Die spinnen, die Briten!

Während bei uns in Deutschland TV-Shows wie „Hilfe, wir bringen die Kinder um!“ und ähnliche Anti-Fettleibigkeits-Veranstaltungen laufen, ging Großbritanninen einen Schritt weiter. Fernsehkoch Jamie Oliver hat vor einiger Zeit dem ungesunden Essen in den britischen Schulen den Kampf angesagt (Quelle: kurier.at):

Eindrucksvoll führte der 31-Jährige letztes Jahr seinem Fernsehpublikum vor, wie ungesund britische Schüler in den Kantinen mit Burgern und Pommes verpflegt werden. Gemeinsam mit der Regierung entwickelte Oliver daraufhin einen neuen, ausgewogeneren Speiseplan, der vor zwei Wochen erstmals in Kraft trat.

Eine tolle Sache – sollte man meinen. Aber nicht für die Briten, denn bei denen ist alles etwas anders. Und so gibt es natürlich Proteste, hauptsächlich von den Schülern, die keine Pizza und keine Pommes mehr essen können, sondern Gemüse essen müssen (kam auch schon im TV). Aber nicht nur das:

„Die Schüler wollen diesen teuren, fettarmen Mist nicht essen“, kritisiert die Mutter Julie Critchlow den neuen Schul-Speiseplan.

Bitte, was? „fettarmer Mist?“ In einem Beitrag auf RTL sagte eine der Mütter, dass man das „gesunde“ (!!!!) Essen nicht richtig verdauen könnte. Das ist absolute Fehlkonditionierung, ähnlich wie bei den Leuten, die behaupten, dass Wasser ohne Kohlensäure ihren Durst nicht löschen kann.
Aber es kommt noch besser:

Gemeinsam mit anderen Müttern macht sich Julie Critchlow deshalb täglich um die Mittagszeit auf den Weg zur Schule ihrer beiden Kinder, Tochter Rachel, 15, und Sohn Steven, 11. In einem Einkaufswagen bringen sie Fast-Food von einem nahe gelegenen Imbissstand und reichen die fettigen Burger durch den Schulzaun.

Was soll man dazu noch sagen…

eDonkey und die Freibeuter des Netzes

Vor einigen Tagen ist etwas passiert, was ich eigentlich schon seit Jahren erwartet habe, aber dennoch stets Hoffnung hatte, dass es nie geschehen würde: Mein eDonkey2000 funktionierte plötzlich nicht mehr und es erschien folgende Meldung:

The eDonkey2000 Network is no longer available. If you steal music or movies, you are breaking the law. … Respect the music, download legally. Goodbye Everyone

Nach einer kurzen Recherche im Internet fand ich die Bestätigung bei heise.de:

MetaMachine, Anbieter der Filesharing-Programme eDonkey2000 und Overnet, hat augenscheinlich die Waffen gestreckt. Die Webseiten sind offenbar abgeschaltet (www.edonkey2000.com, www.overnet.com), Links auf www.edonkey.com führen in Nichts, auch die Downloads sind nicht mehr vorhanden.

Und Spiegel.de schrieb dazu folgendes:

Nach Jahren zermürbender Prozesse gaben nun die Entwickler der originalen eDonkey-Software auf, erklärten sich zur Zahlung von 30 Millionen Dollar bereit und dazu, ihre Software vom Markt zu nehmen.
[…]
Entwickler MetaMachine stellte nicht nur die Verteilung der Software ein, sondern deaktivierte auch bereits ausgelieferte eDonkey- und Overnet-Programme.

Ok. Mein eDonkey-Client funktioniert nicht mehr – das ist ärgerlich. Vor allem deshalb, weil ich ihn eigentlich dazu benutzt habe um alle Nash-Bridges-Folgen herunterzuladen, und das nicht illegal ist (denn mein Fernseher ist angemeldet). Noch dazu brauche ich nur noch 15 Folgen, dann habe ich nach mehreren Jahren Ladezeit alle 122 komplett. Sehr ärgerlich. Naja… aber andererseits: eDonkey ist nur ein Client für das Edonkey-Netz – und es gibt noch einen anderen: eMule.
Bei einem kleinen Besuch bei edonkey-faq.de sah ich dann diese Meldung:

12.09.2006 eDonkey angeblich „abgeschaltet“!
Das ist natürlich unmöglich, denn das wäre so, als würde man versuchen, das Internet abzuschalten.

Richtig. Nach einer Installation von eMule läuft auch alles wieder super. Meine angefangenen Downloads konnten sogar fortgesetzt werden. Ich werde also in naher Zukunft tatsächlich alle Folgen geladen haben – dann kann von mir aus auch eMule den Bach runtergehen. Allerdings ist das OpenSource, und wird daher vermutlich ewig leben.

