Virus reloaded

Er geht wieder los: Spiegel.de berichtet „Vogelgrippe in Ungarn ausgebrochen

Es handelt sich um den ersten Ausbruch von Vogelgrippe auf EU-Gebiet in diesem Jahr: Im Südosten Ungarns sind auffallend viele Tiere einer Gänsefarm verendet.

[…]

Ein Virus des H5-Stamms sei als Erreger identifiziert worden, teilte die EU-Kommission mit und berief sich dabei auf die ungarischen Behörden. Experten im europäischen Referenzlabor im englischen Weybridge prüfen nun, ob es sich um das für den Menschen gefährliche H5N1-Virus handelt. Erst dieser Befund gilt als verbindlich für den genauen Typ des Erregers – und damit auch für die Einschätzung, wie gefährlich er ist.

Kaum ist es kalt, gehts los…

Das Heer der Fliegen

Rund ums Tote Meer gibt es eine Fliegenplage, das berichtet Israel-netz.de, zusätzlich gibt es auch Probleme mit der Austrocknung des Toten Meeres. Um beide Dinge wollen sich nun Israelis und Jordanier gemeinsam (!) kümmern.

Israelische und jordanische Experten haben damit begonnen, gemeinsam gegen die Probleme des Toten Meeres zu kämpfen. Sie wollen zum einen einer überhand nehmenden Fliegen-Plage Herr werden, zum anderen soll die Austrocknung des Toten Meeres gestoppt werden.

Vergangene Woche hatten sich israelische und jordanische Regionalräte aus dem Gebiet des Toten Meeres in der jordanischen Ortschaft Safi getroffen.

Und woher kommt die Fliegenplage?

„Wir haben schon alles gegen diese Fliegenplage unternommen“, sagte Litvinoff laut einem Bericht der Tageszeitung „Ha´aretz“. „Wir haben Spezialisten eingeflogen und alle möglichen Pestizide benutzt. Doch die Fliegen kommen weiterhin von der jordanischen Seite. Einige Monate lang kann man nicht mal mehr draußen sitzen.“ Die Israelis schauten sich bei dem Besuch die Quelle des Problems auf den Feldern von Safi an: ein Dünger, der die Fliegen anzieht. „Die Menschen hier sind arm, daher können sie sich keine besseren Dünger leisten“, sagte Faruk Arslan, ein jordanischer Ökologe aus der Gruppe.

Nun soll ein „Friedenspark“ errichtet werden, die Weltöffentlichkeit und die UNESCO über das Problem der Austrocknung unterrichtet werden, außerdem soll der Handel zwischen beiden Regionen verbessert werden (wahrscheinlich gibts dann besseren Dünger).

Der Besuch in Jordanien war von der Umweltschutzorganisation „Friends of the Earth – Middle East“ (FoEME) organisiert worden, in dem Israelis, Jordanier und Palästinenser zusammenarbeiten.

Es geht also, dass trotz der politischen Lage Vertreter eigentlich verfeindeter Gruppen zusammenarbeiten. Das verbindende Element war hier die gemeinsame Sorge um die Region. Nun, was ist an dieser Region so besonderes, habe ich mich gefragt.

Die jordanische Seite des Toten Meeres ist ein genaues „Spiegelbild“ der israelischen Seite. In der Region gibt es viele chemische Raffinerien, Entsalzungsanlagen und Hotels. (js)

Ich vermute, dass Raffinierien und Entsalzungsanlagen sich weder um die Austrocknung noch um die Mückenplage scheren. Aber die Hotels (und Kliniken, die es dort gibt) sind vermutlich ein Problem: Wenn man nicht mehr draußen sitzen kann, kommt irgendwann auch keiner mehr. Und wenn es kein Totes Meer mehr vor der Hoteltüre gibt (sondern 10 km weit weg) auch nicht. Und das ist ärgerlich für die Touristikbranche, noch dazu weil das Tote Meer doch so schön weit weg ist von Golan, dem Libanon und Syrien. So gibt es sicherlich auch eine finanzielle Motivation für das Abkommen.

