Kiel kontra Tübingen

Am Wochenende war ich in Kiel, unter anderem auch an der Fakultät. Als ich am Montag einen Professor besuchen wollte, passierte folgendes:

Ich ging zu ihm (unangemeldetet). Der Prof begrüßte mich freudig und entschuldigte sich sofort, dass er überhaupt keine Zeit habe. Er sagte ich solle mich doch mal per Email melden, was ich so machen würde, und beim nächsten Besuch hätte er sicher mehr Zeit für ein ausführliches Gespräch.

So lief das in Kiel auch noch bei einem anderen Professor. Soweit zu Kiel, jetzt zu Tübingen.

Am Dienstag hatte ich einen Termin bei einem Prof, zu diesem Termin hatte ich mich vor drei Wochen schriftlich angemeldet. Ich kam hin und wurde freundlich begrüßt. Dann fragte er mich nach dem Grund meines Kommens. Ich erklärte, dass das Prüfungsamt mir geraten hatte, meine mündlichen Examensthemen im Vorfeld abzuklären. Er fragte: „Welches Prüfungsamt?“ Ich antwortete: „Das württembergische.“ Darauf er: „Sie sind Württemberger??? Ich habe sie noch nie gesehen!!!

Was sagt man dazu?

Archiv theologischer Schriften

Bei meinen Recherchen zum Barnabas-Brief bin ich auf die Internet-Seite www.glaubensstimme.de gestoßen. Dort werden eine Vielzahl theologischer Texte angeboten, unter anderem auch die Kirchenväter. Zusätzlich gibt es ein Blog mit Hinweisen auf christliche Internet-Seiten und ein Forum.

Ich habe mich auf der Seite ein wenig umgeschaut, und inhaltlich ist sie sehr umfangreich. Es wäre meines Erachtens zwar wünschenswert, dass sie auch in den Punkten Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit optimiert wird, aber man findet auch so alles. Zur Zielsetzung und Ausrichtung der Seite gibt es folgende Infos:

In unserer heutigen Zeit kommen immer wieder neue Lehren auf – dabei wird zugleich vieles vergessen, was gut und richtig ist. Insbesondere die Lehren der Väter werden mehr und mehr vernachlässigt zugunsten neuer Lehren, die oft mit der Bibel oder dem Glauben der Christen nichts oder nicht viel zu tun haben.
Das Anliegen der Glaubensstimme ist es, diesem Trend entgegenzuwirken, indem das Wissen der Väter hier allen Interessierten zur Verfügung gestellt wird.
Dabei kommen auch die dunklen Seiten mancher Glaubensväter zur Sprache. Ziel ist es jedoch nicht, einzelne Zeugen des Herrn Jesus Christus zu verunglimpfen oder nur ihre dunklen Seiten zu betonen. Der mündige Leser vermag sehr wohl, sich selber ein Urteil zu bilden, alles zu prüfen und nur das Beste zu behalten.

Das ist in erster Linie keine schlechte Position, vor allem weil auch die „dunklen Seiten“ zumindest angesprochen werden.

Ist die Glaubensstimme konfessionell ausgerichtet?
Nun, ich selber bin reformierter Christ zum Glauben gekommen in den Freien evangelischen Gemeinden, von daher ist die Glaubensstimme evangelisch ausgerichtet. Allerdings bemühe ich mich, das ganze Spektrum des evangelischen Glaubens anzubieten. Insofern findet man hier Luther und Calvin, Krummacher und Spurgeon, Augustinus und Hofacker – und viele mehr. Der Grund dafür ist, dass meiner Meinung nach jeder Christ selber sich seine Überzeugung durch den Vergleich und das Prüfen verschiedener Auffassungen bilden soll.

Auch das ist lobenswert. Allerdings musste ich dann nur eine Seite weiter folgendes lesen:

Aus diesem Grund suche ich – mal wieder – Christen, die an diesem Archiv mitarbeiten. Wer von Euch also Texte zur Verfügung stellen kann, ist herzlich willkommen. Jedoch gibt es einige Einschränkungen:

[…]

Genauso sendet mir bitte keine Texte von Sekten oder über Sonderlehren (z.B. Allversöhnung). Solche Texte nehme ich zwar in mein persönliches Archiv auf, nicht jedoch auf diese Web-Site.

