Ungewöhnliche Fahndung

Das ist AktenzeichenXY ungelöst – the next generation: In den USA haben Fahnder für einen Bankräuber ein Profil bei myspace.com eingerichtet.

Vor allem die Bildkommentare sind witzig, die Polizei will den Bankräuber offensichtlich reizen („Hier raube ich die Bank in Fort Smith aus – ich bin so cool!“).
Vielleicht klappt die Fahndung ja dadurch tatsächlich…

Gute Nachricht

Eine „gute Nachricht“ bekam ich heute vom theglade.com-Provider 1&1/Puretec:

Im Rahmen des „1&1 Performance Boost 2007“ wird mein Paket aufgewertet. Wichtigste Neuerung sind 2 GB Speicherplatz (statt bisher 500 MB) – und die sind bitter nötig, schließlich habe ich davon schon über 400 MB belegt. Mit der neuen Performance, die natürlich auch ein höheres Transfervolumen beinhaltet, steht weiteren (auch umfangreicheren) Videos auf theglade.com nichts mehr im Wege.

Zusätzlich habe ich festgestellt, dass 1und1 auch Blogs auf WordPress-Basis anbietet (inklusive automatischer Updates), wenn ich das früher gemerkt hätte, hätte ich ToLeBlog darüber gemacht und mir den Aktualisierungsstress gespart…

Das Tun der Anderen…

Bild.de hat gerade folgenden Teaser auf der Startseite: Klima-Schutz. Sollen wir Deutsche die Welt alleine retten? Wir sollen nicht mehr in den Urlaub fliegen! Aber die anderen verpesten weiter die Luft.

Der zugehörige Artikel hat die etwas abgeschwächtere Überschrift „Rette ich wirklich die Erde, wenn ich nicht mehr in den Urlaub fliege?“ und darin heißt es:

Umweltexperten und Spitzenpolitiker aller Parteien plädieren für mehr Urlaub in Deutschland – statt Flugreisen in alle Welt. Im Klartext: Wir sollen auf Mallorca verzichten!

Wir sollen auf Mallorca verzichten! Ich lass das mal so stehen, es kann sich jeder selbst überlegen, warum dort Mallorca steht und wer mit „wir“ gemeint ist.

Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens will Billigflüge sogar ganz verbieten lassen! Ein Hin- und Rückflug auf die Kanaren verursache genauso viel Schadstoffe wie ein Jahr Autofahren.

Greenpeace in allen Ehren, aber ich frage mich, wie das gemeint ist. Hat ein kompletter Flug diesen Schadstoffausstoss? Dann muss man ihn natürlich durch die Anzahl der Passagiere teilen. Und wieviele Kilometer Autofahren sind gemeint? Fragen, die Frau Behrens unter Umständen sogar beantwortet hat… aber die hier nirgends auftauchen.

Ganz im Sinne des Teasers werden dann noch Artikel verlinkt, die sich mit den (bösen) Amis, Russen und Chinesen beschäftigen und ihre Umweltsünden anprangert. Es ist natürlich ärgerlich, dass diese den Umweltschutz nicht so ernst nehmen, aber es ist doch ganz offensichtlich falsch, daraus zu schließen, dass die Deutschen weniger Umweltschutz betreiben brauchen.

Die Haltung „die anderen machen es doch auch“ in der Gesellschaft zu schüren, ist grundfalsch. Das andere falsch handeln, darf kein Grund sein, dass man selbst nicht das Richtige tut. Es ist natürlich in diesem konkreten Fall die Frage, was das Richtige ist und wie man blindem Aktionismus vorbeugen kann. Aber der Tenor dieser Berichterstattung über das Klimaproblem bei der Bildzeitung schürt den Trotz gegenüber den Politikern auf Basis des Neids auf andere, die sich weniger Gedanken zur Umwelt machen und damit auch weniger Einschränkungen haben (billiger Sprit etc.). Eine vernünftige(!) Umweltpolitik wird durch solch eine Haltung verhindert.