Es ist trotzdem schön, dass die Zusammenarbeit funktioniert. Die Verantwortlichen haben eingesehen, dass man das Problem nur gemeinsam lösen kann. Ein Modell für viele Regionen…

Die perverse Welt der Tiere

Vor einigen Semestern hörte ich in eine lustige Erklärung für die jüdischen Speiseverbote im Zusammenhang mit sexuellem Fehlverhalten bei Tieren. Leider habe ich mich nicht mehr an die Quelle erinnert… In der Kirchengeschichtsvorlesung wurde gestern jedoch eben diese Deutung im sogenannten „Barnabas-Brief“ erwähnt. Ich habe daraufhin den Brief besorgt und kann euch nun an dieser höchstinteressanten Erklärung teilhaben lassen.

Barnabas versteht die Vorschriften des Mose nicht wörtlich, sondern auf einer geistliche Ebene. Somit erklärt er die Unreinheit von Tintenfisch, Hase, Hyäne, und Wiesel auf folgende Weise (zitiert aus A. Lindemann (Hg.), Die apostolischen Väter, Tübingen 1992):

10,5 „Du sollst keine Muräne essen“, sagt er, „noch eine Krake, noch einen Tintenfisch.“ Du sollst, sagt er, nicht solchen Menschen gleichen und dich nicht ihnen anschließen, die völlig gottlos und schon zum Tode verurteilt sind, so wie auch diese Fische, die als einzige (dazu) verflucht sind, in der Tiefe schwimmen und nicht auftauchen wie die übrigen, sondern auf dem Grund unten in der Tiefe hausen.

Mal abgesehen davon, dass es „der Krake“ heißt, kannte Barnabas offensichtlich die Seegurke nicht, sonst hätte er sie sicher auch noch genannt…

6 „Aber auch den Hasen sollst du nicht essen.“ Warum? Du sollst, sagt er, kein Knabenschänder werden, noch solchen gleichen, denn der Hase vermehrt jährlich (seinen) After; wieviele Jahre er nämlich lebt, so viele Öffnungen hat er.

Da bekommt der Spruch „wie die Hasen“ eine ganz neue Bedeutung…

7 „Aber auch die Hyäne sollst du nicht essen.“ Du sollst, sagt er, weder ein Ehebrecher noch ein Verführer werden, noch sollst du denen gleichen. Warum? Weil dieses Tier jährlich seine Natur wechselt und einmal männlich, einmal weiblich ist.

Hyänen sind also die Transvestiten des Tierreichs. Bei der Gelegenheit kann ich berichten, dass mein ehemaliger Chef aus Kiel dieses Jahr auf seiner Ausgrabung in Jordanien als Highlight eine tote Hyäne gesehen hat. Wahrscheinlich ist sie einem Barnabas-Anhänger begegnet…

8 Aber auch das Wiesel hat er zu Recht gehaßt. Du sollst nicht, sagt er, ein solcher werden (wie diejenigen), von denen wir hören, daß sie in Lasterhaftigkeit mit dem Munde Gesetzloses betreiben, noch sollst du dich solchen unreinen (Frauen) anschließen, die mit dem Munde Gesetzloses betreiben. Denn bei diesem Tier erfolgt die Empfängnis durch den Mund.

Ich habe echt keine Ahnung, wie Barnabas auf diese ganzen Dinge gekommen ist.. ich bezweifle, dass der Autor sich jemals mit diesen Tieren näher beschäftigt hat. Schon die Sache mit den Hasen hätte sich doch ganz einfach klären lassen (aber vielleicht habe ich ja bisher immer nur einjährige Kaninchen gegessen…).

PS: Es dürfte nun sehr schwierig werden, jemanden irgendwann einmal eine Hyäne oder ein Wiesel als Zosse-Posse-Tier zuzuweisen, ohne für heftige Irritation zu sorgen… :-)

Idioten!

Umweltschützer machen derzeit an der australischen Küste unschöne Funde: Immer wieder werden getötete und verstümmelte Stachelrochen entdeckt. Interpretiert werden die traurigen Funde als eine Art «Racheaktion» von Fans des tödlich verunglückten Dokumentarfilmers Steve Irwin.

