Der gemeinsame Feind

Bei all den Kämpfen und Streitigkeiten zwischen Hamas und Fatah im Gazastreifen, zwischen (Pro-)Syrern und Libanesen, zwischen Hisbollah und gemäßigten Muslimen, zwischen Schiiten und Muslimen frage ich mich eines: Ist daran wirklich (wie so oft von allen Gruppen behauptet wird) nur Israel schuld?

Ich glaube nicht. Ich vermute, dass die vielpropagierte Ausrottung des Staates Israel an der Lage im Nahen Osten nichts verbessern würde. Es ist sogar wahrscheinlich, dass es die Situation noch verschlimmern würde. Denn das einzige, was Palästinenser, Syrer und Hisbollah, Schiiten und Muslime vereint, ist der Hass auf Israel. Wer würde denn plötzlich die „Schuld“ an den hoffnungslosen Lebensumständen der Menschen übernehmen, wenn es Israel nicht mehr gäbe?

Ich möchte hier keineswegs eine völlig unkritische Bewertung der israelischen Politik abgeben, dort passiert viel (z.B. der Umgang der Soldaten mit den Palästinenser etc), was Unrecht ist. Ich möchte auch nicht über den Anspruch der Israelis auf das Land diskutieren. Aber letztlich ist Israel gar nicht das eigentliche Problem der Palästinenser.

Es geht um Perspektiven. Das ist es, was den Leuten fehlt. Perspektivenlosigkeit gepaart mit einer Überbevölkerung ist das Problem der Palästinenser. Ich habe darüber früher schon mal geschrieben. Natürlich ist daran auch Israel mit schuld, besonders im Gaza-Pferch.
Fehlende Perspektiven führen zu Verzweiflung, und damit zu Verzweiflungstaten wie Selbstmordattentaten. Denn keiner ist so anfällig für religiöse Paradiesversprechungen wie jemand, der in der Hölle wohnt.

Wer den Hexenkessel Palästina beruhigen will, muss den Menschen dort eine Perspektive geben. Muss ihnen die Möglichkeit zu einem ruhigen und zufriedenen Leben geben. Denn zufriedene Menschen bekriegen sich nicht.

Schwaikheimer Fotograf?

Ich wurde von Alex darauf aufmerksam gemacht, dass die Google-Suche nach „Fotograf“ und „Schwaikheim“ 18.900 Treffer ergibt.

Auf Platz 32 ist ToLeBlog, und zwar mit der Kategorie „Nahost“… und zwar nur, weil da mal das Wörtchen Fotograf in einem Beitrag über den Libanon steht. Trotzdem konnte ich 18.877 Treffer hinter mir lassen… da würden mich schon mal die Kriterien von Google interessieren.

Das Qualmerium schlägt zurück

Ich habe gerade zufällig die Listen für die Wahl fürs Studierendenparlament 2007 der Uni Kiel angeschaut (zu finden hier).

Dabei habe ich mit schwer zu beschreibenden Gefühlen (zwischen Irritation, Belustigung und ungläubigem Staunen) festgestellt, dass es auch eine Liste namens „Raucherschutz“ gibt. Noch viel erstaunter und belustigter war ich, als ich bemerkte, dass diese Liste nicht nur von einem Theologen vorgeschlagen wurde, sondern auch noch die Hälfte der Kandidaten Theologie studieren.

Ich bin dann extra mal alle Listen durch auf der Suche nach Studierenden der Theologie bzw. Religionslehre und tatsächlich hat die Liste „Raucherschutz“ die Hälfte aller Theol/Rel-Kandidaten für das StuPa. Nicht dass ich das jetzt schlimm finden würde, aber anderseits frage ich mich, was es für ein Bild auf die Theologiestudenten wirft, wenn die Mehrzahl der Studierenden der CAU den Eindruck bekommt: „die Theologen, das sind doch die vom Raucherschutz“.

Aber das ist Demokratie. Extrem cool hätte ich gefunden, wenn es auch eine Liste „Nichtraucherschutz“ geben würde – und zwar ebenfalls mit 5 Theologen!

Langnese und der Götzendienst

Vor kurzem habe ich die „Sieben Sünden“-Aktion von Langnese erwähnt. In diesem Zusammenhang darf auch die aktuelle Fernsehwerbung für das Produkt „Java“ aus der „Magnum Origin Selection“ nicht unerwähnt bleiben. Dieses angeblich im wahrsten Sinn des Wortes „göttliche“ Produkt mit „36% Cacao“ wird mit dem blasphemisch anmutenden Slogan „Ich bete es an“ beworben.

Auch wenn man die leichtbekleideten Priesterinnen, die fröhlich die Java-Magnums knacken, unberücksichtigt lässt, wirkt der Slogan allein schon etwas befremdlich. Bevor nun die ersten „Götzen!“-Schreier aus ihren Löchern kommen und Langnese wegen Verunglimpfung der Religion oder Blasphemie verklagen, einige Überlegungen zum Verb „anbeten“.

Ich habe auf einer Seite folgende Synonyme für das Wort gefunden:

vergöttern, anhimmeln, bewundern, hochachten, hochschätzen, idealisieren, lieben, schwärmen für, umschwärmen, verehren, achten, ehren, aufsehen zu, anschmachten, huldigen, verherrlichen

Betrachtet man die Liste, fällt auf, dass allerhöchstens 4-5 Synonyme die implizit religiöse Bedeutung von „anbeten“ bestätigen. Das ist natürlich eine geschickte Sache, denn wenn Langnese vorgeworfen wird, religiöse Gefühle zu verletzen, müssen sie sich nur auf die Position zurückziehen, dass „anbeten“ umgangssprachlich im Sinne von bewundern, hochachten oder anschmachten verwendet wird – und das kann man ja wohl auch mit einem Eis.

