Spaß am Dienstag

Am Wochenende in Kiel kam die Diskussion irgendwie auf „Spaß am Dienstag„. Ihr erinnert euch doch sicher noch daran: Werner und Zini (dieser wild herumfliegende Lichtwurm) moderierten eine Sendung für Kinder, in der verschiedene Serien kamen. Unter anderem erinnere ich mich an Dangermouse und diese Kinderserie mit dem Polizisten Hund („Hund wie Katz'“) „Oh Schreck, das Kind ist weg!“. Jedenfalls war diese Sendung der Vorläufer von ähnlichen Kinderprogrammen wie „Li-La-Launebär“ , „Bim Bam Bino“ auf Kultsender Tele5 und schließlich auch „Disney-Club“ (Mit der Gummibärenbande, Balu und seiner Crew, Ducktales und Chip und Chap, den Rittern des Rechts) oder „Tigerenten-Club“ (den ich allerdings nicht mehr geschaut hab).

Was jetzt eigentlich das Problem ist: ich habe behauptet – und behaupte noch immer-, dass ganz gegen Ende, kurz bevor Spaß am Dienstag aufhörte, die Sendung mittwochs lief. Ich glaube auch nicht, dass es dann „Spaß am Mittwoch“ hieß, sondern meine mich zu erinnern, dass tatsächlich „Spaß am Dienstag“ einige Wochen lang immer am Mittwoch kam.

Kann mir irgendeiner zu diesem Thema ein (positives) Feedback geben? Sonst werde ich mir mein Leben lang darüber den Kopf zerbrechen…

In diesem Sinne: Tschüüüüü-hüüüüüüüüüüüüüüüüü-sssssssss!

Der Held von Iwo Jima

Ich bin ja ein großer Fan von diesen mordernen Kriminalserien, besonders mag ich CSI Miami. Aber auch den J.A.G.-Spinoff Navy CIS finde ich total klasse. Besonders wegen der Figur des Gibbs (ich mag auch Horatio von CSI Miami).

Heute kam die beste NCIS-Folge, die ich bisher gesehen habe. Es ging um einen alten Kriegsveteran aus dem 2. Weltkrieg, der seinen besten Freund umgebracht haben soll. Eine ruhige und sehr intensive Folge mit einem versöhnlichen Schluß zwischen früheren Feinden. Falls jemand mal die Gelegenheit hat, sie zu sehen: Staffel 2, Folge 7, „Der Held von Iwo Jima“.

Antibiotika? Hols der Geier…

Vorher kam ein spannender Bericht auf ARD in der Sendung Weltspiegel. Es ging um „das Sterben der Geier“ in Indien, wo Millionen von Geiern in den letzten Jahren an einer mysteriösen Krankheit gestorben sind. Man hat nun herausgefunden, dass ein in der Tiermedizin verwendetes Arzneimittel daran schuld ist: Diclofenac

„Diclofenac wird mehr als alle anderen Medikamente verwendet. Mehr sogar als Antibiotika. Es hilft gegen Vieles – Fieber, Gelenkschmerzen und alle Art von Entzündungen. Deshalb spritzen wir es sehr häufig.“
[…]
Für die Nieren, vor allem aber die Leber der Geier, so fand Dr. Prakash heraus, ist der Pharmacocktail reines Gift. Innerhalb von vier Wochen ist das Ende des Vogels gewiss.

Nun mag sich der ein oder andere fragen, warum denn das mit den Geiern so schlimm ist, schließlich sind es doch häßliche Viecher und ernähren sich von Aas und überhaupt. Leider ist das Problem aber größer, als es auf den ersten Blick scheint. Der Geier ist das „heimliche Wappentier“ Indiens. In einem Land, dessen zu einem Großteil hinduistische Bevölkerung die meisten Tiere als heilig betrachtet und daher weder schlachtet noch sonstwie verwertet, ist ein Aasfresser ein wichtiger Garant gegen herumliegende Tierkadaver und damit für die Gesundheit von Tieren und Menschen.
Auf den Tierfriedhöfen, wo früher tausende von Geiern die abgeladenen Kadaver in Minuten verschwinden ließen, gibt es heute kaum noch Geier. Das verwesende Fleisch wird so nur zu einem Teil von wilden Hunden und Krähen gefressen, die den Job des Geiers übernommen haben. Es gibt dabei nur ein Problem:

Der aber war durch sein Immunsystem vor den tausendfachen Erregern im verwesenden Fleisch geschützt. Hunde und Krähen dagegen tragen sie in Dörfer und Städte.

