Geldmacherei mit Exgeisel

Da ich mich in keiner Weise an dieser unmoralischen bis menschenverachtenden Medienkampagne beteiligen möchte, werde ich auch den Namen nicht in mein Blog schreiben.
Ich möchte allerdings auf ein Interview der taz mit dem Psychanalytiker Erwin Sonderbrügge („Friede Springer ist pervers!„) verweisen, in dem es um die Machenschaften der sensationsgeilen Medien, insbesondere der Bildzeitung geht (Achtung: Satire!).
Es grenzt schon an Beleidigung, ist aber trotzdem lustig zu lesen. Hier ein Auszug:

Wie würden Sie Friede Springer, Kai Diekmann und Mathias Döpfner, den Chef des Springerkonzerns, therapieren?

Pffffff … (Kratzt sich am Kopf und schweigt ratlos.)

Wäre es aus Ihrer Sicht gescheiter, alle drei untherapiert wegzusperren?

Gebrochen werden müsste auf jeden Fall ihr fester Wille, aus dem Munde und dem Unterleib einer Exgeisel profitable Schlagzeilen zu schlürfen. Nach zehn bis fünfzehn Jahren Zwangsarbeit in einem Salzbergwerk wäre das Trio möglicherweise reif für eine erste behutsame Analyse seiner deformierten Psyche. Aber das ist reine Spekulation.

Bild und die Eisbären

Im Zoo von Bremerhaven haben zwei Eisbären ihren Pfleger angefallen und schwer verletzt (Bild.de berichtete), und heute meldet Bild.de nun, dass die Eisbären nicht getötet werden sollen. Aber offensichtlich sind sich die Bild-Autoren über die Verwendung des Wortes „zerfleischen“ nicht ganz im Klaren:

Sie zerfleischten ihren Lieblingspfleger (Kleine Überschrift)
Gnade für die bissigen Bären (Große Überschrift)

Bremerhaven – Sie haben fast ihren Pfleger zerfleischt – und trotzdem dürfen die gefährlichen Bremerhavener Eisbären weiterleben.

Als Verletzungen des Mannes werden in den Artikeln unter anderem Rippenbrüche, stark blutende Bisse und Schnittwunden sowie ein Lungenkollaps angegeben. Bei Wissen.de wird die Bedeutung von „zerfleischen“ mit „durch Bisse, mit den Zähnen zerreißen“ angegeben. „Durch Bisse“ und „mit Zähnen“ stimmt also, aber „zerreißen?“.

Als ich die Überschrift zum ersten Mal las, dachte ich bei „zerfleischen“ spontan daran, dass der Pfleger auf jeden Fall gestorben sein muss. Er war aber für die Eisbären keine Beute, sondern sie wollten spielen – zu seinem Glück. Von daher hatten sie auch kein Interesse, ihn zu zerfleischen um ihn aufzufressen.

Der Gebrauch des Wortes macht die Tiere jedoch beim Lesen der Schlagzeile sofort zu wilden Bestien, und das ist beabsichtigt. Es ist einfach wesentlich dramatischer und (zer-)reißerischer als „Pfleger wird von Eisbären schwer verletzt“…

Ärger in der UB

Ich war heute mal wieder auf Literaturrecherche in der Universitätsbibliothek, die ich inzwischen schon ziemlich gut kennengelernt habe. Nach einigem Stöbern fand ich auch das gewünschte Buch (Eine Schlangen-Enzyklopädie) und machte mich frohen Mutes auf zum Kopierer.
Dort stellte ich dann fest, dass irgendeine Kanalratte ein paar Seiten (etwa acht) aus dem Buch herausgerissen hat. Nun ja, nicht sonderlich schlimm – außer, es sind genau diese Seiten, die man braucht! Und so war es auch…

Ich hab den Umstand natürlich sofort gemeldet und hoffe, dass die Bibliotheksverwaltung irgendwie Kopien von den fehlenden Seiten organisiert. Das hoffe ich vor allem für andere, die das Buch mal brauchen. Denn nach einer genauen Betrachtung kam ich zu dem Schluss, dass vermutlich das, was ich gesucht hatte, nicht in auf den Seiten zu finden gewesen wäre… Das ganze Ding war viel zu oberflächlich und pseudowissenschaftlich!