Nun aber noch etwas: Als wäre es abgesprochen, wurde zeitgleich mit dem Ende von eDonkey eine neue Partei in Deutschland gegründet: Die Piratenpartei. Auf ihrer Webseite findet man zum Beispiel Sätze wie:

Wir kämpfen für das Recht auf Privatsphäre im Angesicht von Sicherheitshysterie und Überwachungsfetisch.

und

Weiterhin forcieren wir die Modernisierung des Urheberrechtes im Sinne der digitalen Kopie. Wir stemmen uns gegen innovationsfeindliche Elemente des Patentsystems: keine Patente auf Gene, Pflanzen oder Software.
Monopole auf Kommunikation verhindern die Entfaltung des digitalen Zeitalters: Weg damit!

Aha! Vielleicht kommt ja der eDonkey doch irgendwann wieder – im Rahmen des Wahlkampfes der Piratenpartei.
Aber wie auch immer, eines steht fest: Auch wenn die Aussichten auf Erfolg bei der neuen Partei relativ gering stehen – in vielen Punkten haben sie in der Tat recht. Und auch die Idee, sich öffentlich und politisch zu organisieren, finde ich gut.
Allerdings hätte ich einen etwas seriöseren Namen gewählt… oder kann sich jemand vorstellen, dass die Weltpresse in ein paar Jahren titelt: „Pirates rule Germany!“ ?

YouTube & Co

Ich habe gestern festgestellt, dass der Speicherplatz auf meinem Puretec-Account stetig abnimmt. Da die größten Speicherfresser Videos sind, habe ich mir überlegt, zukünftig meine Videos für das Blog bei einem der freien Videocommunities hochzuladen.

Hat denn einer von euch Lesern Erfahrung mit YouTube oder MyVideo (würde ich bevorzugen)? Ich schrecke noch ein bißchen vor der freien Zugänglichkeit zurück und der Tatsache, dass ich damit den direkten Einfluß auf das Video verliere…
Ein Vorteil wäre andererseits, dass Codec-Schwierigkeiten etc. und Konvertierungsprobleme wegfallen, da die Dienste eh alle Videos in Flash umwandeln.

Heimliche Propaganda…

… gab es gestern in der aktuellen NavyCIS-Folge (Die Spur des Geldes). Es ging um den Schmuggel von Sprengstoff, genauer gesagt Streubomben, in die USA. Dabei handelte es sich angeblich um Blindgänger aus dem Irak, die dort von Kindern aufgesammelt werden, weil sie dafür von Al Qaida Geld bekommen.

Anscheinend haben die Autoren von NCIS der Bush-Regierung geglaubt, dass Saddam und Bin Laden unter einer Decke steckten. Und um es noch ein bißchen dramatischer zu machen, haben sie noch die Kinder ins Spiel gebracht, die beim Auflesen der Bomben ihr Leben riskieren…

Die bayrische Dönerverschwörung

Spiegel.de berichtet heute über die Entrüstung unter den türkischen Fleischproduzenten.

In diesen Tagen klafft zwischen den Berichten in der deutschen und der türkischsprachigen Presse eine besonders große Lücke. Anlass ist der Gammelfleisch-Skandal, über den in türkischen Medien mit einer interessanten These berichtet wird: Schnellimbiss-Betreiber wittern eine hinterhältige Attacke der westlichen Fastfood-Industrie auf ihr bestes Produkt – den Döner Kebap.

Ahhhh… ich wette, George W. Bush hat da auch noch irgendwie die Finger im Spiel. Schließlich kommt Fast Food aus Amerika!

Der Grund sei der schwindelerregende Erfolg des Döner, den ihm die Burger- und Würstchenverkäufer missgönnen, steht da zu lesen. Die hässlichen Enthüllungen im Gammelfleisch-Skandal würden nur dazu dienen, den Döner „durch den Schmutz zu ziehen“.

Das ist ja schon fast wieder lustig. Denn anscheinend war es ja vielmehr so, dass einige Dönerproduzenten das Fleisch vorher durch den Schmutz gezogen haben – und zwar wortwörtlich.

Es seien „die gleichen Leute, die letztes Jahr mit der Vogelgrippe ankamen“, die jetzt in Sachen Gammelfleisch dem Döner Übles nachsagen.

Eine groß angelegte Verschwörung! Und alles dient allein dem Zweck, die Türkei nicht in die EU zu lassen! Noch dazu kommt der Gammelfleisch-Skandal aus CSU-Stoiber-Bayern, der letzten Bastion gegen den EU-Beitritt.