Im Artikel „Schmerzmittel tötet Geier“ des Abendblattes wird die Veterinärmedizinerin Lindsay Oaks von der Universität Washington zitiert, die den Zusammenhang zwischen Diclofenac und dem Tod der Geier vor einigen Jahren herausgefunden hat:

„Es ist der erste erwiesene Fall, dass ein pharmazeutisches Produkt eine ökologische Katastrophe solchen Ausmaßes verursacht“

Wer nun mit Verweis auf diese Tatsache die Benutzung von Antibiotika oder anderen Produkten bei Tieren abschaffen will, muss dabei aber auch sagen, dass in Indien der Gebrauch von Medikamenten nicht in dem Maße beschränkt ist, wie hier bei uns. Das bedeutet, dass Diclofenac dort wesentlich schneller zum Einsatz kommt und noch dazu in viel höheren Dosen… Trotzdem muss man sich fragen, ob etwas ähnliches nicht auch bei uns passieren könnte.

„Das Sakrileg“ oder der Umgang mit Kritik

Der Film läuft am Donnerstag an und alle Welt redet sich den Mund darüber fusselig. Soweit ich gehört habe, ist der Film längst nicht so gut wie das Buch und auch ansonsten eher schlecht (sagten die in Cannes zumindest). Heute habe ich allerdings schon wieder einen dreiseitigen Bericht in IDEA gelesen, wo wieder jeder einzelne der „Anschuldigungspunkte“ auseinandergenommen wurde. Mal abgesehen davon, dass ich es für völlig irrelevant für Christologie, Soteriologie und Eschatologie halte, ob Jesus nun Kinder hatte oder nicht – soooo neu ist das als Thema im Kinofilm nicht. Ich darf hier an den derb schwarzhumorigen Film „Dogma“ erinnern, in dem ebenfalls der „letzte Nachkomme“ (auch eine Frau!) Jesu Christi auftaucht. Darüber habe ich allerdings noch NIE irgendwo was gelesen… Wenn die katholische Kirche sich nicht so über Sakrileg aufregen würde, würden sich für den Film kaum Leute interessieren, aber so… Selbst schuld!
IDEA zieht wenigstens den vernünftigen Schluss, dass der Film immerhin Anlaß gibt, über Inhalte des Christentums zu reden. Und das mit Leuten, die das ansonsten sicherlich niemals tun würden. Ich werde mir den Film auf jeden Fall anschauen, egal ob die Christen in Indien zum Boykott aufrufen.

Zum Thema Film noch was: Ich habe heute „Königreich der Himmel“ angeschaut, den Film über die Kreuzzüge. Ich fand ihn gut, unter anderem war aber auch in diesem Film eine Kritik an der Kirche nicht von der Hand zu weisen. Was heißt Kritik an der Kirche – Kritik an Religion überhaupt und an den Absolutheitsansprüchen von Juden, Christen und Muslimen auf Zion/Jerusalem/al-Quds als ihre Heilige Stätte. Der beste Dialog fand am Schluss statt, als Saladin mit dem Helden über die Übergabe Jerusalems verhandelte.

„Ich brenne Jerusalem nieder mit allen heiligen Stätten!“

Saladin: „Ich frage mich, ob das nicht das Beste wäre…“

Und etwas später, die beste Antwort auf den Grund für die Streitereien um Jerusalem, die ich je gehört habe:

„Was ist Jerusalem wert?“

Saladin: „Nichts….“ und nach ein paar Schritten „Alles!“

„Und was für ein schöner Name: Reno…“ „… und Gomorrha!“

Heute kam mal wieder Sister Act – ein Klassiker. Ich habe ihn zwar schon tausend Mal gesehen und deshalb nur immer wieder reingezappt, aber es war trotzdem extrem lustig. Weniger lustig ist, dass inzwischen jeder Chor schon mal Sister Act gespielt hat. Die Lieder wären ja noch ok, aber wenn das nächste Mal ein Chor wieder als Nonnen verkleidet mit Kerzen durch die Kirche zieht, dann krieg ich die Krise … ich hab das jetzt mindestens schon 7x miterlebt.