Ich bin etwas irritiert. Mal abgesehen davon, dass der von mir hochgeschätzte Prof. Rosenau in Kiel ganz offensichtlich ein Anhänger einer Sonderlehre ist (Allversöhnung: ein transzendentaltheologischer Grundlegungsversuch, Berlin/New York 1993). Aber wie ist das denn mit der vorher erwähnten Mündigkeit des Lesers und der Bildung einer eigenen Überzeugung? Bei der Allversöhnung ist damit plötzlich Schluss? Kommt nur mir das inkonsequent vor? Vor allem, weil es auch Kirchenväter gab, die diese Lehre vertreten haben (Clemens von Alexandria, Origines). Diese Schriften auszuklammern ist dann doch sehr zweifelhaft, oder sind das etwa die „dunklen Seiten“?
Eigentlich schade, aber da drückte sich wohl doch der pietistisch-evangelikale Hintergrund des Webseite-Betreibers durch… obwohl sogar der große Pietist Johann Michael Hahn ein Verfechter der Allversöhnung war.

PS: Für alle Kritiker: Ich weiß, dass die Allversöhnung in CA 17 verworfen wird.

Die perverse Welt der Tiere

Vor einigen Semestern hörte ich in eine lustige Erklärung für die jüdischen Speiseverbote im Zusammenhang mit sexuellem Fehlverhalten bei Tieren. Leider habe ich mich nicht mehr an die Quelle erinnert… In der Kirchengeschichtsvorlesung wurde gestern jedoch eben diese Deutung im sogenannten „Barnabas-Brief“ erwähnt. Ich habe daraufhin den Brief besorgt und kann euch nun an dieser höchstinteressanten Erklärung teilhaben lassen.

Barnabas versteht die Vorschriften des Mose nicht wörtlich, sondern auf einer geistliche Ebene. Somit erklärt er die Unreinheit von Tintenfisch, Hase, Hyäne, und Wiesel auf folgende Weise (zitiert aus A. Lindemann (Hg.), Die apostolischen Väter, Tübingen 1992):

10,5 „Du sollst keine Muräne essen“, sagt er, „noch eine Krake, noch einen Tintenfisch.“ Du sollst, sagt er, nicht solchen Menschen gleichen und dich nicht ihnen anschließen, die völlig gottlos und schon zum Tode verurteilt sind, so wie auch diese Fische, die als einzige (dazu) verflucht sind, in der Tiefe schwimmen und nicht auftauchen wie die übrigen, sondern auf dem Grund unten in der Tiefe hausen.

Mal abgesehen davon, dass es „der Krake“ heißt, kannte Barnabas offensichtlich die Seegurke nicht, sonst hätte er sie sicher auch noch genannt…

6 „Aber auch den Hasen sollst du nicht essen.“ Warum? Du sollst, sagt er, kein Knabenschänder werden, noch solchen gleichen, denn der Hase vermehrt jährlich (seinen) After; wieviele Jahre er nämlich lebt, so viele Öffnungen hat er.

Da bekommt der Spruch „wie die Hasen“ eine ganz neue Bedeutung…

7 „Aber auch die Hyäne sollst du nicht essen.“ Du sollst, sagt er, weder ein Ehebrecher noch ein Verführer werden, noch sollst du denen gleichen. Warum? Weil dieses Tier jährlich seine Natur wechselt und einmal männlich, einmal weiblich ist.

Hyänen sind also die Transvestiten des Tierreichs. Bei der Gelegenheit kann ich berichten, dass mein ehemaliger Chef aus Kiel dieses Jahr auf seiner Ausgrabung in Jordanien als Highlight eine tote Hyäne gesehen hat. Wahrscheinlich ist sie einem Barnabas-Anhänger begegnet…

8 Aber auch das Wiesel hat er zu Recht gehaßt. Du sollst nicht, sagt er, ein solcher werden (wie diejenigen), von denen wir hören, daß sie in Lasterhaftigkeit mit dem Munde Gesetzloses betreiben, noch sollst du dich solchen unreinen (Frauen) anschließen, die mit dem Munde Gesetzloses betreiben. Denn bei diesem Tier erfolgt die Empfängnis durch den Mund.