Die Döner-Debatte in den türkischen Zeitungen spart die Frage größtenteils aus, was in der Branche schiefgelaufen ist angesichts des Gammelfleisch-Skandals – es gilt das Motto: Wer den Kebap beleidigt, ist der Gegner.

Und es ist auch völlig egal, ob der Gegner mit seinen Anschuldigungen zum Teil recht hat. Was ich mich allerdings frage: Ob die Wortführer der Dönerfreunde wohl noch Döner essen???

Ist man nirgendwo mehr vor denen sicher?


Jetzt werden schon die Jüngsten infiltriert! Ich erinnere mich mit sentimentalen Gefühlen an die ersten Happy Hippos, Crazy Krokos und wie sie alle hießen. Zum Teil hatte ich die Sets komplett, denn Kinderüberraschung war ne tolle Sache. Aber nun mit Bildzeitung? Ich weiß nicht…

Vielleicht sollte ich jetzt wieder anfangen zu sammeln, in 50 Jahren sind die sicher jede Menge Wert. Wer weiß?

Das einzig Gute an der Figur ist, dass Pete Paparazzo die Bildzeitung offensichtlich nur zur Tarnung hat – und sie zerreißt, statt sie zu lesen.

(Bildquelle: Bildblog.de)

Panikattacken leichtgemacht!

Es ist unglaublich, wie leicht man bestimmte Gruppen völlig aus der Fassung bringen kann. Zum Beispiel mit dem Gerücht, dass der Drummer von Tokio Hotel die Band verläßt oder sich die Band gar ganz auflösen will.
Unabhängig vom Wahrheitsgehalt ist die Band wieder im Gespräch und alle reden von Bill & co. Ich möchte aber an dieser Stelle nur anmerken, dass das aus Publicitygründen leicht verzögerte Statement der Plattenfirma nur bedingt etwas aussagt. Es gab schon viele Dementi von Trennungsgerüchten, die etwas später wieder total überholt waren.

Was ich aber lustig finde, ist diese total abgefahrene Panik bei den Fans, die beim leisesten Anflug einer Nachricht vom Ende von Tokio Hotel zum Vorschein kommt. Ähnliches kann man nur hervorrufen, wenn man vor Sabine die Wörter „Polterabend“ und „Kronkorken“ in einem Satz ausspricht.

Der Gipfel der antiautoritären Erziehung

Ich habe gestern auf Reginas Tipp hin ein wenig SternTV geschaut. Es ging um Schulverweigerer, unter anderem auch um die Familie, die ihre Kinder aus religiösen Überzeugungen nicht in die Schule ließ und dafür verurteilt wurde.

Es gibt aber auch andere Gründe, Kinder zuhause zu unterrichten. Eine Familie war im Studio, die ihre Kinder nicht gegen ihren Willen in die Schule zwingen will. Die Eltern arbeiten zuhause und daher haben sie die Zeit, sich um die Bildung ihrer Kinder selbst zu kümmern. Im Beitrag wurde gezeigt, wie die Kinder (mal wieder) versuchten, in die Schule zu gehen. Nach 20 min kam der Ältere total fertig aus dem Unterricht, weil die Lehrerin meinte, er muss jetzt in den Englischunterricht. Die Eltern respektierten den Willen der Kinder und nahmen sie wieder mit.

Ich frage mich, wie die Kinder später mal reagieren, wenn sie nicht gelernt haben, dass man manchmal Dinge tun muss, die man nicht will. Z.B. bei Rot an der Ampel halten, Steuern zahlen oder regelmäßig zur Arbeit gehen. Von ihren Eltern lernen sie letzteres auch nicht unbedingt, da diese ja zuhause ihre Arbeitszeit frei einteilen können… nachher denken die Kinder, das wäre immer so. Vermutlich werden sie dann freiberufliche Heilpädagogen oder ähnliches.

Ich hab für sowas eigentlich kein Verständnis. Vor allem, wenn man sich dann aufregt, dass der Staat Geldstrafen verhängt. Oder sich beschwert, dass andere Länder andere Gesetze haben… dann wandert doch aus!

Idioten!

Umweltschützer machen derzeit an der australischen Küste unschöne Funde: Immer wieder werden getötete und verstümmelte Stachelrochen entdeckt. Interpretiert werden die traurigen Funde als eine Art «Racheaktion» von Fans des tödlich verunglückten Dokumentarfilmers Steve Irwin.

(Quelle: n24.de)

„Fans“ sollten eigentlich wissen, dass das das Allerletzte wäre, was Irwin sich als Reaktion auf seinen Tod gewünscht hätte…

Wo sind die Jet Li-Fans?