Was noch großartiger als Sister Act war: es kam außerdem „Die unglaubliche Reise im verrückten Flugzeug„. Auch wenn ich Lena damit nur mäßig begeistern konnte, dieser Film ist einer der lustigsten überhaupt. Da ich ihn schon lange mal mit Armin anschauen wollte, aber es nie geklappt hat (weil es ihn in Videotheken nicht mehr gibt), habe ich jetzt beide Filme (auch den zweiten Teil im Raumschiff) im Internet bestellt. Wenn er dann wieder da ist, können wir beide Klassiker anschauen – natürlich bei einem leckeren Fischgericht…

Ich hoffe, folgenden Dialog wird es dann zwischen uns nicht geben:

„… i muaß glei‘ spei’n.“ „Wos muaßt?“ „Spei’n muaß i!“

Der Dr. ist im House

Gestern abend startete die schon länger angekündigte Serie „Dr. House“ auf RTL. Die Serie ist eigentlich recht gut, auch die Idee, einen Arzt Detektivarbeit leisten zu lassen, um die Ursache für eine Krankheit zu finden, ist zumindest neu. Ich erinnere mich an die Anfänge von Emergency Room und wie danach die Krankenhaus-Serien boomten, der Gipfel war dann diese Ärzte-Comedy Scrubs sowie „Grey’s Anatomy“ – das ich zugegebener Maßen noch nicht einmal gesehen habe. „Diagnose Mord“, CSI etc. fand ich dagegen immer toll, und diese Linie trifft sich jetzt mehr oder weniger mit ER.

Allerdings kommt etwas hinzu, die seltsame Persönlichkeit der Hauptfigur. Scrubs soll ja Comedy sein, was meines Erachtens Schwachsinn ist, weil man mit Krankenhäusern keine Comedy machen sollte – das will doch keiner sehen, was die Ärzte alles verbocken, und wenn, dann nur um sich über die Ärzte aufzuregen (die jetzt ja auch noch mehr Geld wollen etc… aber das ist Stammtischgeschwätz).

Dr. House ist keine Comedy, zumindest nicht im eigentlichen Sinn. Die Hauptfigur ist auf den ersten Blick in seinem zwischenmenschlichen Verhalten ein Arschloch. Er mag seine Patienten eigentlich nicht und will sie auch gar nicht kennen lernen, es geht ihm um die Krankheit – die will er besiegen, und das kann er auch besser als jeder andere. Wenn er auf Patienten trifft, redet er nicht um den heißen Brei herum und schont sie in keinster Weise (vor allem nicht die, die eigentlich gar nicht krank sind).

Nach der Sendung habe ich mich gefragt, was diese Serie eigentlich über Ärzte aussagt. Sind richtig gute Ärzte automatisch EQ-Nullen? Ist ein George Clooney aus ER überhaupt realistisch? Oder warum sind Hauptdarsteller in Serien so oft geniale Gestörte (vor Dr. House kam „Monk“, ein brillianter aber neurotischer Detektiv)?

Oder ist das alles nur ein schlauer Schachzug der Serien-Erfinder: Das einfache Volk findet die Serien gut, weil da Gestörte auf den Putz hauen und das lustig ist (man denke an den großartigen Sledge Hammer) und die Intellektuellen verstehen die Ironie und den Sarkasmus und erfreuen sich an den intelligenten Plots. Bestes Beispiel dafür wären übrigens die Simpsons!

Google Earth deckt auf…

Ist eigentlich schon mal jemand aufgefallen, dass das Tübinger Theologicum von oben aussieht wie das Raumschiff Enterprise (Modell D)?

Wenn ihr mir nicht glaubt, schaut mal auf auf dieser Seite nach… oder geht mit dem Mauszeiger auf das Bild!