Ich habe echt keine Ahnung, wie Barnabas auf diese ganzen Dinge gekommen ist.. ich bezweifle, dass der Autor sich jemals mit diesen Tieren näher beschäftigt hat. Schon die Sache mit den Hasen hätte sich doch ganz einfach klären lassen (aber vielleicht habe ich ja bisher immer nur einjährige Kaninchen gegessen…).

PS: Es dürfte nun sehr schwierig werden, jemanden irgendwann einmal eine Hyäne oder ein Wiesel als Zosse-Posse-Tier zuzuweisen, ohne für heftige Irritation zu sorgen… :-)

Evolution on the dance floor

Ich wurde auf einen Artikel der New York Times über libanesische Frauen aufmerksam gemacht (bezeichnenderweise von einer Libanesin).
In dem Beitrag geht es umdas ausschweifende Nachtleben der libanesischen Mädchen, die auf Männersuche sind – und zwar auf eine Weise, die man im Mittleren Osten nicht erwarten würde…

In the bars the women dance for hours — often on top of the bar — and legs, midriffs, bare shoulders and barely covered bosoms are offered for public admiration.

Das Problem ist der Frauenüberschuss, und damit der Selektionsdruck auf die Mädchen, denn:

The country’s high rate of unemployment pushes the young men to seek work elsewhere, sometimes in Western countries like France and Canada, but mainly in the United Arab Emirates, Saudi Arabia and the other oil states on the Persian Gulf. The women, inhibited by family pressures, are generally left behind.

Was das bedeutet, sagt ein Professor von der AUB deutlich:

“The demographic reality is truly alarming,” Professor Khalaf said. “There are no jobs for university graduates, and with the boys leaving, the sex ratios are simply out of control. It is now almost five to one: five young girls for every young man. When men my sons’ age come back to Lebanon, they can’t keep the girls from leaping at them.”

Nach dem Gesetz der Evolution setzt sich der erfolgreichste und am besten angepasste durch, für die Libanesinnen heißt das, sie müssen ihre Chancen verbessern und aufrüsten.

“The focus is more and more on being beautiful, on pleasing other people. The competition is intense, conformity is a big thing, and everyone, rich and poor, gets plastic surgery. You can go to parts of Beirut where almost every young woman has the same little nose.”

Natürlich gibt es auch noch junge, unverheiratete Männer im Libanon. Allerdings wollen die Frauen diese nicht…

“The guys that remain in Lebanon are the stupid ones!” exclaimed Nayiri Kalayjian, 19, who was hitting the bars on Monot Street, in central Beirut, with three girlfriends.
“We’re too good for them,” she said. “The ones who remain in Lebanon are the ones with closed mentalities, the ones who just want a virgin girl. You start to feel that the men who stay in Lebanon are the ones with no ambition in their work, and so you wonder, why are they still here?”

Es gibt nach dem Artikel für eine anspruchsvolle, gebildete Libanesin eigentlich nur drei Möglichkeiten:

  • Den weltoffenen männlichen Libanesen folgen und ebenfalls im Ausland arbeiten (das macht übrigens die, die mir den Artikel
    geschickt hat).
  • Einen (arabischen) Ausländer heiraten und im Ausland leben (was allerdings wieder zu Schwierigkeiten mit der dortigen Rolle der Frau führen kann, gerade bei reichen Arabern.)
  • Einen „rückständigen Dummkopf“ heiraten und sich in eine untergeordnete Rolle einfügen.

Bleibt dann nur die Frage, was diese Optionen für die Entwicklung des Staates Libanon bedeuten…

Sabbatschänder?