Theologie in 6 Bildern

Ich hatte heute kurzfristig einen Kreativschub und musste unbedingt etwas zeichnen. Also habe ich mir überlegt, das Lustige mit dem Nützlichen zu verbinden und daraufhin kurzerhand das Projekt „Theologie in 6 Bildern“ erfunden. Ziel ist es, einen bestimmten Sachverhalt (z.B. Lebensläufe wichtiger Personen) in sechs Bildern unterzukriegen (was unter Umständen sehr schwer sein kann).
Erstes Werk ist aus der Rubrik „Kirchengeschichte in 6 Bildern“ bwz. KG6: Das Wichtigste zu Augustin.

Kirchengeschichte in 6 Bildern: Augustin

… und es geht weiter!

Heute habe ich eine Übungsklausur in Kirchengeschichte geschrieben, über den Trinitarischen Streit. Damit sind meine Vorbereitungen in diesem Fach erstmal für weiteres ausgesetzt und ich werde mich einem anderen Fach widmen.

Vorher müssen aber diverse Hochzeitsplanungsangelegenheiten erledigt werden…

Dumping-Profis

Im Blog von Daniel Große habe ich einen Beitrag über das neue Portal der Bildzeitung gefunden: Profis.de.

In der Beschreibung der Seite heißt es:

Auf unserem Online-Marktplatz sind Sie genau richtig, wenn Sie Ihren optimalen Dienstleister finden wollen.

Und der optimale Dienstleister ist nicht etwa der beste, sondern natürlich der billigste, denn Geiz ist geil. Am Besten verdeutlichen lässt sich das mit dem Malergebot, dass auch Daniel Große schon zitiert. Das Angebot von „Michael“ umfasst das Streichen von zwei Räumen in Wischtechnik – angepeilter Preis: 100 € (!). Das alleine wäre schon lustig, aber das wirklich witzige ist die Diskussion, die über den Preis entbrannt ist. Ein Malermeister hat nämlich gefragt, ob der Auftraggeber nicht eine Null vergessen hat. Darauf dieser:

Guten Tag MalerSander, ich frage mich, ob sie noch ganz bei Trost sind. Wenn sie für diesen Auftrag eher 1.000,-€uro als realistisch ansehen, haben sie meines Erachtens auf dieser Seite überhaupt nichts verloren.

Und etwas weiter unten:

Ich poltere nicht los, aber ich bin nicht ihrer Meinung, das gute Qualität zwingend einen hohen Preis erfordert. Ich denke das System der Discounter wie z.B. Aldi zeigt, dass es auch gute Qualität für weniger Geld geben kann.

Richtig. Aber selbst wenn man jetzt annimmt, dass die Qualität von Aldi-Fleisch genauso gut ist wie beim Metzger um die Ecke: Das Discounter-Prinzip ist doch ein völlig anderes System. Die Produkte sind deswegen so billig, weil die Einkaufsmenge so groß ist. Das soll mir mal einer erklären, wie das bei Malerarbeiten funktionieren soll (selbst wenn man das Finanzamt außen vor lässt).

Der Auftraggeber verweist dann noch auf MyHammer.de, wo solche Preise angeblich Standard sind. Dies führt aber zu einem klaren Antwort von Maler Sander:

[…] die Seite My Hammer ist ein Tummel und Spielplatz für Schwarzarbeiter, die auch bei Ihnen nicht für 100,- € eine Wischtechnik ausführen.

Da hat er wohl recht. Aber das interessiert den Auftraggeber wohl kaum, denn schließlich will er ja das optimale Angebot – und das sind 100 €. Darauf kann er aber wohl lange warten…

Ich frage mich, was für Vorstellungen solche Leute haben. Sind die alle von Bildzeitungs-Propaganda wie „Die Abzock-Tricks der Handwerker“ und „Volks-Produkten“ indoktriniert worden?
Man kann doch nicht völlig unwirtschaftlich für Dumpingpreise arbeiten lassen und sich dann aber beschweren, wenn man selbst keine realistischen Preise mehr bekommt oder Arbeitplätze in Billiglohnländer abwandern. Dahinter steckt nämlich genau dieses System, das auf Qualität keinen Wert legt, solange der Preis stimmt. Dass eine solche Denkweise auf Dauer der deutschen Wirtschaft nur schaden kann, ist offensichtlich.