Carolin Kebekus vs. Tokio Hotel

Wie ich gerade im Fernsehen bei Explosiv erfahren habe, gibt es zur Zeit eine Serie namens „Tokyo Motel“ bei den RTL Freitag Nacht News. Im Beitrag wurden Mädchen gezeigt, die sich furchtbar darüber aufregen, dass man sich über ihre Idole („BIIIILLLLLL, BIIIILLLLL“) lustig macht. Ich habe mal etwas gestöbert und im Forum der Freitag Nacht News Kommentare wie den folgenden gefunden:

Ich hasse Carolin Kebekus so eine wie die kann bill nicht das wasser reichen
die meint die wäre so toll wo denn diese SCH….. Ich Hsse Die
TH FOREVER

Anscheinend gibt es so ähnliche Beiträge auch im Gästebuch von Carolin Kebekus (Übrigens finde ich ihre Farbwahl für die Homepage völlig daneben, aber darum gehts jetzt nicht), wobei Leute ihr sogar gedroht haben sollen.

Jetzt mal abgesehen von der völlig katastrophalen Rechtschreibung – aber auch mit halbwegs korrektem Deutsch würden sich die Fans doch dabei völlig lächerlich machen! Fairerweise muss man zugeben, dass auch die Antifans ähnlich beleidigend vorgehen. Das Ganze bringt uns also zu bereits vielfach erwähnten Problem der Degenerierung der Gesellschaft zurück – und zu den Kindern und der Bildung, der Verantwortung, der Vernunft, dem Umgang mit Kritik und was sonst noch dazugehört.

Vermutlich sind die Jungs von Tokio Hotel sogar froh, dass sie dadurch im Gespräch sind, aber soweit denken die Fans ja auch nicht…

Die 10 Gebote

An Ostern kam auch die Neuverfilmung des alten Klassikers „Die 10 Gebote“. Ich habe zwar nur einen kleinen Teil gesehen, aber der hat mir gereicht. Größter Unterschied zum Klassiker ist die größere Realitätsnähe, die schon fast übertrieben ist. Hier ein paar positive und negative Beispiele:

Der Durchzug durchs Schilfmeer. Man erinnere sich an das Original, wo alles flach und trocken ist. In der Neufassung steht Mose an riesigen Klippen und das Volk läuft durch ein unterirdisches Gebirge… und die Wasserwände sind riesig.

Im Gegensatz zum Original wurde viel mehr über den „Alltag“ in der Wüste gezeigt, mit zwischenmenschlichen Problemen (Ehebruch, Mord), die aufzeigen sollen, warum es die 10 Gebote gebraucht hat. Die Wanderung des Volkes wird auch besser dargestellt, es ziehen einzelne Gruppen verteilt und nicht eine große Karawane.

Wie schon im Original stimmen die Zeichen auf den Tafeln der 10 Gebote, es ist althebräische Schrift. Der goldene Stier ist jedoch wesentlich realistischer dargestellt, so könnte ein in der Wüste angefertigtes Götzenbild ausgesehen haben.

Neuerdings brauchen Historienfilme auch Darstellungen von riesigen Schlachten. Die Neuverfilmung steht dem in nichts nach, ständig wird geschlachtet und abgeschlachtet. Am deutlichsten wird dies an folgender Stelle nach der Rückkehr Moses vom Sinai:

Exodus 32:26 trat er in das Tor des Lagers und rief: Her zu mir, wer dem HERRN angehört! Da sammelten sich zu ihm alle Söhne Levi. 27 Und er sprach zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Ein jeder gürte sein Schwert um die Lenden und gehe durch das Lager hin und her von einem Tor zum andern und erschlage seinen Bruder, Freund und Nächsten. 28 Die Söhne Levi taten, wie ihnen Mose gesagt hatte; und es fielen an dem Tage vom Volk dreitausend Mann.

Dies wird äußerst realistisch dargestellt, unter anderem wird gezeigt, wie Kinder und Frauen umgebracht werden. Ob das wirklich nötig gewesen wäre? Im Original hat man die Geschichte mit der Rotte Korach, die in den Felsspalt fällt, an dieser Stelle eingebaut… Auch brutal, aber nicht so blutig.

Fazit nach etwa 30min: Wenn, dann schaue ich das Original an, das kann man auch mal Konfirmanden zeigen. Wie es tatsächlich war, muss ich nicht unbedingt gesehen haben – siehe Passion Christi.