Heute ist Allerheiligen und damit in Baden-Württemberg Feiertag. Als guter Lutheraner ist mir das jedoch ziemlich egal und daher habe ich auch heute meine Winterreifen montiert (und nicht gestern, da war ja bekanntlich Reformationstag). Anscheinend gibt es bei uns sehr viele Lutheraner, denn an der Tankstelle musste ich für das Reifenluftdruck-Gerät Schlange stehen… :-)

Sletsam, sletsam

Diese Freecity-Geschichte verwirrt mich immer mehr. Ich kann es gar nicht verstehen, dass dieser gesamte Hype um die Domains, die jetzt alle „frei werden“, total an mir vorbei gegangen ist. Es wäre natürlich möglich, dass die Kündigungsemail mit den Infos direkt in den Spamordner wanderte. Anderseits läuft meine Domain noch, also wurde sie wohl kaum gekündigt. Nach dem Login erscheint „Paket0“ als Paket – aber das gibt es gar nicht, die kostenlose Domain wäre „Paket S“. Auf der Startseite ist ein Hinweis, dass es keine Neuregistrierungen mehr gibt – aber auch nur auf der Startseite! Das ist alles wirklich total verwirrend.

Glücklicherweise brauche ich im Gegensatz zu tausenden anderer genervter Freecity-Kunden meine Domain nicht unbedingt, von daher werde ich einfach mal abwarten, was weiter passiert… ich bin jetzt schon total überrascht!

Da ist was faul im Internet

Seltsame Dinge gehen vor im Internet… Bei Recherchen für Regina bin ich auf eine seltsame Seite der Denic gestoßen, auf der von administrativen Problemen bei der Domain www.mv-schwaikheim.de die Rede ist. Ein Blick bei Whois zeigte mir, dass diese Domain bei Freecity registriert war bzw. ist. Nun habe ich auch noch eine Domain bei Freecity, nämlich killdatailor.de, diese funktionert aber einwandfrei. Ein Check bei rattenjunge.de, zosse-posse.de und tomstock.de zeigten allerdings wieder die Denic-Seite.

Leute, was ist da denn los? Auf Freecity fand ich keinerlei Hinweise auf größere Migrationen von Domains, außerdem würde dann doch meine Domain auch umziehen. Oder kommt das etwa noch? Oder gibt es einen ganz anderen Grund?

Spontan fallen mir nur zwei Szenarien ein: Könnte es daran liegen, dass jemand trotz der AGBs von Freecity (nur eine Domain pro Person) mehrere Domains unter verschiedenen Adressen angelegt hat und dies irgendwie bei Admin-C-Änderungen etc. rausgekommen ist?
Oder gab es bei einigen Freecity-Domains den Versuch einer illegalen Übernahme und die Denic hat zur Sicherheit alle betroffenen Domains eingefroren?

Ich bitte um Aufklärung, sonst kann ich nicht mehr ruhig schlafen aus Sorge um meine kostbare Domain…

31. Oktober II

Auch die Bildzeitung hat sich gestern im Artikel „Welche Streiche muss ich mir morgen gefallen lassen“ dem Thema Halloween (dem „verrückten Brauch aus den USA“) gewidmet. Es findet sich dort unter anderem folgender Satz:

Fratzen-Kürbisse – die typische Halloween-Dekoration. Der Brauch ist aus den USA zu uns rübergeschwappt

Aus meinen bisherigen Ausführungen dürfte jedoch klar sein, dass der Brauch nicht so einfach mal rübergeschwappt ist, sondern hier einige Leute ziemlich gezogen haben.

Aber nun zum Thema „Kinder vor der Tür“:

Wie in den USA ziehen auch bei uns Kinder am Abend des 31. Oktober verkleidet durch die Nachbarschaft, fordern „Süßes oder Saures“. Wer nichts gibt, muss mit einem Streich rechnen. Vorsicht: Wer Geld fordert, riskiert eine Anzeige wegen Nötigung.

Das ist ja schonmal ein guter Hinweis. Geld nein, alles andere ja! „Schmuck, sonst gibts Saures!“

Dass Kinder Türklinken oder Autos mit Rasierschaum einsprühen, Mülleimer umstellen oder Briefkästen mit Toilettenpapier „dekorieren“, toleriert die Polizei.

