Es geht doch…

Unsere Bundeskanzlerin bereist zur Zeit die arabische Welt, und war dabei auch in Saudi-Arabien. Nun müssen dort eigentlich Frauen immer verschleiert sein, was aber offensichtlich nicht bei Staatsbesuchen gilt. net-tribune schreibt:

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in Saudi-Arabien den strengen Kleidungsvorschriften getrotzt. Ohne den sonst für Frauen verpflichtenden Umhang traf sie sich am Sonntag mit dem als moralische Instanz geltenden König Abdullah.

Auch keine andere Frau von Merkels Delegation hatte sich in die so genannte Abaja gehüllt.

Natürlich wäre es politisch äußerst schwierig gewesen, der EU-Ratspräsidentin irgendwelche Kleidungsvorschriften zu machen… aber die Geschichte zeigt, dass es anscheinend soooo furchtbar nicht sein kann, immerhin hat der König Frau Merkel sogar die Hand gegeben.

Ich frage mich, ob davon Bilder im saudi-arabischen Fernsehen zu sehen waren. Schließlich ist es doch für die Bevölkerung (besonders für die Frauen) ein nicht zu unterschätzendes Zeichen, wenn der König einer unverschleierten Frau die Hand gibt. Es muss die ganzen Hardliner-Scheichs doch unheimlich nerven, dass ständig irgendwelche Frauen in hohen Ämtern sind (so auch die Außenministerin der USA). Und falls Hillary Clinton Präsidentin werden sollte, wird es noch besser…

Vielleicht führt das ja irgendwann zu Lockerungen dieser absurden Vorschriften in diversen islamischen Ländern. Es wäre jedenfalls wünschenswert.

Bigbrother, der nächste Versuch

Ich habe heute zufällig in einer Werbepause einen Teil der neuen Bigbrotherstaffel gesehen, ein Teil der Bewohner ist heute in einer großen Einzugsshow in den Container gesperrt worden. Nur ein Teil, wohlgemerkt, damit die Leute auch dabeibleiben um neugierig zu erfahren, wer die anderen Bewohner sein werden.

Egal, jedenfalls gab es gleich ein Spiel zu Beginn: Alle Acht Personen mussten nacheinander in einen Raum, und in 10 Sekunden die wichtigsten Gepäckstücke in einen extra Koffer packen. Kriterium: Der Koffer darf insgesamt nicht mehr als 7 Kilo wiegen (für alle 8 Personen!). Eigentlich einfach zu verstehen… aber nicht für Bigbrother-Bewohner.
Trotz der mehrmaligen Nachfrage, ob sie alles verstanden haben, war dies offensichtlich nicht der Fall. So haben die ersten 6 Bewohner (nach Aussortieren) bereits 7 kg zusammengesammelt. Wobei die Männer (anders als die Frauen das ganze Spiel nicht kapiert hatte und zum Teil der Meinung waren, jeder hätte 7 kg. So haben sie dann Schuhe, mehrere Hosen und Kuscheltiere eingepackt, während die letzten beiden Bewohner nicht mal mehr ne Zahnbürste mitnehmen durften…

Am Schlimmsten war der, der gleich eines der Betten für sich beansprucht hat und das jedem sofort mitteilte, keine Ahnung wie der heißt, ist mir auch egal. Jedenfalls hat vermutlich kein vernünftiger Mensch mehr das Verlangen, wochenlang in einen Container gesperrt zu werden, und die von RTL2 haben zusätzlich noch die seltsamsten Gestalten ausgewählt… die hoffen ja schließlich auf Ärger, Streit und viel nackte Haut.

Unterrichtssymbole für Erstklässler

Bei der Suche nach einer Datei bin ich auf ein Verzeichnis mit alten Zeichnungen gestoßen, die ich vor einigen Jahren für Simons Mutter erstellt habe.
Sie ist Lehrerin an einer Grundschule und suchte Grafiken, mit denen die einzelnen Unterrichtsfächer für Erstklässler symbolisiert werden können.

Ich habe nun die Strichmännchen online gestellt, vielleicht gibt es ja sonst noch irgendwelche Grundschullehrer, die sowas brauchen können: Unterrichtssymbole für Erstklässler.

Wir tranken und wir lachten, jetzt lasst uns Platten schlachten!

Meine beiden 80 GB-Festplatten waren übervoll, daher machte ich mich auf den Weg, mir eine größere Platte zuzulegen. Ich war bei einem großen Multimedia-Unternehmen, bei dem auch zufällig mein ehemaliger Chef arbeitet (mein allererster Chef, ich sag nur „Krohmtech“).

Nach einigen Plauderein fragte ich nach internen Platten und den Preisen. Es gab eine interne 250 GB Platte für 99 €, was mir normal, aber nicht unbedingt billig vorkam. Ich muss zugeben, dass ich Hardware oft im Internet kaufe, aber bei Platten habe ich da so meine Bedenken. Schließlich sind sie sehr anfällig für Transportschäden und bei der Post… naja. Egal, ich wollte also die Platte kaufen. Da sagte ein weiterer Mitarbeiter der Computer-Abteilung, was denn mit ner externen Platte wäre, da wär grad eine 250er für 79 € im Angebot. Mein Chef: „Er will doch ne interne!“ Darauf der andere: „Na und? Schlachten! Garantie futsch, aber was solls?“

In der Tat ist es so, dass externe Platten zum Teil billiger sind als interne. Nur ist natürlich im externen Gehäuse im Prinzip die selbe Festplatte drin. Ich habe also dann ne externe Maxtor 320 GB für 99 € gekauft (was die interne 250er kostete). Zuhause hab ich sie ausgepackt, angeschlossen, partitioniert und formatiert. Und als ich sicher war, dass sie funktioniert, hab ich sie geschlachtet. Schrauben raus, aufbrechen (Garantie futsch!), in den PC eingebaut – und läuft wunderbar. Jetzt hab ich wieder genug Platz für ne Weile!

