Nochmal HSV (HSV-Fans gegen Bild 2:0)

Dienstag, 12. Dezember 2006 von Tobias

Die Bildzeitung spricht heute davon, dass der „HSV immer chaotischer“ wird und schildert dann ebenfalls den Hergang mit den einleitenden Worten:

Der HSV steht auf einem Abstiegs-Platz. Jetzt passte sich auch ein Großteil der Mitglieder dem Niveau an….

Zweitligafans haben also kein Niveau? Aha. Und ich dachte immer, die Bildzeitung würde die Niveaulosen ansprechen. Da hab ich mich wohl geirrt… die lesen wahrscheinlich FAZ.

Wesentlich interessanter ist der Artikel über HSV-Spieler Atouba. Unter der Überschrift „Plötzlich haben ihn alle wieder lieb“ schreibt Bild.de:

Die Fans feierten den Verteidiger gegen Nürnberg (0:0) mit Plakaten („We love you Atouba“) und Sprechchören, seine Mitspieler machen sich stark für ihn.

Plötzlich lieben alle Atouba!

Dabei war der Profi gegen ZSKA Moskau (3:2) noch ausgerastet, hatte den Zuschauern viermal den Mittelfinger gezeigt.

Unverständlich ist das vor allem für die Bildzeitung selbst. Hatte sie doch letzte Woche im Artikel „4x Stinkefinger – kein Rauswurf!“ seinen Rauswurf gefordert:

Die Witz-Strafe: Atouba muss 50 000 Euro zahlen, die in Fan-Projekte fließen. Dazu ist er vereinsintern nur zwei Spiele gesperrt.

Ein Skandal! Atouba beleidigt alle Fans – und darf weiter seine Millionen kassieren. Beim HSV verdient der Afrikaner 1,2 Mio Euro Jahres-Gage. Bis 2009.

Man prophezeite ihm auch weitere Pfeifkonzerte:

Bei den Zuschauern ist Atouba unten durch. Patrick Grützner (27) vom Fan-Klub „Chosen Few“: „Mit dieser Aktion wollte Atouba seinen Abgang provozieren.“ Im Januar soll der Kameruner wieder für den HSV auflaufen. Da droht ihm das nächste Pfeif-Konzert…

Dass die Zuschauer aber jetzt hinter Atouba stehen, passt nicht ins Weltbild der Bildzeitung. Ebenso wie der Rauswurf der Presse bei der Versammlung. Die Atouba-Aktion von Bild war der Versuch einer Stimmungsmache, die bei den Fans gescheitert ist. Ein Teil der Fans hat geantwortet und per Stimmungsmache die Presse ausgeschlossen. Beim HSV ist eben alles anders. Mal sehn, wie die Bildzeitung reagiert..

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