(Quelle: n24.de)

„Fans“ sollten eigentlich wissen, dass das das Allerletzte wäre, was Irwin sich als Reaktion auf seinen Tod gewünscht hätte…

Crocodile Hunter gestorben

Spiegel.de berichtet heute, dass Steve Irwin, besser bekannt als „Crocodile Hunter“, bei Dreharbeiten von einem Rochen getötet wurde.

Wie ein Augenzeuge sagte, stach der Fisch den 44-Jährigen heute in die Brust, als dieser vor Australiens Nordostküste einen Unterwasser-Film drehte.

Tragisch, aber leider auch vorhersehbar. Wer so mit gefährlichen Tieren umging wie Irwin, dem musste ja irgendwann mal etwas passiert. Es ist allerdings angesichts seiner sonstigen Aktionen mit Krokodilen, Klapperschlangen und Kobras fast schon Ironie, dass ihn ein Stachelrochen getötet hat. Ist dies doch ein Tier, von dem man tödliche Angriffen nicht unbedingt gewohnt ist (vor allem wenn man bedenkt, dass es an Australiens Nordostküste von Haien nur so wimmelt). Allerdings kann offensichtlich auch solch ein Stachelrochen einen Menschen umbringen, wenn er in die Brust sticht – und damit einen Herzstillstand verursacht.

Der kleine braune Hitlerkäfer

Passend zu meinen letzten beiden Beiträgen berichtet die Stuttgarter Zeitung von einem bei rechtsextremen Sammlern äußerst beliebten Insekt.

Sein Name ist ein Fluch: Der „Hitlerkäfer“ Anophtalmus hitleri ist bedroht, weil er wegen seines ungewöhnlichen Namens bei Sammlern stark gefragt ist. Der braune, blinde Höhlenkäfer werde von der Wissenschaft geschmäht und von Neonazis geliebt, berichtet das Magazin „National Geographic Deutschland“ in seiner Septemberausgabe.

Die Zoologische Staatssammlung München ist im Blick auf den Hitlerkäfer schon völlig ausgeräubert, auf Börsen gehen die Käfer für vierstellige Beträge über den Tisch – sind aber glücklicherweise nicht vom Aussterben bedroht. Wie der Käfer zu seinem Namen kam?

Der kleine Braune wurde in den 30er Jahren entdeckt. Er lebt in Höhlen in Slowenien. Der Forscher Oscar Scheibel, ein glühender Anhänger des Deutschen Reichs, benannte den Käfer damals nach seinem Idol. Aus Berlin soll er dafür sogar ein Dankesschreiben erhalten haben. Bei der Namensgebung für neu entdeckte Arten lassen sich Forscher öfter von Menschen des Zeitgeschehens inspirieren: In den USA wurde erst kürzlich ein Schleimpilz fressender Schwammkugelkäfer Agathidium bushi benannt.

Ob der Forscher, der den Schwammkugelkäfer so genannt hat, wohl ein Bushfan war? Und ob George Walker (Das ist übrigens auch eine Käferart, der Walker) sich mit seinem Schleimpilz fressenden Namensvetter wohl identifiziert? Ich weiß es nicht, bin aber auf jeden Fall froh, dass ich bei einem kurzen Check im Internet nur eine Orchideenart, eine Echse sowie eine Zwergpuffotter gefunden habe, die das „schneiderii“ im wissenschaftlichen Namen hat.

Taubenschwänzchen

Taubenschwänzchen

Dieses possierliche Tierchen ist ein Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum), eine Schmetterlingsart, genauer: ein Schwärmer. Diese Tiere kommen jedes Jahr aus dem Mittelmeerraum zu uns, da es im Winter hier für sie zu kalt ist. Sie fliegen ähnlich wie Kolibris an die Blüten und haben eine Flügelfrequenz von ca. 80 Schlägen pro Sekunde. Bei uns im Garten gibt es davon jede Menge, und dort entstand auch das Bild.

Schlange @ AT

In Vorbereitung meiner Zulassungsarbeit habe ich gestern auf gut Glück Bücher in der UB bestellt – und dabei einen wahren Glücksgriff getan. Das Buch „Serpent symbolism in the Old Testament“ habe ich durch Zufall gefunden, und es hat genau das zum Inhalt, was ich gesucht habe. Grandios… Allerdings ist es schon so alt wie ich, aber als Ausgangsbasis ist es genial. Damit kann die 8-Woche-Frist für die Zula beginnen!