Natürlich würde ich mich ziemlich ärgern, wenn die Festplatte in einer Woche kaputt geht (denn die Garantie ist ja weg, wie auch bei meinem WAP54G, den ich aufgemacht hab). Aber das riskier ich, ich hab ja die alte 80er noch als Backupplatte im Rechner hängen, wegen der Daten mach ich mir also keine Sorgen.

Sollte sie den Geist in der Garantiezeit aufgeben, muss ich mir eben was überlegen. Wie drückte mein Chef es aus: „Du weißt ja, wie das geht…“

Schwäbisch für Fortgeschrittene

Ich habe in den letzten Wochen in Kiel noch an einem vierten Teil des Schwabenguides über die schwäbische Sprache gearbeitet. Grundlage waren die Überlegungen, ob es Regeln für die Vokal- und Konsonantenwechsel gibt, ähnlich den Konsonantenwechseln in den semitischen Sprachen.
Ich stellte den Guide inklusive Hörbeispiele bereits im Januar 2006 fertig, es fehlten jedoch noch einige kleine Erweiterungen, die ich erst jetzt geschafft habe.

Anstoss zur Fertigstellung war der Besuch im „Boulevärle„, einem schwäbischen Mundarttheater in Stuttgart.

Ich habe die Vokalwechsel meines Heimatortes verwendet, die verschiedenen Regeln sind also nur teilweise für das Schwäbische allgemein gültig. Der Artikel heißt „Schwabenguide – Teil 4: Schwäbisch für Fortgeschrittene„. Es ist durchaus möglich, dass es irgendwann auch noch einen weiteren Teil gibt, ich habe nämlich an manchen Stellen einiges weggelassen und beschreibe im Prinzip nur Hochdeutsch mit schwäbischem Akzent.

Im Schwäbischguide für Profis müsste ich dann auch folgenden Satz erklären:

„Dorschdichs geits dui nuie Bem!“

Virus reloaded

Er geht wieder los: Spiegel.de berichtet „Vogelgrippe in Ungarn ausgebrochen

Es handelt sich um den ersten Ausbruch von Vogelgrippe auf EU-Gebiet in diesem Jahr: Im Südosten Ungarns sind auffallend viele Tiere einer Gänsefarm verendet.

[…]

Ein Virus des H5-Stamms sei als Erreger identifiziert worden, teilte die EU-Kommission mit und berief sich dabei auf die ungarischen Behörden. Experten im europäischen Referenzlabor im englischen Weybridge prüfen nun, ob es sich um das für den Menschen gefährliche H5N1-Virus handelt. Erst dieser Befund gilt als verbindlich für den genauen Typ des Erregers – und damit auch für die Einschätzung, wie gefährlich er ist.

Kaum ist es kalt, gehts los…

Zum Sch…. schreien

Wir erinnern uns, dass die Bildzeitung kürzlich schrieb:

Mit seiner beleidigenden Fäkalsprache löst Bohlen einen Sturm der Empörung aus. Politiker und Kirchenvertreter sind entsetzt.

[…]

Der stellvertretende Vorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Bischof Christoph Kähler:
[…] „Beleidigungen können zu schweren persönlichen Verletzungen führen.“

[…]

Bundestagsabgeordnete Rita Pawelski (CDU), Kultur- und Medienexpertin: „Ich habe wegen der Primitivität von Dieter Bohlen abgeschaltet. Seine Bemerkungen gehen unter die Gürtellinie und haben im Fernsehen nichts verloren.“

Heute lese ich auf Bild.de unter der Überschrift „Gegen Nervbolzen und blöde Anmache: Gekonnt kontern – die 50 coolsten Sprüche„:

Als praktische Hilfe für fast alle Lebenslagen: Bei Attacken auf die Figur oder die Freunde. Oder wenn Dauer-Nörgler wieder gnadenlos rumpesten.

Einige Beispiele:

Habt ihr kein Klo zu Hause – oder warum lässt du deine ganze Scheiße hier ab?

Hat jemand die Klospülung gezogen – oder warum blubberst du hier so?

Als der liebe Gott die Intelligenz verteilt hat, warst du wohl gerade auf dem Klo

Hast irgendjemand die Null gewählt, dass du dich meldest?

Wo ich dich so sehe… Da fällt mir ein, dass ich den Müll noch runter tragen muss!

Willst du wissen, wie bescheuerte Kinder gemacht werden? Frag‘ deinen Vater!

Ist heute ein besonderer Tag – oder bist du immer so blöd?

Mal abgesehen, dass diese Sprüche schon deswegen nicht cool sind, weil ich sie zum Teil schon in der Grundschule kannte, aber wie war das doch noch mit den Beleidigungen? Sie können zu schweren persönlichen Verletzungen führen? Aber das gilt doch wohl nicht für „Dauer-Nörgler“, „muffige Nachbarn“ oder die „zickige Kollegin“, oder?

Was mich noch mehr beunruhigt ist, dass es tatsächlich Leute bei der Bildzeitung gibt, die für sowas bezahlt werden:

Wir haben mal im Web gestöbert und eine ganze Menge solcher Retourkutschen gefunden.

Es wäre wahrscheinlich schneller gegangen, wenn man ein paar Grundschulkinder gefragt hätte. Das ist etwa dasselbe Niveau…