Gammelfleisch ade

Wer ein paar nützliche Hinweise haben möchte, wie man schlechten Lebensmitteln entgeht, sollte sich die Tipps von RTL.de anschauen: „So dem Gammelfleisch entgehen„. Endlich ein vernünftiger Umgang mit dem Thema und nicht Bild-mäßiges „Hilfe! Wer schützt uns vor dem Ekelfleisch!“-Gejammer und Beschuldigungen von Regierung, Fleischmafia und anderen.
Jeder hat selbst in der Hand, was er für Produkte kauft. Und wer billig einkaufen möchte, riskiert dabei eben schlechtere Qualität. So auch gleich Tipp 1 von RTL:

Verabschieden Sie sich von der Devise: „Geiz ist geil“. Erheben Sie stattdessen „weniger ist mehr“ zu ihrem Motto. Lebensmittel, vor allem Fleisch, wird immer „billiger“ produziert, weil immer mehr davon verbraucht wird. Besser ist es, nur ab und zu Fleisch zu essen, dafür aber hochwertiges Fleisch zu kaufen.

Ich bin mir zwar nicht sicher, ob tatsächlich MEHR davon verbraucht wird, oder ob der Preiskampf deswegen stattfindet, weil eben WENIGER davon gekauft wird. Aber im Prinzip ist das ja auch egal, es geht schließlich nur darum, dass Qualität ihren Preis hat.

Und wenn wir mal ehrlich sind: das Fleisch vom Metzger ist meistens sowieso besser als das aus dem Supermarkt, selbst wenn dieses „gut“ ist und nicht verdorben.

Crocodile Hunter gestorben

Spiegel.de berichtet heute, dass Steve Irwin, besser bekannt als „Crocodile Hunter“, bei Dreharbeiten von einem Rochen getötet wurde.

Wie ein Augenzeuge sagte, stach der Fisch den 44-Jährigen heute in die Brust, als dieser vor Australiens Nordostküste einen Unterwasser-Film drehte.

Tragisch, aber leider auch vorhersehbar. Wer so mit gefährlichen Tieren umging wie Irwin, dem musste ja irgendwann mal etwas passiert. Es ist allerdings angesichts seiner sonstigen Aktionen mit Krokodilen, Klapperschlangen und Kobras fast schon Ironie, dass ihn ein Stachelrochen getötet hat. Ist dies doch ein Tier, von dem man tödliche Angriffen nicht unbedingt gewohnt ist (vor allem wenn man bedenkt, dass es an Australiens Nordostküste von Haien nur so wimmelt). Allerdings kann offensichtlich auch solch ein Stachelrochen einen Menschen umbringen, wenn er in die Brust sticht – und damit einen Herzstillstand verursacht.

Nochmal (oder immer noch) verliebt in Berlin

Ein kleiner Nachtrag zur beliebten Telenovela mit dem Riesenabschied der Stars und den tausenden von Fans: Es geht weiter. Warum?

Warum muss man denn immer weitermachen? Die Serie war erfolgreich, das ist doch schön. Aber warum muss man jetzt neue Schauspieler bringen und daraus ne Dauerveranstaltung machen? Das wird doch früher oder später floppen – weil es einfach nicht mehr neu ist. Das Problem mit dem Fernsehen ist: Wenn etwas erfolgreich ist, dann wird es ewig weitergemacht und tausendfach kopiert – bis es völlig ausgelutscht ist.

Die erste Bigbrother-Staffel war erfolgreich, DSDS und die Popstars auch. Aber nach 5 Staffeln DSDS und 6 Staffeln Bigbrother juckt das doch gerade noch die ganz extremen Fans. Ich erinnere mich, dass wir uns früher getroffen haben, um Bigbrother I anzuschauen – bei keiner der folgenden Staffeln habe ich mehr als 1-2 Folgen am Stück gesehen. Es war nur noch wie eine Kopie um möglichst viel Geld zu scheffeln.

Natürlich ist es schwierig, immer wieder was Neues zu finden und ich möchte auch gar nicht sagen, dass man dieser Forderung der Medienkonsumenten nach immer mehr Abwechslung und noch mehr Schrott immer nachgeben sollte (das wirkt sich schließlich auch auf die ganze Gesellschaft und die Kirche aus). Aber bitte, liebe Fernsehmacher: Erspart uns das Szenario, dass es auf jedem Sender 1-2 Endlostelenovelas gibt. Wiederholt lieber ein paar Serien aus den 80ern. Die waren auch gut und haben vor allem irgendwann aufgehört…

Verliebt in Berlin im Mittelalter…

Am Freitag kam die „letzte“ Folge der beliebten TelenovelaVerliebt in Berlin“ mit der Hochzeit von Lisa und David. Bis zum Schluss wussten nicht einmal die Schauspieler, wer denn nun Lisa am Ende heiraten darf. Und zwar kirchlich. Von einer standesamtlichen Hochzeit war nicht ein Mal die Rede, immer ging es um die kirchliche Trauung und wen sie kirchlich heiratet. Es wird sogar im letzten Moment noch der Bräutigam gewechselt… das ist doch äußerst seltsam.