Ich schließe mit den Worten von „mannfuerallefaelle“:

solche sklavenähnlichen und auf schwarzarbeit ausgerichtete angebote, sollten eigentlich bestraft werden.

Intelligente Proteine

Spiegel.de berichtet unter der Überschrift „Darwins Zeugen tragen Giftnesseln“ von neuen Beweis für die Evolutionstheorie:

Doch just dieser Süßwasserpolyp dient den Evolutionsbiologen neuerdings als Kronzeuge gegen die Idee des „Intelligent Design“. Ihr zufolge nämlich sollte es in der Natur kaum möglich sein, durch wenige Mutationsschritte völlig neuartige Proteine mit neuen Merkmalen zu kreieren. Genau diesen Vorgang aber haben Thomas Holstein und Suat Özbek von der Universität Heidelberg zusammen mit einer Gruppe um Sebastian Meier vom Biozentrum Basel im Süßwasserpolypen beobachtet.

Für sie ein „einzigartiger Beweis“, dass die Theorie gleitender evolutionärer Übergänge hin zu neuen komplexen Eigenschaften richtig ist. Bisher hat man solche Übergänge von einem Protein in ein anderes nur durch künstlich eingefügte Mutationen im Reagenzglas herbeigeführt.

Das ist zwar schön für die Evolutionsforscher, leider wird das die Verfechter des „Intelligent Designs“ kaum erschüttern. Im Gegensatz zu den Wissenschaftlern, die die Evolutionstheorie als wahr ansehen, lassen sie sich von offensichtlichen, wissenschaftlichen Ergebnissen wohl nicht überzeugen (sonst wären sie es schon lange). Es bleibt ja die Möglichkeit der Argumentation, dass dieser Wechsel der Proteinstruktur von einem intelligenten Designer so gestaltet wurde – und damit wären wir wieder am Anfang.

Geschichtsunkritische Spezialkräfte

Pünktlich zum Start der neuen SAT1-Serie „GSG 9“ kommen die deutschen Elitetruppen in die Kritik.

Grund ist ein Buch mit dem Titel „Geheime Krieger“, in dem es heißt, dass GSG 9 und KSK eine NS-Spezialeinheit zum Vorbild nehmen würden. Spiegel.de berichtet:

In dem Werk stellt der ehemalige Brigadegeneral Reinhard Günzel das Kommando Spezialkräfte (KSK) und seine Elite-Soldaten in die Tradition der Wehrmachts-Spezialdivision „Brandenburg“. „Die Kommandosoldaten wissen genau, wo ihre Wurzeln liegen“, schreibt Günzel, der bis Ende 2003 Kommandeur des KSK war, das auch in Afghanistan zum Einsatz kam. Die Einsätze der Division „Brandenburg“ gälten „in der Truppe als geradezu legendär“.

[…]

Hans-Peter Bartels, SPD-Abgeordneter im Bundestags-Verteidigungsausschuss, sieht nun möglichen Handlungsbedarf: „Wenn das Bild des KSK, das in dem Buch gezeichnet wird, annähernd richtig wäre, dann gäbe es in den Heeres-Spezialkräften einiges zu korrigieren“, sagte er dem SPIEGEL. Günzels Elite-Kämpfer seien offenbar „voller Dünkel gegenüber der verweichlichten Welt der Zivilisten wie auch gegenüber der Rest-Bundeswehr“.

Wenn die Schlagzeilen nicht so negativ wären, könnte man fast eine PR-Aktion vermuten. Schließlich hat VW mit dem Schlämmerblog vorgemacht, dass virale Werbung tatsächlich funktioniert. Allerdings ist eine NS-Vergleich keine gute Publicity für eine neue Fernsehserie, daher fällt das wohl weg.

Umgekehrt könnte natürlich die Serie ein positiveres Bild der Spezialtruppe vermitteln. Das können die im Moment wohl auch ganz gut gebrauchen…