Geistige Brandstiftung

Donnerstag, 7. Mai 2009 von Tobias

Über 20.000 Brandstiftungen gibt es jährlich in Deutschland, die meisten davon aus Gründen des Versicherungsbetrugs, manche durch Kinder und einige von krankhaften Brandstiftern.

Wie wird man zu einem krankhaften Brandstifter, frage ich mich? Ich weiß es nicht. Ob es in der Kindheit liegt? An der Erziehung? Am Umfeld? Ist es gar ein genetischer Defekt, für den man gar nichts kann? Ich weiß es nicht.

Aber, unabhängig von den Ursachen: Was kann man gegen krankhafte Brandstifter tun? Wie kann man verhindern, dass unschuldige Menschen durch solche Täter leiden müssen oder gar getötet werden?

Nun, ich hätte ein paar Vorschläge:

1. Zunächst einmal müsste zündeln unter Strafe gestellt werden, schon bei kleinen Kindern und Jugendlichen. Das Spiel mit dem Feuer (dazu gehören auch Adventskränze, Böller, Grillen, Lagerfeuer) ist aus der Gesellschaft zu verbannen, damit mögliche Täter gar nicht erst mit Feuer in Berührung kommen können.

2. Kerzen werden abgeschafft, Kamine auch. Offenes Feuer ist nur noch staatlich anerkannten Feuermeistern gestattet, Heizen mit Holz wird verboten. Praktischer Nebeneffekt: Aufforstung der Wälder gelingt.

3. Jegliches Werkzeug, mit dem Feuer gemacht werden kann, darf nicht mehr hergestellt, verkauft und besessen werden. Feuerzeuge und Streichhölzer sind aus den Haushalten zu entfernen, Landratsämter dürfen unangemeldete Kontrollen durchführen. Praktischer Nebeneffekt: Rauchen wird unmöglich.

3.1. Auch Anleitungen, wie solche Geräte hergestellt werden können, werden verboten. Wer solche Anleitungen z.B. im Internet anbietet, wird bestraft, da er dadurch möglichen Brandstiftern Behilfe zur Tat leistet.

4. Das Zeichnen von Flammen wird unter Strafe gestellt. Auch Wortspiele und Sprichwörter mit Feuer dürfen nicht mehr verwendet werden, da sie vielleicht unterbewusst das Verlangen, Feuer zu legen, auslösen können.

Ich glaube, dass nur durch diese Maßnahmen Brandstiftungen durch Pyromanen verhindert werden können.

Natürlich könnte man mir jetzt Aktionismus vorwerfen, aber sind diese Vorschläge nicht gerechtfertigt, wenn dadurch möglicherweise normale Bürger davon abgehalten werden könnten, zu bösartigen Tätern zu werden?

6 Reaktionen zu “Geistige Brandstiftung”

  1. Manfred Schneider

    Wäre es angesichts Deiner Vorschläge nicht angebracht,bevor man die Kerzen aus den Kirchen verbannt und der Oma ihren geliebten Kachelofen entfernt, die Killerspiele, die ja vielleicht doch zu einem wenn auch nur winzigen Teil zu Gewalttaten anregen könnten, ganz zu verbieten?

  2. Tobias

    Es geht hier nicht um Killerspiele.
    Es geht hier um alles. Es geht darum, dass plötzlich die Bundesliga der Gotcha-Spieler kriminalisiert wird, anstatt dass man großkalibrige Waffen verbietet. Es geht darum, dass als nächstes der Biathlon verboten wird, und die Jagd und Schützenvereine und Faschingspistolen. Aber auf der anderen Seite fordern Kapitäne angesichts der Piraterie das Recht und die Ausrüstung für Waffenbenutzung.
    Es geht darum, dass bald auf der Schießbude am Jahrmarkt (falls es sie in einem Jahr noch gibt) jeder schief angesehen wird, wenn er trifft.
    Es geht darum, dass mit Sperren gegen kinderpornografische Seiten vorgegangen wird, die es so, wie es die Politiker immer darstellen und gerne hätten, gar nicht gibt. Darum, dass Bilder nicht entfernt werden, sondern als Falle bewusst online gelassen werden, während die echten Verbrecher schon längst in geschlossenen Netzwerken kommunizieren.
    Es geht darum, dass irgendetwas gemacht wird, was gut klingt und gut aussieht und den Eindruck vermittelt, dass etwas getan wird.

    Aber in erster Linie geht es darum, dass man durch alle noch so sinnigen oder unsinnigen Maßnahmen den nächsten Amoklauf nicht verhindern wird und sich noch kaum ein Politiker getraut hat, das offen zu sagen.