Man ist sowas ja aus Filmen gewohnt, aber das war eine deutsche Serie, die in Deutschland spielt – da kann man doch ein wenig Realitätsnähe erwarten. Also im Prinzip hätte Lisa einfach eine Woche früher im Familienkreis standesamtlich heiraten müssen und dann hätte sich David auf den Kopf stellen können – die Sache wäre erledigt gewesen.
Ich behaupte auch einfach, dass es sogar eine evangelische Trauung war, schließlich ist das Berliner Umland nicht für seine vielen Katholiken berühmt. Bei einer katholischen Hochzeit hätte man es wenigstens noch ein wenig verstehen können – Ehe als Sakrament etc. Aber bei uns ist die Ehe nach Luther ein „weltlich Ding“ und dementsprechend hat umgekehrt eine kirchliche Trauung alleine auch keinerlei rechtliche Relevanz – man ist also vor dem Gesetz auch nicht verheiratet ohne Standesamt.

Also: „Verliebt in Berlin“ ist offen ausgegangen, denn Lisa und David sind eigentlich gar nicht Mann und Frau – zumindest rein rechtlich. Außer wir wären noch im Mittelalter… oder in einem Gottesstaat.

Bohlens Gedanken

Bild.de hat heute einen Artikel über Dieter Bohlen und seine neue Lebensabschnittsgefährtin: „Was geht wirklich in Bohlen vor?

Also erstens ist mir das relativ egal, zweitens wer kann das schon wissen und drittens wäre, wenn ich es wissen wollte und man es wissen könnte, die Bildzeitung die Letzte, die ich dazu befragen würde. Das ist doch alles absolutes Gepose. Allein wenn man sich die Fotos vom neuen Liebesglück betrachtet – das sind doch Studioaufnahmen. Das bedeutet, dass die beiden kurz nachdem sie zusammenkamen erstmal ins Studio sind, um gemeinsame Fotos zu machen, die dann – selbstverständlich äußerst gewinnbringend – an die Klatschpresse verkauft wurden.

Und dann steht da noch, dass die Trennung von Estefania schon vor 9 Monaten war. Das glaube ich. Seltsam ist nur, dass die Bildzeitung nie irgendwelche Gerüchte in diese Richtung gebracht hat, erst als er auf Malle praktisch wieder eine Neue hatte. Meine Vermutung: Die wussten von der Trennung, wollten es mit einem ihrer Topthemen-Zugpferde nicht verscherzen. Vielleicht hatte er ihnen auch exklusive Bilder und Interviews versprochen, sobald er eine Neue hat. Möglich ist alles – und auch wahrscheinlich. Denn schließlich sind die meisten der „enthüllenden“ Promi-Stories abgekartet, sogar die, die eigentlich negativ sind. Denn negative Berichterstattung über Promis gibt es praktisch nicht, außer sie schwängern 14jährige oder müssen wegen Mordes vor Gericht.
Bohlen als Medienprofi hat doch garantiert alle Fäden in der Hand. Und daher wird „was ihn ihm vorgeht“ wohl das sein, von dem er glaubt, dass es gut wäre, wenn es tatsächlich in ihm vorgehen würde…

Die bayrische Extra-Weiß(russland)wurst…

Im Urlaub in Bayern fielen mir immer wieder Internetadressen mit der Toplevel-Domain „.by“ auf und ich fragte mich, was denn das sein soll? Eine eigene Toplevel-Domain für Bayern? Wohl kaum. Vielmehr wurde hier die TLD von Weißrussland etwas zweckentfremdet und auf Bayern umgemünzt. So gibt es z.B. das große Portal „bayern.by„, oder die großartige Domain „heilfasten.by“ und auch noch viele weitere deutsche Kunden haben by-Domains. Ich persönlich würde jedoch nie auf die Idee kommen, mit einer weißrussischen URL nach bayrischen Homepages zu suchen.

Obwohl ich mir dachte, dass so eine ausgefallene Idee nur aus dem Freistaat kommen kann, habe ich nach einigen Recherchen festgestellt, dass wohl auch Baden-Württemberg eine Pseudodomain hat – „.bw“, die TLD von Botswana. Ich habe allerdings damit nur eine Domain gefunden (fortbildung.bw), aber irgendwelche Marketing-Strategen werden schon noch draufkommen (Es wäre doch ein witziger Gag für Kabel.bw…).