Ein natürlicher Bachlauf…

.. ist eine tolle Sache. Besonders, wenn er bei dieser Hitze relativ schattig und dazu noch so abgelegen ist, dass man die jährlichen Besucher an den Händen abzählen kann. Solch einen Bachlauf gibt es bei meiner Oma, und heute habe ich dort ein paar Fotos gemacht.

Seerose im Teich Der Bach Flusskrebs
Frosch Ringelnatter Kohlweißling

Flusskrebs

Zu diesem Bild würde mein ehemaliger Chef etwa folgendes sagen: „Das ist ein europäischer Flußkrebs. Schmeckt übrigens auch sehr gut…“

Der Verrückte mit den Schlangen

Wer bei dieser Überschrift als erstes an mich gedacht hat, der wird jetzt eines Besseren belehrt. Ich bin zwar verrückt, aber der Typ, bei dem ich gestern war, ist echt abgefahren!
Ich war gestern mit einer ehemaligen Mitbewohnerin bei ihrem Tierarzt, der Schlangen hält. Giftschlangen. Ein cooler Typ eigentlich, und zwar so cool, dass er mal locker mit einem Stock bei seinen Schlangen im Käfig rumgestochert hat, damit ich sie richtig sehen kann.
Die erste Schlange, die er mir gezeigt hat, war eine Speikobra (eine tansanianische Unterart, übrigens). Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich nicht einmal eine ungiftige Schlange in so einem, meiner Ansicht nach etwas unsicheren, Terrarium halten würde. So waren z.B. an den Schiebetüren ganz schmale Spalte frei, was bei einer giftspeienden Schlange bei mir für leichte Besorgnis sorgte.
Außerdem hatte er Klapperschlangen, normale Kobras, europäische Hornvipern (häufigste Todesursache bei Schlangenbissen in Europa) und afrikanische Nashornvipern (Eine Puffotternart). Bei diesen Schlangen macht er das Terrarium kurz auf, bei der Grünen Mamba hat nicht mal er es sich getraut, weil die gerade ihre Eier bewacht hat.

Wir hatten danach noch ein längeres Gespräch über verschiedene Schlangenarten, und er war richtig erfreut, dass er mal einen Nicht-Schlangenhalter zu Besuch hatte, dem die ganzen lateinischen Namen trotzdem was sagen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich regelmäßig durch die Tür auf den Boden geschaut habe, ob nicht doch diese Speikobra abgehauen ist… Und wenn ich bei Schlangen unsicher bin, dann heißt das schon was… Erst morgens war ihm ein Jungtier abgehauen, und „sowas passiert ständig…“

Der Besitzer der Schlangen erzählte auch, was ihn schon alles für Schlangen gebissen haben. Er meinte, wenns „donnert“, dann braucht man eben Sauerstoff und Antiallergika, evtl. auch ne Adrenalinspritze – dann überlebt man die meisten Bisse auch ohne Serum… Er hat mir übrigens auch gleich mal ne Puffotter angeboten, die wäre auch für Anfänger geeignet. Na dann!

Nessie vom Neckar

Laut Stuttgarter Zeitung ist in der Nähe von Heidelberg ein etwa 3m langer Python gesichtet worden.

Auf der Jagd nach der Schlange leuchtete die Polizei in der Nacht zum Mittwoch den Neckar und das Ufer mit starken Handscheinwerfern aus – allerdings ohne Erfolg. Möglicherweise liege das Reptil tagsüber zusammengerollt im Schatten, sagte der Sprecher – an Land oder im seichten Wasser. „Und nachts steigt die Schlange ins warme Neckarwasser.“