Ich versteh die Welt nicht mehr. Ich habe im StudiVZ eine Gruppe gegründet „Jet Li Fans“ (dass ich sie überhaupt erst gründen musste, hat mich schon gewundert). Und jetzt geht da keiner rein… das ist mir als 9-DVDs-von-Jet-Li-Besitzer völlig schleierhaft! Bei Jackie Chan und Chuck Norris geht die Post ab (zugegeben, da bin ich auch drin)… aber bei Jet Li nicht.

PS: Natürlich schreibe ich meine Arbeit, erst heute habe ich wieder 4 Seiten geschafft. Also meckert nicht!

Die Ziege Julia

Nachtrag zum vorherigen Artikel:

Als Kind habe ich 3 Jahre in Afrika gelebt, vielleicht bin ich dadurch etwas verdorben. Wir haben dort einmal eine Ziege geschenkt bekommen, die haben mein Bruder und ich „Julia“ getauft. Als sie geschlachtet wurde, haben wir dann ein Lied darauf geschrieben. Es hieß „Mwaipopo (das war so eine Art Angestellter von uns) schlachtet die Julia“.

Wir haben Julia natürlich auch gegessen, und zwar gerne – es war eine schöne Abwechslung zu Maisbrei mit Bohnen oder dürrem Hähnchen mit Reis. :-)

Tierische Doppelmoral

Ich habe ja bereits auf den Gammelfleisch-Skandal Bezug genommen, und ähnliches hat auch Gunnar Schupelius bei Libertas-Cara.de geschrieben.

Mir ist dazu aber noch etwas eingefallen, inspiriert unter anderem durch einige Tier-Sendungen, die ich vor kurzem sah. In unserer Gesellschaft hat sich eine Art Doppelmoral im Bezug auf Tiere entwickelt, die zu einer Unterscheidung von zwei Klassen von Tieren geführt hat:

Die eine Klasse Tiere essen wir. Mit diesen Tieren möchten die Leute eigentlich so wenig wie möglich zu tun haben. Man will nicht sehen, wie sie leben, nicht sehen, wie sie sterben und nicht sehen, wie sie zerlegt und verarbeitet werden. Man will sie nur essen. Und zwar für möglichst wenig Geld, alles andere ist egal.

Dann die andere Klasse Tiere, zu der vor allem die Haustiere gehören. Diese werden geliebt, umsorgt und medizinisch manchmal besser betreut als einige Menschen. Man würde nie auf die Idee kommen, sie zu schlachten. Nein, man versucht sie sogar vor dem Schlachthof zu retten und auf Gnadenhöfen unterzubringen oder ähnliches. Vor kurzem habe ich gesehen, wie ein Hase aufwändig operiert wurde, damit er nachher einäugig noch ein paar Wochen oder Monate lebt.

Ich möchte hier niemandem für seine Tierliebe zu einem Haustier verurteilen. Ich möchte nur auf diese große Diskrepanz hinweisen, die im Umgang mit verschiedenen Tieren der gleichen Art besteht.
Meine beiden Großeltern hatten Landwirtschaft, sie haben regelmäßig ein Schwein geschlachtet und hielten unter anderem Hühner und Hasen. Ich fand die kleinen Hasen nett und habe mit ihnen gespielt – aber ich mochte auch Hasenbraten. Es war mir klar, dass der Hasenbraten aus den netten Hasen gemacht wurde, aber das habe ich akzeptiert. Wer Fleisch essen will, der muss auch damit einverstanden sein, dass dafür Tiere getötet werden.
Wenn ich heute bei meinen hasenzüchtenden Freunden einen Hasen bestelle, weiß ich, wie dieser aufgewachsen ist. Ich weiß, dass er gutes Futter bekommen hat und gelegentlich sogar auf die Wiese durfte. Es ging ihm im Vergleich zu anderen Hasen sicher gut. Und schließlich wurde er irgendwann geschlachtet, denn dafür war er ja überhaupt gehalten worden.

Für viele wäre es unmöglich, diesen selbstaufgezogenen Hasen zu essen. Aber warum?
Weil das natürliche Verhältnis zwischen dem Menschen und seinen Nutztieren, das seit Jahrtausenden besteht, durch die moderne Gesellschaft gestört wurde. Von militanten Veganern und anderen verwirrten Leuten will ich gar nicht sprechen. Aber es sollte doch möglich sein, Tieren ein angenehmes und tierwürdiges Leben zu ermöglichen und sie dann zu schlachten und zu essen, oder? Das wäre für die Tiere gut und für die Menschen auch, denn die Qualität wäre um ein vielfaches höher als bei Massentierhaltungen.
Aber das kostet. Das kostet mehr Geld in der Produktion und damit auch beim Metzger. Und es fordert eine Gesinnungsänderung bei vielen Menschen… und die ist ungleich schwieriger zu bewerkstelligen als einen höheren Preis an der Fleischtheke zu erklären.