WAP54G v3 mit kaputter Firmware via TFTP manuell flashen

Mittwoch, 3. Januar 2007 von Tobias

Heute ist mein Accesspoint abgestürzt. Und zwar richtig, es ging gar nichts mehr, nicht einmal ein lausiges Ping hat noch funktioniert. Ganz offensichtlich war die Firmware abgestürzt und total kaputt. Was tun? Nach endloser Suche im Internet habe ich mir eine Vorgehensweise aus diversen Forenbeiträgen zusammengesucht und am Ende hat es dann sogar funktioniert. Für alle, die das gleiche Problem haben wie ich, hier eine kurze Anleitung, wie es geht:

  1. Firmware auf linksys.de downloaden.
  2. Den Accesspoint ausstecken und dann öffnen (Achtung: Garantieverlust!), dazu macht man folgendes:
    1. Die Gummieinsätze in den Füßen entfernen
    2. Die beiden Schrauben in den Vorderfüßen entfernen.
    3. Das blaue Vorderteil entfernen (Gewalt hilft)
    4. Mit einem kleinen Schraubenzieher in den Hinterfüßen so lange in den beiden Schlitzen rumdrücken, bis die Halterungen brechen und die Kiste aufgeht (es geht wohl nicht anders)
    5. Jetzt die beiden Schrauben auf der Platine lösen, damit man an die Rückseite der Platine kommt
    6. Auf der Rückseite ist ein Chip von SST, das ist das Flashbios.
  3. Den AP mit dem Rechner via LAN (feste IP!) verbinden. Auf dem Rechner Dauerping einstellen (Eingabeaufforderung: ping -t -w 99 192.168.1.245).
  4. Einen kleinen leitenden Gegenstand nehmen (z.B. abisolierte Büroklammer) und die Pins 15 und 16 des Flashbios kurzschließen. Die Pins befinden sich auf der linken Seite des Bausteins, wenn man die Schrift lesen kann, Pin 1 ist unten. Ich weiß nicht genau, ob das tatsächlich die Pins 15 und 16 sind, aber mit denen hat es jedenfalls funktioniert. Als Orientierung: vor Pin 15 ist der dritte weiße Strich von unten.
  5. Den Netzstecker des AP einstecken und die Pinüberbrückung noch etwa 2 sec halten, dann die Überbrückung entfernen
  6. Die letzten beiden Schritte so oft wiederholen bis der Ping klappt. Bei mir klappte es erst so beim 20. Mal, also nur Geduld.
  7. Unter Umständen hilft es auch, ein paar Mal bei eingeschaltetem AP die Pins zu überbrücken.
  8. Sobald das Ping klappt, mit STRG-C abbrechen und die Firmware via TFTP hochladen (tftp -i 192.168.1.245 put Dateiname). Es hat bei mir erst beim 5. Versuch funktioniert, ich vermute, dass es möglichst direkt nach dem funktionierenden Ping geschehen muss. Unter Umständen hilft es, den Befehl schon vorher einmal einzugeben, damit man ihn mit Cursor-auf direkt anwählen kann.
  9. Es sollte nach kurzer Zeit die Meldung kommen, dass die Übertragung erfolgreich war. Sollte statt dessen „Zeitüberschreitung“ erscheinen, war die Zeitspanne zwischen einschalten/überbrücken und TFTP zu lang – also das ganze nochmal von vorn.
  10. Wenn es erfolgreich war, den AP ausstecken und wieder einstecken und nochmal ein Ping versuchen. Klappt es auf Anhieb, das ganze Gerät komplett ausstecken und wieder zusammenbauen.
  11. Alles anschließen, im Browser 192.168.1.245 eingeben. Beim Login Benutzer freilassen, Passwort ist „admin“.
  12. Gerät wieder konfigurieren.

Diese Beschreibung hilft hoffentlich allen, deren WAP54G v3 bzw v3.1 durch fehlerhaftes Flashen oder auch einfach nur so überhaupt nicht mehr reagiert. Natürlich geschehen alle Arbeiten am Inneren des Geräts auf eigene Gefahr – ein Ausrutscher mit der Büroklammer über die Platine und das Ding ist reif für den Müll!

Nachtrag: Dieser Beitrag wird anscheinend sehr häufig über Google abgerufen. Leider gibt es kaum Rückmeldungen und so weiß ich nicht, ob diese Beschreibung anderen überhaupt geholfen hat oder ob ich einfach nur Glück mit meinem WAP54G hatte. Ich wäre daher für eine Bewertung oder gar einen Kommentar dankbar, wenn es bei Euch geklappt hat (oder auch nicht) oder Ihr noch andere hilfreiche Hinweise habt.

5 Reaktionen zu “WAP54G v3 mit kaputter Firmware via TFTP manuell flashen”

  1. markus jordan

    Hallo!

    Ich hab genau das gleiche – Pin15 und 16 hab ich schon versucht zu verbinden, es tut sich aber nichts…

  2. ToLeBlog - Theologie und mehr » Blog Archiv » Wir tranken und wir lachten, jetzt lasst uns Platten schlachten!

    […] Natürlich würde ich mich ziemlich ärgern, wenn die Festplatte in einer Woche kaputt geht (denn die Garantie ist ja weg, wie auch bei meinem WAP54G, den ich aufgemacht hab). Aber das riskier ich, ich hab ja die alte 80er noch als Backupplatte im Rechner hängen, wegen der Daten mach ich mir also keine Sorgen. […]

  3. Chillli-Willi.de

    ohh man, wenn du wüsstest, wie du mir den Arsch gerettet hast.
    Dank dir, reisst mir mein Chef nicht den Kopf ab :)

    wenn ich beten würde, würde ich dich heute in mein abendgebet einbringen :)

  4. Oleg Boleg

    Guten Tag,

    Also habe das Gerät hir auch liegen, nur leider das Problem wie hir beschrieben. Habe das Gerät komplett auseinander Gebraut! und die Pins Kurzgeschlossen wie beschrieben sogar mit lupe nachgezählt!

    das ganze ding ist total TOT geht garnichts mehr, saß ca 30 minuten nur am Kurzschließen brachte alles nichts ein.

    Mein Fazit:
    ist echt ne gute beschreibung!
    Scheint wohl bei der V.: 3.1 nicht zu funktionieren!
    Mein Gerät wahr 4 stunden alt ich hatte es grade gekauft danach total ausfall!
    ich werde mir wohl von dieser Firma keine Produkte mehr zulegen!!!

  5. Pumi

    Danke für diese hilfreiche Anleitung! Ich konnte damit interessanterweise einen halbtoten WAP54G v3.1 wieder zum Leben erwecken. Der AP hatte weder auf Pings reagiert, war per WLAN und „arp -a“ nicht zu finden. Durch mehrfaches Kurzschließen der Pins 16 und 17 reagierte er plötzlich auf den Dauerping, auch die Firmware war wieder über Browser konfigurierbar. Pin 15 und 16 haben nicht funktioniert, aber Deine Beschreibung hat auch so zum Ziel geführt. Vielen Dank nochmals!

Einen Kommentar schreiben