Und was ist, wenn ich dann die Kinder mit Rasierschaum einsprühe, sie in den Mülleimer stecke oder mit Toilettenpapier umwickle und auf den Briefkasten setze?

Aber: Seit Jahren werden immer mehr Straftaten registriert (Sachbeschädigung, Vandalismus). Eier oder Tomaten gegen eine Hauswand zu werfen, ist verboten.

Die Polizei warnt: Eltern haften.

Ein wichtiger Hinweis. Es ist nämlich schwierig, wenn ein Brauch so schnell übernommen wird. In den USA sind ja die Eltern und Großeltern schon von Tür zu Tür – und vor allem auch die, bei denen die Kinder vor der Tür stehen. Damit haben sie eine kollektive Erfahrung, die bei uns fehlt. Daher lassen Eltern ihre Kinder hier losziehen, ohne dass sie überhaupt richtig wissen, um was es eigentlich geht. Und die Leute, bei denen geklingelt wird, haben unter Umständen auch keine Ahnung, was sie jetzt machen müssen, sind nicht vorbereitet und haben nichts Süßes. Und dann gibts Saures von den Kindern. Dass das auch mal schiefgehen kann, ist offensichtlich. Und dann gibts ne Anzeige. Und dann gibts richtig Saures…

31. Oktober

Heute ist Halloween Reformationstag! Das bedeutet, dass vor 489 Jahren Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schloßkirche zu Wittenberg genagelt hat haben soll.
Warum aber laufen heute abend verkleidete Kinder durch die Straßen und klingeln an den Haustüren? Gehen die nur zu Katholiken und drohen mit dem Annageln von Thesen im Gedenken an Luther? Wohl kaum…
Als ich Kind war, gab es noch kein Halloween – zumindest bei uns in Deutschland. Aber irgendwann gab es das plötzlich, und zwar nicht nur im Fernsehen in Halloween-Serienspecials, sondern auch in Form von Kürbisfratzen und Monsterkostümen in den Kaufläden. Aber warum? Aufschluss darüber gibt eine Info-Seite der Fachgruppe Karneval bei toy.de. Dort heißt es unter anderem:

weiterlesen…

Falsche Erinnerungen

Heute habe ich einen spannenden Artikel auf Spiegel.de gefunden: „Das Leben, eine einzige Erfindung„. Es geht darin um Erkenntnisse aus der Erforschung des Gedächtnisses und es wird aufgezeigt, wie unser Gehirn uns täuschen kann.

Auch wenn der Artikel ziemlich lang ist, lohnt er sich auf jeden Fall… Man kann hinterher auf jeden Fall besser verstehen, warum die Erinnerungen zweier Menschen an das selbe Ereignis völlig unterschiedlich sein können.

Bei dr Jet gibts 24 Stunden Alkohol!

Robert hat mir die DVD vom Abischerz 99 gebrannt, da ich mir überlegt habe, daraus etwas zu machen. Nach dem Anschauen des Videos habe ich die Idee dann allerdings schnell wieder verworfen. Das ganze Ding ist eigentlich nur die Dokumentation eines Besäufnisses, das darin gipfelt, dass einer der Abiturienten vor dem Rektorat einschläft und nicht mehr geweckt werden kann. Allerdings fehlen die berühmten Sprüche, die dann während des Abischerzes selbst geäußert wurden, es geht eigentlich nur um die Nacht vor dem Abischerz. Im Interesse aller Beteiligten werde ich daher darauf verzichten, irgendwelche Szenen aus diesem Film zu veröffentlichen.