Die Gefährlichkeit für den Menschen wird gering eingeschätzt, zumindest von allen bis auf die Bildzeitung, die laut Bildblog.de von einer „gefährlichen Würgeschlange“ spricht. Wie bereits von mir bei „Wild Killer Things“ erwähnt, ist 3m gerade so die Grenze, wo eine Schlange kräftig genug ist, einem Menschen über zuzusetzen.
Es bleibt jedoch die Frage, wie gesichert die 3m überhaupt sind. Eine schwimmende Schlange sieht immer länger aus, als sie eigentlich ist und grundsätzlich neigt man ja eher zur Übertreibung.
Ich würde also bedenkenlos am Neckar spazierengehen, einen Pudel oder ähnliches Kleingetier würde ich aber nicht so einfach am Ufer frei laufen lassen…

Drecksaupreis extrem

Unsere Abizeitung war echt lustig, aber manche Artikel waren auch hart an der Grenze. Trotzdem gab es kaum Folgen, zumindest keine wie beim Abi 99 mit der schriflichen Entschuldigungsforderung der „Riesengurke“. Was hätte passieren können, zeigt das Schicksal des Abiturjahrgangs 2006 des Kreis-Gymnasiums in Wesermünde. Auf ihrer Homepage gibt es einen Zeitungsausschnitt der Nordsee-Zeitung vom 15.6., darin heißt es:

Gestern in der sechsten Stunde erfuhren die 88 Schüler ihre Abschlussnoten. Danach verlas der Lehrer, der die Prüfungen koordinierte, die Verfügung der Schulleiterin. Hausverbot, keine feierliche Abschlussfeier, kein Abistreich: Das habe die Rektorin als Strafe ersonnen für Beleidigung und Diffamierung ihrer Person und einiger Kollegiumsmitglieder […]

Naja, da fragt man sich, was denn nur so schlimm sein kann, dass eine Schulleiterin 88 Schüler einfach rausschmeisst?

Der Grund für die scharfe Maßnahme: Es müsse wohl an der zweiseitigen Abhandlung über die Aga-Kröte im Entwurf der Abizeitung gelegen haben […]. Dabei handelt es sich um einen Wikipedia-Text über die real existierende und überaus giftige Kröte, die das Redaktionsteam auf die Schulleiterin ummünzen wollte. Die Verbindung zur Person ergibt sich schon dadurch, dass die Initialen der Schulleiterin den Namen eben dieses amphibischen Tieres ergeben.

Die Schulleiterin wurde als bereits vorher über den Artikel informiert, um eventuelle Bedenken anmelden zu können – und reagierte sofort mit Rausschmiss… Ganz schlechter Stil! Dies meint übrigens auch der Kreisrat und hat Angst um den Ruf der Schule – zurecht.

Ich möchte aber jetzt einfach mal behaupten, dass unsere Abizeitung dies auch gerechtfertigt hätte, denn z.B. der Steri-Artikel ist mindest genausoschlimm. Robert und ich haben ja bereits einmal festgestellt, dass wir für unsere Aktionen heutzutage schon lange von der Schule geflogen wären („Roller roller ratta tatt“ sowie diverse Spielchen wie „019“ etc.), aber wenn heute bereits Artikel über Amphibien reichen – dann darf man ja gar nichts mehr machen!

Ich finde ja, dass unsere Lehrer da wesentlich cooler waren, wenn auch die Aktion der Schulleiterin des Kreis-Gys schon fast wieder witzig ist:

Kommentar eines Schülers: „Die Frau ist vielleicht lustig drauf!“

Biologischer Nachtrag: Armin hat übrigens zur Dezimierung der real existierenden Aga-Kröte einige Ideen, die er momentan in Australien ausprobiert. Vom Morgenstern ist er abgekommen – wegen der Tierschützer… Ich glaube, zur Zeit tendiert er zu Gräben mit Brandkalk!

Gute, Trute, Pythondöner!

Der Zoo von Ankara vermisst ein Tier, und zwar nicht irgendeinen Bären oder ein knuddeliges Löwenbaby, sondern einen 6m langen Python. Im Artikel „Pythonalarm in Ankara“ berichtet Spiegel.de, dass die Schlange anscheinend schon seit dem 10. Juni verschunden ist.

Der Zoo informierte allerdings erst am Montag über den Vorfall. Landwirtschaftsminister Mehdi Eker versuchte danach erst einmal, die Bevölkerung zu beruhigen: Die Schlange sei nicht giftig und fresse nur Mäuse und Kaninchen, versicherte er.