Ich vermute, dass gewisse Kreise dieses Argument nicht gelten lassen und Langnese Aufruf zum Götzendienst vorwerfen werden (ich sollte mal Idea daraufhin checken). Auch wenn ich persönlich das für übertrieben halte, ein paar gute Ideen hätte ich. Als Motto gegen die Kampagne schlage ich z.B. eine Modifikation von Mt 6,24 vor: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Magnum!“.

Glimmende Strohfeuer

Die Medienwelt lebt wie wir alle wissen von „Skandalen“ und sonstigen aktuellen Aufregern, die punktuell so hochgepuscht werden, dass man von der Flut der Berichte überschwemmt wird. Genauso schnell wie die Medienpräsenz zugenommen hat, so schnell hat sie auch wieder abgenommen.

Wer einschlägige Boulevardmedien wie Bildzeitung oder Magazin-Sendungen auf RTL / Sat1 / Pro7 anschaut, findet kaum noch Berichte über die vor kurzem „wichtigsten“ Themen Deutschlands.

  • Was macht eigentlich Knut? Mit jedem Kilo, das er zunimmt, wird er weniger „süß“ und damit auch weniger interessant. Es bleibt abzuwarten, wann die ersten Knut-Domains wieder zum Verkauf stehen.
  • Man muss schon genauer suchen, wenn man etwas über Max Buskohl erfahren will. Ob Stefan Raab in tatsächlich noch in die Sendung einladen will, wird man sehen… und wenn, dann geschieht das nur zu Werbezwecken für Raabs eigene Castingshow.
  • Ganz dürftig sieht die Berichterstattung über den „berühmtesten Arbeitslosen Deutschlands“, Henrico F. aus. Was der gut organisierte Gegenspieler Becks wohl heute macht? Hat er sich die Haare wieder wachsen lassen?

Das es auch anders geht zeigen Promis wie Paris Hilton oder Britney Spears. Obwohl ihre Geschichten kaum besser sind als die von Knut&Max, schaffen sie es immerhin, konstant in den Medien mit Skandalen, Skandalbeichten oder sonstigem Stuss aufzutauchen. Da erkennt man einfach die Profis…

Politische Themen verlieren auch schnell an Brisanz. Obwohl die Killerspiel-Debatte anscheinend noch immer anhält, muss man die Artikel dazu schon in den Tiefen der Gaming-Szene-Berichterstattung suchen. Damit das Thema wieder auf die Startseiten von Spiegel, Stern & Co. kommt, muss wohl erst wieder etwas passieren. Auch wenn es die Politiker ehrt, dass sie sich noch um das Thema Killerspiele bzw. Komasaufen bemühen (um sich gegen den Vorwurf des Aktionismus zu wehren), so gibt es doch anscheinend inzwischen wesentlich „wichtigere“ (weil aktuellere) Themen. Z.B. die Gesundheit der Deutschen, oder den Klimawandel, oder die Geruchsproben der Globalisierungsgegner.

Jungesellinnenabschied

Sodele wollte mich auch mal wieder zu Wort melden und allen besorgten Mitstreiterinnen sagen: es geht mir (wieder) gut! Ich fand den Abend an sich sogar ziemlich gelungen – ich hätte nur am Ende gerne noch ein bißchen länger mit euch allen gefeiert, nachdem ich meine Aufgaben erfüllt hatte. Naja das hat der Alkohl zwar leider verhindert, fands aber trotzdem schön, dass so viele dabei waren und zum Glück macht man sowas ja nur einmal im Leben (zumindest gehe ich im Moment fest davon aus!!!) – da nimmt man dann auch einen nicht so lustigen Kater am nächsten Tag in Kauf! In diesem Sinne – freu mich schon sehr aufs nächste Wochenende und auf alle die ich dann wieder sehe!

„Ich bin jetzt auch bei ICQ“

Wenn man sich schon die Mühe macht, sein Profil bei ICQ zu füllen, dann kann man zumindest erwarten, dass dieses auch angeschaut wird. Denke ich.

Das ist jedoch anscheinend zuviel verlangt. Regelmäßig bekomme ich Hinweise von irgendwelchen 13jährigen, die mir dann so tolle Nachrichten wie „Hallo Tobi, ich hab dich gefunden!“ schreiben. Wenn ich dann antworte „kenn ich dich?“ schreiben sie meistens sinnvolle Fragen wie „Woher kommst du?“ oder „Wie alt bist du?“. Nicht dass dies alles in meinem Profil steht, das nur einen Klick entfernt ist… nicht dass man das Profil auch anschauen könnte BEVOR man jemandem schreibt, um sich auch sicher zu sein, dass es auch der richtige ist…

Nach meinen freundlichen Hiweisen auf das gelbe i-Symbol reagieren fast alle nicht mehr. Wahrscheinlich ist es ihnen entweder peinlich, dass sie als Computer-Kiddies nichmal ein einfaches ICQ-Programm bedienen können, oder dass „Na, du alter penner, wie gehts?“ tatsächlich doppelt so alt ist wie sie.

Warum man nicht bei 9live anrufen sollte

Von wegen „Isch hau die Kohle raus“! Ich war ja schon immer misstrauisch gegenüber diesen undurchsichtigen, 49 Cent teuren Hot-Button-Abzockespielen. Und anscheinend war dies auch gut so. Wer das folgende oder ähnliche Videos bei Youtube anschaut und danach noch immer bei solchen Spielen mitmacht, ist selbst schuld…

Weitere Informationen gibt es bei Call-in-Tv.de, zum Teil auch mit Beweisvideos, siehe hier.