Google und die Wirren des Internets

Dienstag, 4. April 2006 von Tobias

Angeregt von einem etwas veralteten Idea-Bericht über den „bösen“ Googlekonzern und seine finsteren Machenschaften in China und sonstwo, habe ich mich ein wenig über Onlinerecht und Datenschutz informiert. Begonnen habe ich bei Google und seinem Gmail-Service, der die Emails der Anwender auf Spam und Viren durchsucht. So weit, so gut. Zusätzlich sucht er nach Begriffen um dann Werbeanzeigen gezielt zu schalten. Also, man nehme an, ich schreibe eine Email über meinen Fernseher, dann bekommt der Empfänger von Google neben meiner Mail das Werbebanner von einem Unterhaltungselektronikhandel angezeigt. „Praktisch“ sagen die von Google, „kritisch“ sagen die Datenschützer, „unnötig“ – sag ich! Dass Google in China das Web zensiert um dort mit den Konkurrenten mithalten zu können (die das seit Jahren machen) kann ich durchaus verstehen. Bei idea-mäßigen Horrorszenarien, dass Google irgendwann bestimmt, wer welche Information bekommt, habe ich dann zudem Zweifel, ob hier nicht ein neuer Antichrist heraufbeschworen werden soll.

Was mich nachdenklich macht, sind die Fragen des Onlinerechts, die mich als Webmaster betreffen. Auf rettet-das-internet.de gibt es eine Vielzahl von Beispielen, die einem die Lust am Internet gehörig vermiesen können. Ich bin froh, dass meine Fotos, Grafiken und Zeichnungen alle von mir sind, sonst würde ich sie glatt runterschmeissen. Werbebanner auf der Homepage sind von vorneherein gefährlich, da sie nämlich jede private zu einer gewerblich genutzten Seite machen – und damit ein volles Impressum brauchen. Glücklicherweise hat mich noch nie eine Abmahnung getroffen, wenn man mal von fingierten Ebay-Rechnungen absieht. Aber dennoch erinnere ich mich mit Schrecken an den Typen, der unter meiner Email-Adresse in irgendwelchen illegalen Foren aktiv war – und mir Ärger mit der selbsternannten Internetpolizei einbrachte.

Ich werde mir jedenfalls meine Seite nochmals auf problematische Dinge checken und hoffen, dass ich auch weiterhin von gierigen Markeninhabern und ihren windigen Anwälten verschont bleibe. Das wünsche ich euch im übrigen auch!

Eine Reaktion zu “Google und die Wirren des Internets”

  1. Joachim

    Die Berichte auf rettet-das-internet.de sind ja wirklich nicht sehr beruhigend – sicherheitshalber bin ich auch gerade noch mal bei mir verlinkte Bilder durchgegangen.

    Als begeisterter Gmail-Nutzer muss ich aber einmal das Konzept der kontextbezogenen Werbung und v.a. Gmail loben!Nötig ist beides vielleicht nicht – aber sehr klasse: Ich schaue mir zwar nur selten die Googlewerbungen an – aber bestimmt häufiger noch, als auf den 100. ilove.de Button zu klicken. Und seitdem ich Gmail nutze, verwende ich Outlook nur noch ab und zu zur Sicherung von alten Mails – das System von Gmail finde ich ganz hervorragend – Bedarf für ein Desktopprogramm sehe ich nicht mehr! Nur eins fehlt mir: Wenn endlich der Google Calendar käme. (Die Domain gibts schon :-) )

    Falls Du zu Gmail eingeladen werden willst, sag bescheid, es sind noch recht viel gute Adressen frei. :-) Die neue, zu Windows live gehörende, Version von hotmail soll ja ähnliches können wie Gmail – ich bin gespannt.

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