehe den Zusammenhang zwischen „in den Weltraum fliegen“ und „Gott empfängt Bill Gates“ nicht. Hab ich was verpasst? Hat Gott seinen himmlischen Thronsaal auf dem Mond errichtet und ich hab es nicht mitgekriegt?

„Mein Sohn, die 56 Milliarden Dollar auf deinem Privatkonto sind Sünde vor meinen Augen.“ Darauf Gates: „Aber ich spende doch viele Millionen für Impfstoffe in Afrika, meine Frau und ich wollen die Malaria mit unserer Stiftung besiegen“, darauf Gott trocken: „Du musst alles spenden, mein Sohn, bis auf das letzte Hemd.“

Grundsätzliche Frage: Ist Geld auf dem Konto Sünde? Ich wüsste nicht, wo das steht. Natürlich sagt Jesus zum reichen Jüngling (die Perikope liegt wohl zugrunde), er solle alles verschenken und ihm nachfolgen. Aber kann man das wirklich übertragen? Ist Geld auf dem Konto schlecht? Zählt nicht vielmehr, was man damit macht und wie man damit umgeht (Mammon als Götze)? Und spendet Bill Gates nicht tatsächlich sehr viel? Ich möchte ihn ja nicht in Schutz nehmen (weil ich die Politik von Microsoft auch nicht unbedingt gut finde), aber mir kommt es doch so vor, als ob hier aus Neid heraus argumentiert wird. Die folgenden Teile verstärken diesen Eindruck noch:

Gates kleinlaut: „Auch meine Jacht?“ „Auch deine 120 Meter lange Jacht ,Octopus‘.“ „Auch mein Haus?“, fragt Gates. „Auch dein Haus, für das du 60 Millionen Dollar bezahlt hast“, sagt Gott. Gates schluchzend: „Gott, schieb mir doch nicht alle Schuld in die Schuhe, du hast mich so programmiert.“ Gott scherzend: „Ich wollte nur, dass du den PC, den Personal Computer, erfindest und mein Wort www. world wide web. verkündest.“

Mal abgesehen davon, dass ihm die Jacht gar nicht gehört, aber hier wird doch ganz klar Neid geschürt. Bill Gates hat aber seine Milliarden nicht etwa geerbt, er hat eine geniale Erfindung gemacht und sie gut vermarktet. Er hat sein Geld selbst erarbeitet. Ist das verwerflich? Im übrigen hat er auch nicht den PC erfunden, und damit erst recht nicht das Internet, das aber nur am Rande.

Die Besuchszeit ist zu Ende. Gott hat anderes zu tun.

Den Dialog zwischen Gott und Bill Gates habe ich erfunden. Natürlich trifft sich Gott mit niemandem. Auch nicht mit dem reichsten Menschen der Welt. Alles, was ich geschrieben habe, hat sich nicht so zugetragen, was ich schade finde.

Je öfter ich den Kommentar durchlese, um so weniger verstehe ich ihn. Was soll eigentlich damit ausgesagt werden? Gott mag Bill Gates nicht? Und woher soll das jemand wissen? Was wir daraus lesen können ist vielmehr „F. J. Wagner mag Bill Gates nicht“. Aber warum? Weil er mehr Geld hat? Weil er ein 60 Mio.-Haus hat? Vermutlich. Und deswegen sucht sich Wagner eine Autorität, die noch höher ist als die des reichsten Mannes der Welt, nämlich Gott. Damit er einmal den Gates so richtig fertigmachen kann, bis der heult. Anders kann ich mir das alles nicht erklären.

Lieber Herr Wagner, ihrer Argumentation folgend gibt es eigentlich keinen Unterschied zwischen Bill Gates und Ihnen, oder irgendeinem anderen Bild-Leser. Denn auch Ihr gesamtes Geld auf Ihrem Privatkonto ist dann Sünde vor Gottes Augen. Sie müssen es spenden. Alles, bis zum letzten Hemd. Auch Ihr Auto. Und das muss auch jeder andere Mensch auf dieser Welt tun. Oder hat Gott Ihnen die Gabe des Sündenerkennens gegeben? Bei welchem Betrag wird denn aus neutralem Besitz plötzlich böse Sünde?

Sie merken, so einfach ist es nicht. Das finden Sie sicher auch schade…