Es ging um die Eier…

.. in der Wiederholung der großen SAT.1-Ostershow mit Balder und von Sinnen. Ich hab mir die Sendung heute so zwischen dem Eierfärben angeschaut und fand sie vom Prinzip her gar nicht so übel. Die Idee mit dem Promiwettkochen fand ich schon bei diesem Grillevent eigentlich ganz witzig. Ich habe von einer „Oster“-Show allerdings etwas mehr erwartet, schließlich ist es ein christliches Fest und wichtiger als Weihnachten. Stattdessen kommen zweifelhafte Kommentare. Hella von Sinnen regt sich darüber auf, dass man an Ostern die armen, kleinen Lämmer isst, die doch noch groß werden sollen – sagt aber nicht warum. Weil, dann hätte man ja womöglich den Namen Jesus Christus in den Mund nehmen müssen – und wer will das schon öffentlich im Fernsehen!

Etwas später fragt Herr Balder, warum man denn am Karfreitag Fisch isst und antwortet gleich selbst, weil man kein Tier „des Himmels und der Erde“ essen will. Das stimmt zwar, aber nur zur Hälfte (siehe theology.de). Dann der Brüller: Hella fragt (zurecht!), dass es doch da auch diese Fische an den Heckscheiben der Autos gibt, ob die damit irgendwie zusammenhängen. Balder: „Nein, das sieht nur aus wie ein Fisch, das ist Werbung für Sylt…“. Aha!

Seltsam, dass man zwar ne Ostershow produziert, aber die christlichen Hintergründe nur am Rande erwähnt, oder gar lächerlich macht. Aber mit Ostern selbst Kohle machen! Ich bin der provozierenden Meinung, wer aus der Kirche ausgetreten ist und nicht an Jesus Christus glaubt, der darf Ostern auch nicht feiern, geschweigedenn damit Geld verdienen! So! Bitter, dass wir inzwischen so weit sind, dass (vermutlich unter dem Deckmantel der „Toleranz“ gegenüber Nichtchristen, oder aus Angst vor dem Quoten-Zorn der Atheisten) in einer Show über Ostern von Kreuz und Auferstehung nicht mehr die Rede ist… Aber es ging ja auch nur „um die Eier“ – die außerdem früher nur rot bemalt waren, als Erinnerung an das Blut Christi, aber das hat natürlich auch niemand erzählt…

Original vs. Übersetzung oder warum ich DVDs kaufe

Ich hab mir heute King Kong angeschaut und möchte dies zum Anlass nehmen, zu erklären, warum ich mir DVDs nicht brenne sondern kaufe. Es hat eigentlich einen ganz einfachen Grund: Ich will sie auch im Original anschauen können. Warum? Nun ja, weil die Übersetzungen der meisten Kinofilme oft Probleme mit sich bringen:

  1. Es fängt schon beim Titel an. Aktuelles Beispiel ist „Ice Age 2 – jetzt taut’s“. Im Original heißt es „the meltdown“. Mal abgesehen, dass bei beiden Titeln klar sein dürfte, um was es geht, geht die Übersetzung dennoch etwas am Original vorbei. Meltdown heißt eigentlich Ein- oder Niederschmelzen und kommt aus dem Bereich der Stahlverarbeitung (Quelle: LEO.org). Man hätte ja im Deutschen zumindest ein Wortspiel mit dem Verb „abtauen“ machen können…
  2. Es können zentrale Sätze im Film ihre Wirkung verlieren. Am Ende von King Kong heißt es in der deutschen Version: „Schönheit hat das Biest zerstört“, im Original „it was beauty that killed the beast“. Nun ja, beauty heißt Schönheit, ist hier aber doppeldeutig. Es bezieht sich einerseits auf den wunderschönen Sonnenaufgang, den King Kong mit der Frau anschaut – denn deshalb ist er ja auf den Wolkenkratzer gestiegen anstatt abzuhauen. Davon konnte der Sprecher des Satzes aber gar nichts wissen, für ihn war es ein Wortspiel mit „the Beauty and the Beast“, also im Deutschen „der Schönen und dem Biest“. Natürlich wird Schönheit gelegentlich auch als Bezeichnung für eine Frau verwendet, das ist aber in diesem Zusammenhang nicht offensichtlich.
  3. Am Schlimmsten ist es aber, wenn man Filme gar nicht richtig kapiert, weil die Übersetzung es nicht zulässt. So geschehen bei „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“. Während des ganzen Films sagt die Hauptfigur, also Monsieur Ibrahim: „Ich weiß, was in meinem Koran steht“. In der vorletzten Einstellung findet dann der kleine Junge getrocknete Blumen im Koran Ibrahims. Man fragt sich, was denn die Blumen jetzt eigentlich mit dem Film zu tun haben. Bis man sich die französische Originalversion anschaut, dort heißt es nämlich „je sais ce qu’il y a dans mon Coran.“ Aha, sagt der des Französischen Mächtige. Die Übersetzung davon lautet nämlich „ich weiß, was in meinem Koran ist„, weil man das im Französischen nämlich so sagen kann. Dh., während man die ganze Zeit denkt, er redet von der Schrift, meint er eigentlich die Blumen. Aus dem Deutschen kann man dies aber nicht erschließen… Schade. Und wer jetzt sagt, das ist nicht übersetzbar – man hätte ja auch z.B. sagen können „ich kenne den Inhalt meines Korans“, das käme der ganzen Sache zumindest näher.