Ich bin dann selbst auf die Idee gekommen, mir „TobiasSchneid.er“ zu reservieren – aber Eritrea vergibt nur Domains nach sehr ausführlicher Prüfung des Sachverhalts (evtl. inklusive „Spende“, wer weiß…). Bisher sind auch erst zwei Domains reserviert… aber das ist nicht so schlimm, in Eritrea gibt es sowieso keine direkte Internetverbindung (Quelle: Afridns.org)

Nachtrag: Liebe Bayern, wie wäre es denn aus aktuellem Anlass mit der Domain „www.gammelfleisch.by“?

Neue Homepage der Kirchengemeinde online

Heute fand der Domainumzug von www.ev-kirche-schwaikheim.de von Strato zu 1und1 statt. Das bedeutet, dass die neue Homepage der Kirchengemeinde jetzt online ist. Ich muss dazu anmerken, dass ich inhaltlich nichts geändert habe, nur das Layout wurde erneuert und die ganze Seite ins CMS-System Contenido übertragen. Dadurch wird die Pflege jetzt einfacher und kann auch auf verschiedene Leute aufgeteilt werden. Ich bin froh, dass ich das jetzt geschafft habe, und hoffe, dass auch die Inhalte bald aktualisiert werden…
PS: Wann machen wir das eigentlich mit dem CVJM genauso?

Es wird Zeit, Examen zu machen…

Ich bin seit einiger Zeit im Studentenverzeichnis www.studivz.net aktiv. Man kann dort mit Freunden an derselben oder anderen Unis in Kontakt bleiben und in Gruppen zu bestimmten Themen aktiv werden. Heute habe ich festgestellt, dass es dort auch eine Gruppe „Ev. Stift Tübingen“ gibt. Als ich mir die Gruppe genauer angeschaut habe, stellte ich fest, dass ich von den 24 Mitgliedern nur eine (!) Person überhaupt KENNE! Und ich habe dort immerhin 4 Semester gewohnt und studiere inzwischen wieder in Tü! Irgendwas läuft schief…

Wie die Wilden…

… so heißt die neue Show auf Sat1. Dabei gehen 3 deutsche Familien für 3 Wochen zu Naturvölkern in Togo, Namibia und Indonesien. Sie leben dort mit den Menschen und ihr Ziel ist es, in den jeweiligen Stamm aufgenommen zu werden. Übersetzer gibt es nicht und auch keine sonstigen Errungenschaften der Zivilisation… Angeblich.
Also mir kamen beim Anschauen der Sendung spontan zwei Einfälle:

1. Das ist alles Show und weitgehend gestellt. Allein die Anwesenheit von Kameras bedeutet, dass da auch noch andere Leute (Europäer!) sind, und Übersetzer muss es auch geben. Auch die medizinische Versorgung etc. muss ja gewährleistet sein, sonst würde ein Sender nie riskieren, später eine aufs Dach zu kriegen.

2. Wenn es keine Show ist, dann ist es eine Schweinerei. Natürlich ist es lustig, wenn Deutsche plötzlich Affen oder Maden essen müssen und in Lehmhütten schlafen. Kulturschock deluxe! Aber was bedeutet es denn für die Angehörigen des Stammes? Sie haben überhaupt keine Vorstellung, woher diese seltsamen Weißen kommen. Und sie haben auch nicht die Bildung um zu verstehen, dass die Familien andere Dinge gewohnt sind. Ein afrikanisches Kind kann nicht verstehen, dass ein deutsches Kind weint, wenn es auf dem Lehmboden schlafen muss, oder wenn es Maden essen soll. Wie soll es das auch?

Wenn es also echt ist, ist es in meinen Augen falsch und Unterhaltung auf Kosten der Eingeborenen. Ich vermute aber, dass das vergleichbar mit den Massai-Shows in Kenia ist (wo jeder Krieger einen Taschenrechner für die Währungsumrechnung hat) und die meisten gezeigten Dinge gestellt sind. Man kann ja auch nicht nachprüfen, was die Leute sagen, oder kann einer von Euch Himba?

Noch einige Zitate von der Webseite von „Wie die Wilden…“ unter der Rubrik Comedy&Show (!):

Bei den Himba ist es Brauch, dass einem Gast die eigene Ehefrau als Willkommensgeschenk angeboten wird. Das Abschlagen des Geschenks gilt als Beleidigung, und bedeutet Respektlosigkeit. In der Öffentlichkeit wird nicht geschmust.

Ha ha! Ich glaube ja, dass die Tatsache an sich stimmt. Ich glaube aber nicht, dass der Oberstudienrat das wirklich gemacht hat… und demnach ist das auch mit Sicherheit nicht 100% echt!