Puhh… was für ein Glück. Keine Gefahr, dass die Schlange Menschen frisst. Allerdings besteht anscheinend die Gefahr, dass Menschen die Schlange fressen:

Ein Kollege aus dem Umweltministerium, Osman Pepe, macht sich hingegen Sorgen, dass der 70 Kilogramm schwere Python im Fleischwolf eines Kebab-Verkäufers gelandet sei: „Ich empfehle, keinen Kebab zu essen, solange die Schlange nicht gefunden ist“, sagte er der Zeitung.

Soll das ein Witz sein? Meint der das ernst? Heißt das etwa, sowas kommt tatsächlich vor?
Es ist anscheinend völlig denkbar, dass ein Python im Fleischwolf landet… nun gut, aber was ist mit Ratten, Krähen, Hunden? Wer Pythons grillt, schreckt doch wohl auch sonst vor nichts zurück!

Ich gebe jetzt einfach mal allen Menschen in Bayern und Österreich einen guten Rat: Solange JJ1, auch bekannt als „Bruno“ der Bär, noch nicht gefangen ist, empfehle ich, auch dort keinen Döner mehr zu essen…

Antibiotika? Hols der Geier…

Vorher kam ein spannender Bericht auf ARD in der Sendung Weltspiegel. Es ging um „das Sterben der Geier“ in Indien, wo Millionen von Geiern in den letzten Jahren an einer mysteriösen Krankheit gestorben sind. Man hat nun herausgefunden, dass ein in der Tiermedizin verwendetes Arzneimittel daran schuld ist: Diclofenac

„Diclofenac wird mehr als alle anderen Medikamente verwendet. Mehr sogar als Antibiotika. Es hilft gegen Vieles – Fieber, Gelenkschmerzen und alle Art von Entzündungen. Deshalb spritzen wir es sehr häufig.“
[…]
Für die Nieren, vor allem aber die Leber der Geier, so fand Dr. Prakash heraus, ist der Pharmacocktail reines Gift. Innerhalb von vier Wochen ist das Ende des Vogels gewiss.

Nun mag sich der ein oder andere fragen, warum denn das mit den Geiern so schlimm ist, schließlich sind es doch häßliche Viecher und ernähren sich von Aas und überhaupt. Leider ist das Problem aber größer, als es auf den ersten Blick scheint. Der Geier ist das „heimliche Wappentier“ Indiens. In einem Land, dessen zu einem Großteil hinduistische Bevölkerung die meisten Tiere als heilig betrachtet und daher weder schlachtet noch sonstwie verwertet, ist ein Aasfresser ein wichtiger Garant gegen herumliegende Tierkadaver und damit für die Gesundheit von Tieren und Menschen.
Auf den Tierfriedhöfen, wo früher tausende von Geiern die abgeladenen Kadaver in Minuten verschwinden ließen, gibt es heute kaum noch Geier. Das verwesende Fleisch wird so nur zu einem Teil von wilden Hunden und Krähen gefressen, die den Job des Geiers übernommen haben. Es gibt dabei nur ein Problem:

Der aber war durch sein Immunsystem vor den tausendfachen Erregern im verwesenden Fleisch geschützt. Hunde und Krähen dagegen tragen sie in Dörfer und Städte.

Im Artikel „Schmerzmittel tötet Geier“ des Abendblattes wird die Veterinärmedizinerin Lindsay Oaks von der Universität Washington zitiert, die den Zusammenhang zwischen Diclofenac und dem Tod der Geier vor einigen Jahren herausgefunden hat:

„Es ist der erste erwiesene Fall, dass ein pharmazeutisches Produkt eine ökologische Katastrophe solchen Ausmaßes verursacht“

Wer nun mit Verweis auf diese Tatsache die Benutzung von Antibiotika oder anderen Produkten bei Tieren abschaffen will, muss dabei aber auch sagen, dass in Indien der Gebrauch von Medikamenten nicht in dem Maße beschränkt ist, wie hier bei uns. Das bedeutet, dass Diclofenac dort wesentlich schneller zum Einsatz kommt und noch dazu in viel höheren Dosen… Trotzdem muss man sich fragen, ob etwas ähnliches nicht auch bei uns passieren könnte.