Also, ich kann jedem nur raten, Filme auch mal im Original anzuschauen – dann sind sie oft viel besser und vor allem Zeichentrickfilme wie „Ice Age“ oder „Findet Nemo“ noch viel lustiger. Ein kleiner Tipp bei Verständnisschwierigkeiten: Einfach zusätzlich die englischen(!) Untertitel einschalten – dann kommt man auch bei Eddie Murphy noch mit.

Reinklicken und Schulglocke

Mal wieder zwei Dinge aus der bunten Fernsehwelt:

Gestern fiel es mir bei Galileo mal wieder auf, es hieß am Ende „klicken sie doch mal bei pro7.de rein„. Wie müssen wir uns das vorstellen? Also wenn ich meine Browser öffne, komme ich nur auf Pro7 wenn ich in die Adresszeile www.pro7.de eingebe… außer natürlich, ich hätte es in meinen Favoriten. Oder ist damit gemeint, ich soll auf die Seite gehen und dann wild in der Gegend herumklicken… aber wo rein?  Also, ich besuche ja gerne eine Webseite, oder komme vorbei, oder gehe drauf, oder schaue drauf, aber reinklicken? Das wird aber ganz häufig gesagt, die Frage ist, warum? Ich habe recherchiert, und tatsächlich wurde „reinklicken“ bereits 2000 in den Duden aufgenommen (siehe heise.de). Das erklärt zumindest, warum es das Wort überhaupt gibt, ob es sinnvoll ist, ist dadurch noch nicht erklärt. Ich behaupte auch einfach, dass „Jahr-2000-fähig“ heute ein 14-jähriger überhaupt nicht mehr versteht. Und wozu brauchen wir überhaupt das Wort „highlighten“? Ich werde auf jeden Fall auch weiterhin nicht auf Pro7 reinklicken.

Das zweite fiel mir gestern bei einem Film zum wiederholten Male auf. Folgende Szene: Man sieht einen menschenleeren Schulhof und ein großes Schulgebäude. Dann plötzlich ein schrilles Läuten der Schulglocke und wie auf Kommando stürmen hunderte von brüllenden Schülern mit dem Klingeln aus der Schule. Wie soll das den gehen? Sammeln die sich während der letzten Stunde alle schon im Flur? Lassen die Lehrer die Schüler bereits 10min früher ihre Schulsachen zusammenpacken? Ich habe es in meiner Schulzeit nie geschafft, mit meiner Schulklasse im Pulk während der Schulglocke das Gebäude zu verlassen. Vielleicht ist das in Amerika ja anders, aber ich bezweifle es. Ich möchte mal einen Film sehen, in dem die Schulglocke läutet, und dann nach 1-2 Minuten die ersten Schüler aus der Schule tröpfeln…