Für Simon und mich ist das Video jedenfalls eine Bestätigung, dass wir mit unserem Urteil damals auf unserer inoffiziellen Abi99-Seite nicht ganz falsch lagen…

Examensplanung

Ich bin momentan in den Vorbereitungen der Examensvorbereitung. Nachdem ich mich auf schriftliche Themen festgelegt hatte, war ich gestern auf dem Prüfungsamt zu einer Beratung und habe nun auch fast alle mündlichen Themen.
Ich wollte dann gleich noch zu einem Professor, der gerade Sprechstunde hatte, bin dabei aber noch von Kieler Verhältnissen ausgegangen. Die Sekretärin meinte völlig erstaunt, wie ich denn auf die Idee kommen würde, einfach zu in die Sprechstunden zu kommen? Da müsse man sich eine Woche vorher schriftlich anmelden… Na dann.

Der Intelligenz beraubt…

Was es nicht alles für Verrückte gibt! Heute auf Idea.de fand ich den Artikel „Antichristliche Aktion an der Uni Dresden„.
An der Uni Dresden wurde eine Schriftrolle gestohlen, die zu einem Projekt der ESG gehörte und im Hörsaalgebäude der TU aufgestellt worden war.

Auf ihr sollte jede Woche bis zum Ende des Semesters ein anderes Zitat bekannter Persönlichkeiten zum Verhältnis von Vernunft und Religion zu lesen sein, wie das von Albert Einstein: „Wissenschaft ohne Religion ist leer. Religion ohne Wissenschaft ist blind.“ Doch nach zwei Tagen war die Schriftrolle gestohlen. Die Studentengemeinde erhielt ein Bekennerschreiben von einer Gruppe, die sich „Deprivation Through Intelligence“ (Beraubung durch Intelligenz) nennt und sich als „militant“ bezeichnet. Das mitgelieferte Foto zeigt zwei vermummte junge Männer, die sich in der Pose von Selbstmordattentätern neben der gestohlenen Schriftrollen-Installation präsentieren.

Auf dem Bild haben die Jungs sogar Sprengstoff-Imitate an (Siehe Foto). Allein die Komposition des Bildes zeugt schon voll der absoluten Idiotie der handelnden Personen, aber es wird noch schlimmer.

Die Gruppe fordert die ESG auf, sich in einem Vertrag zu verpflichten, ihre „missionarischen Kreuzrittertätigkeiten“ einzustellen und die Evolutionslehre „endlich als Faktum“ anzuerkennen. Erst wenn das geschehen sei, werde man die Schriftrolle zurückgeben. „Das erfüllt den Tatbestand der Erpressung und der Beleidigung“, so Leonhardi. Die Täter wüssten offenbar nicht, dass in der evangelischen Kirche seit vielen Jahrzehnten kaum ein Theologe die Evolutionslehre als wissenschaftliche Theorie in Frage stelle. Auch übersähen sie, dass die moderne Wissenschaft seit ihren Anfängen maßgeblich von Christen geprägt worden und der christliche Glaube ein wichtiger Nährboden für die Entstehung der Aufklärung gewesen sei.

Ich will mich gar nicht darüber auslassen, dass sowas ausgerechnet im Osten passiert. Aber angesichts dieser unglaubbaren Dummheit muss ich doch noch etwas dazu sagen. Wenn diese hirnverbrannte Aktion etwas zeigt, dann, dass Unwissenheit und mangelnde Kenntnis von Zusammenhängen zu „militantem“ „Terrorismus“ führt. Alleine die beiden Sätze auf der Schriftrolle hätten den Tätern doch zeigen müssen, dass diese Aktion der ESG sich keineswegs gegen die Wissenschaft und damit die Evolution richtet… aber dazu hätte man ja nachdenken müssen. Und von den Kreuzrittern hatten die ganz offensichtlich auch keine Ahnung, denn deren primäres Ziel war die Befreiung Jerusalems und nicht die Missionierung der Heiden!

Man sieht mal wieder deutlich, dass Intelligenz durchaus eine subjektive Größe ist. Während die Jungs von „Beraubung durch Intelligenz“ sich für die hellsten Köpfe halte, denke ich, dass sie unglücklicherweise der Intelligenz völlig beraubt wurden… weniger kiffen und saufen würde unter Umständen helfen!

PS: Die ESG hat auf eine Anzeige verzichtet und ist zum Dialog bereit – auch mit den Tätern. Gute Reaktion!