Das verkannte Rauchverbot

Donnerstag, 2. August 2007 von Tobias

Seit gestern gilt in Gaststätten und öffentlichen Einrichtungen in Baden-Württemberg ein absolutes Rauchverbot – außer in gesonderten Räume oder draußen.

Die Stuttgarter Zeitung berichtet heute unter der Überschrift „Bedrohte Existenzen“ über die Reaktion von Wirten und Gästen.

Hier einige Zitate von empörten Rauchern:

„Was sollen wir uns eigentlich noch alles verbieten lassen“
[…]
„Das ist der größte Betrug am Bürger und ein Einschnitt in meine Persönlichkeitsrechte“, sagt Albert, der seinen Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte. Mit 67 Jahren könne er wohl selbst über sein Leben und seine Gesundheit bestimmen.
[…]
„Mich stört allerdings gewaltig, dass mit dem Gesetz sowohl die Gäste als auch die Unternehmer bevormundet werden“
[…]
„Militante Nichtraucher stören sich an allem: Ich wette, auch am Geruch in der Kirche.“
[…]
„Manche konsumieren Psychopharmaka, andere dopen sich mit Alkohol. Die stigmatisiere ich ja auch nicht“

Ich verstehe ja, dass die Raucher wütend sind, aber ganz offensichtlich haben die meisten gar nicht verstanden, was überhaupt der Sinn dieses Verbots ist.
Denn es geht nicht darum, den Rauchern das Rauchen zu verbieten, sondern primär darum, die Gesundheit der Nichtraucher zu schützen! Also sowohl von anderen Gästen als auch von Wirten, Kellnern etc.

Natürlich bedeutet das, dass die Raucher nicht mehr rauchen dürfen, wo auch Nichtraucher sind. Der Vergleich mit Psychopharmaka oder Alkohol ist jedoch völlig fehl am Platze, da damit keine (zumindest nicht direkt) Unbeteiligte geschädigt werden – beim Rauchen schon.
Es geht also auch nicht um eine Bevormundung, schließlich darf ja jeder zuhause so viel Rauchen wie er will, es ist nur ganz offensichtlich eine Tatsache, dass gewisse „Persönlichkeitsrechte“ dort aufhören, wo andere geschädigt werden. Und das ist beim Passivrauchen der Fall.

Jetzt können die Raucher ja sagen (und tun sie auch), dass die um ihre Gesundheit besorgten Nichtraucher schließlich nicht in die Kneipen kommen müssen, wenn es sie so stört. Das ist jedoch ein Eigentor… denn dasselbe können die Nichtraucher jetzt sagen, wenn Raucher sich über das Verbot in Gaststätten beschweren.

2 Reaktionen zu “Das verkannte Rauchverbot”

  1. stefan

    Meine Antwort auf den „Verbietenvorwurf der Raucher“:
    Warum verbietet man den NR das Atmen?

    Oder:
    kein Raucher wird gezwungen in eine rauchfreie Kneipe zu gehen wenn ihn die gute Luft dort so stört!

    Im übrigen sind es ja nicht die NR die das Rauchverbot erst notwendig machen, sondern die Raucher die den Rauch ja emittieren und nicht mal freiwillig in Zonen oder draussen rauchen wollten.

  2. stefan

    1. Alkoholiker trinkt besoffen im Auto – gibt kein Gesetz dagegen
    2. Trinken im Auto wird verboten – Alkoholiker regt sich auf das seine Persönlichkeitsrechte eingeschränkt werden und es doch auch ohne Verbot geht

Einen Kommentar schreiben