Deutschland, deine Fernsehshows…

Im Blick auf meinen letzten Kommentar zu Lotta fielen mir heute abend beim Zappen durch den Fernsehsumpf weitere erwähnenswerte Sendungen auf:
1. Exklusiv, die Reportage (RTL II). In der Sendung ging es um verschiedene Sorten von Sparern. Der erste Typ, ein Student, war ein sogenannter „Freeganer“, er zieht über die Märkte und fragt nach Produkten, die weggeworfen werden und die er dann mitnimmt. Er will damit ein Zeichen gegen die Überflussgesellschaft setzen. Find ich prinzipiell gut, dasn Modell gibts aber schon, nennt sich „Tafeln“… und diese Leute brauchens wirklich. Der zweite Typ sammelte Schrott und verkaufte ihn – Alteisen bringt Geld, hat der CVJM auch schon vor 30 Jahren gemacht. Die letzte Frau verbringt den halben Tag damit, Prospekte mit Sonderangeboten zu wälzen um genau zu wissen, was sie wann wo kaufen muss, damit sie ein paar Cent spart. Das wäre jetzt an sich noch nicht schlimm, aber sie hat auch beschrieben, wie sie „richtig spart“. Sie bringt Dinge mit kleinen Schäden kurz vor Ablauf der Garantie zurück und sucht sich dann billigere Austauschprodukte um noch Geld rauszukriegen. Ich möchte ja nicht bestreiten, dass die wirtschaftliche Lage von vielen Leuten sie dazu zwingt, sehr sparsam zu sein, aber bewirken SOLCHE AKtion nicht, dass die wirtschaftliche Gesamtsituation NOCH schlechter wird – und damit einen Teufelskreis? Konkret: Wenn die Frau nach einem halben Jahr einen leicht abgewetzten Rucksack zurückbringt, umtauscht und noch Geld rausbekommt – macht der Laden Verlust. Um das auszugleichen wird alles andere teurer (oder die Löhne billiger)…
2. TV Total (Pro7). Stefan Raab hat nichts zu Ute Vogts Orgasmuslüge gesagt (siehe Bildzeitung) – ich war bitter enttäuscht…
3. Rent a pocher (Pro7). Oli Pocher und Elton haben sich in einem Selbstversuch total besoffen und sind dann Fahrrad gefahren. Auch wenn es eigentlich NICHT witzig ist, wenn Leute sich sinnlos betrinken, muss ich zugeben, dass es dennoch einen gewissen Unterhaltungswert hatte. Passend zu diesem Thema ist
4. Taff (Pro7) von gestern, kam auch überall im Radio: Alkoholkonsum unter Frauen nimmt zu, britische Mädchen trinken sogar locker die Jungs unter den Tisch. Spontan fiel mir ein, dass ich in Kiel einige Frauen kenne, die die Engländerinnen locker schlagen könnten. Angeblich hätten viele junge Engländerinnen inzwischen Leberwerte wie alte Frauen – auch da würde ich einige mir bekannte Personen hinzuzählen, bei denen vermutlich auch die Gehirnzellen schon sehr gelitten haben… Entweder die Engländerinnen sind wirklich so schlimm, oder die Studie hat die falschen Leute befragt.

Übrigens, ich bin Lotta…

Ihr habt sicher auch schon die 1000fach gekommene „Lotta in Love“-Vorschau gesehen. Sie wird seit Wochen auf Pro7 täglich die ganze Zeit gesendet, dabei hat die neue „Telenovela“ noch nicht mal angefangen… und trotzdem weiß jeder schon, um was es geht! Also ich kann diese Lotta jetzt schon nicht mehr leiden, dabei gehts nächste Woche erst richtig los.

Und warum überhaupt eine neue Serie auf Pro7? Weil „Verliebt in Berlin“ so erfolgreich war und jetzt jeder Sender auch so eine tolle „Telenovela“ will… damit das Zeug bald keiner mehr sehen kann (im Prinzip ist es auch nur eine Soap unter anderem Namen). Und wie kreativ die Macher waren: „Lotta in Love“, also „Lotta verliebt“ als Kopie von „Verliebt in Berlin“ – ui, da haben sie sich wirklich was einfallen lassen! Wie ich heute gesehen habe, gibts sogar eine Promo-Tour mit Doubles – wegen einer Fernsehserie!!!! Man stelle sich mal vor, ein Else-Kling-Double würde auf Lindenstraße-Promo durch die Welt fahren und z.B. in Hamburg Autogramme verteilen…

Ich hoffe Lotta wird ein Flop! Ich kanns jetzt schon nicht mehr sehen….