  3. Werner

    Leider kann dein Text auch sehr gründlich missverstanden werden. So könnten doch auch Waffenbesitzer argumentieren. Ich galube man muss wirklich jeden Bereich genau anschauen und dann entscheiden. Entscheidungen sind schmerzhaft. Ohne geht es leider nicht. Da stimme ich dir zu. Gute Politik muss sich auch mal unbeliebt machen und z.B. großkalibrige Waffen verbieten.

  4. Tobias

    Richtig, das stimmt. Auch Waffenbesitzer könnten so argumentieren, z.B. Jäger. Und ich kann das verstehen. Ich kenne selbst Jäger und natürlich brauchen die ein Gewehr und Munition. Was sollen die nun machen? Soll man die Jagd jetzt abschaffen? Das Problem ist: Niemand kann verhindern, dass nicht doch ein Jäger irgendwann mal Amok läuft und dazu seine legale Waffe benutzt.

    Zum Thema Verbote: Es ist doch so, dass einen Flammenwerfer die wenigsten Menschen zuhause brauchen. Genauso wie großkalibrige Waffen. Kein Mensch braucht die zuhause, denn Elefanten werden bei uns nicht bejagt.
    Aber, nur um im Bild zu bleiben: Flammenwerfer werden nicht verboten. Sondern Feuerzeuge.

    Das ist doch mein eigentlicher Punkt. Ich bezweifle ja gar nicht, dass es wirklich Dinge gibt, die verboten gehören. Dass jemand Handfeuerwaffen oder großkalibrige Waffen zuhause hat, zum Beispiel. Weil Sportschützen durchaus zumutbar ist, dass sie die Waffen zentral im Vereinsheim lagern (wo natürlich bei einem Einbruch gleich ein ganzes Waffenlager weg ist, aber das ist ein anderes Problem).

    Aber das geschieht ja nicht. Sondern in einem Rundumschlag wird alles über einen Kamm geschert, was irgendwie damit zu tun hat und von irgendwelchen Leuten irgendwie mit Amoklauf in Verbindung gebracht werden könnte.

    Natürlich kann man sich fragen, welchen sinnvollen Nutzen es hat, sich gegenseitig mit Farbpatronen zu beschießen und Krieg zu spielen. Aber es gibt nun mal Leute, denen das Spaß macht, auch wenn das viele andere nicht nachvollziehen können. Und diese Menschen sind dadurch nicht notgedrungen potentielle Gewalttäter.

    Mit den gleichen Argumenten könnte man Autorennen verbieten, schließlich wird da Raserei verherrlicht, Menschen werden zum schnellen und gefährlichen Autofahren animiert und alles nur wegen des Geldes.

    Und Rockmusik, schließlich nehmen die Musiker doch alle Drogen und könnten dadurch auch andere animieren, Drogen zu nehmen und ein ausschweifendes Leben zu führen.

    Ich habe keine MP zuhause und auch keinen Raketenwerfer. Und ich werde mich als 31-jähriger Mann mit Händen und Füßen dagegen wehren, kriminalisiert zu werden, nur weil ich hin und wieder ein Computerspiel spiele, mit einem Luftgewehr umgehen kann oder Actionfilme anschaue. Es gehört zu meinen Grundrechten, dass ich das darf, wenn ich es will.

    Und, zum Schluß: Flammenwerfer für einen Amoklauf kann man auch selbst bauen, das gab es schon (siehe Walter Seifert).

  5. Joachim

    Öhm… warum sollten Erwachsene keine Handfeuerwaffen zu Hause haben dürfen?

    Dass es weniger um den Waffenbesitz, als um gesellschaftlich problematishe Entwicklunge geht kann man m.E. schon daran gut sehen, dass es keineswegs einen erkennbaren Zusammenhang zwischen Schärfe des Waffengesetzes und Höhe der Straftaten gibt.

    Deutschland mit seinem sehr strengen Waffengesetz steht bei der Gewaltkriminalität, v.a. ja bei Amokläufen sehr schlecht da, die Schweiz mit einem verhältnissmäßig liberalen Waffenrecht dagegen gut.

    Das alte Problem also wieder: Anstatt in Deutschland Wertevermittlung und Gruppen der Wertevermittlung zu stärken, werden Scheinlösungen wie Verbote präsentiert.

    Die Persiflage von Dir, Tobi, trifft das sehr gut! V.a. Punkt 4 gefällt mir! :-)

  6. Tobias

    Ob das mit der Schweiz wirklich stimmt? Da hätte ich mal gerne eine Statistik gesehen, wieviele Morde in der Schweiz mit den zu Hause rumstehenden Armeegewehren begangen werden.

    Aber um dir vorzugreifen: Schon der Vergleich zwischen den USA und Kanada bringt den Kurs wieder in deine Richtung…

Einen Kommentar schreiben