Archiv der Kategorie 'Wirtschaft & Politik'

Kann nicht sein, was nicht sein darf!

Mittwoch, den 3. März 2010

Habe ich heute zufällig gefunden und klingt sehr spannend, leider hab ich keine Zeit, mir den Film komplett anzuschauen.

Das Blog: kannnichtsein.com

Der Film: http://www.kannnichtsein.com/kns-der-film

Ein Beitrag mit Interview von Spreegurke: http://spreegurke.twoday.net/stories/6216009/

Und hier der erste Teil des Films auf Youtube:

Was weiß man schon von Afrika…

Sonntag, den 10. Januar 2010

Nach dem Angriff auf die Nationalmannschaft von Togo in Angola fragt die Bildzeitung doch heute tatsächlich: „Wie gefährlich wird die WM wirklich“ und „Deutsche Stars zweifeln an Sicherheit bei WM„. Dort heißt es:

Leverkusens Kapitän Simon Rolfes (27), Vereinskollege des Togo-Nationalspielers Assimiou Touré: „Unsere Gedanken sind bei unserem Mitspieler, aber auch bei der WM. Gerade jetzt denkt man besorgt daran, dass in vier, fünf Monaten in Afrika die WM stattfindet.“

Natürlich ist es schockierend, wenn eine Fußballmannschaft von Terroristen angegriffen wird und Menschen sterben. Allerdings war das in Angola und hatte politische Gründe, die mit Unabhängigkeitsbestrebungen der Provinz Cabinda zusammenhängen.

Auch wenn Südafrika nicht unbedingt das sicherste Land der Welt ist, glaube ich dennoch, dass die Sicherheitsvorkehrungen für die WM umfassend und angemessen sind und niemandem etwas passiert, wenn man sich an die Regeln und Vorgaben hält. Die Reaktion Bildzeitung, zeigt jedoch, dass man sich mit den genauen Umständen und Hintergründen gar nicht viel aufhalten will. Afrika (gemeint ist alles südlich der Sahara) ist sowieso total überschaubar und alles gleich. Und so dient ein Terrorangriff in Angola dazu, ein bißchen Angst vor Afrika zu machen.

Bei der FAZ liest es sich etwas anders (Terror gegen Togo überschattet den Afrika-Cup):

So oder so wird der Afrika-Cup von seinem ersten Tag an von einem Terrorangriff überschattet, der auch auf die Fußball-WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) ausstrahlt. Dort hob Danny Jordaan, der Generalsekretär des lokalen WM-Organisationskomitees, hervor, dass der tödliche Zwischenfall in Angola nichts mit der Lage im 2500 Kilometer weit entfernten Südafrika zu tun habe. „Jedes souveräne Land“, sagte er, „trägt die Verantwortung für seine Sicherheit und das, was innerhalb seiner Grenzen passiert.“ Südafrika sei jedenfalls gerüstet, eine sichere WM auszurichten.

Der Generalsekretär hat recht. Denn würde man das Ganze auf Europa übertragen und sich 2500 km von Deutschland entfernen, dann würde man z.B. in Israel landen. Und keiner wäre wohl 2006 auf die Idee gekommen, die Sicherheit bei der WM in Deutschland anzuzweifeln, weil es in Israel einen Anschlag gegeben hat.

Lasst uns über Politik reden

Freitag, den 2. Oktober 2009

In diesen Tagen beginnen die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und FDP. Ich bin (im Gegensatz zu vielen meiner Freunde, wie ich festgestellt habe) mit der Wahl von Schwarz-Gelb nicht so unzufrieden. Ich hoffe vor allem, dass die FDP in einigen Punkten wie Sicherheit, Internetsperren etc. etwas korrigierend in die CDU-Politik eingreifen kann.

Es gab in den letzten Tagen immer wieder Debatten über die Rolle, die Westerwelle in der neuen Regierung spielen wird. Besonders die Frage, ob er überhaupt für das Amt des Außenministers geeignet ist, steht im Raum. Zum einen wegen dieser unglücklichen Weigerung, Englisch zu sprechen, zum anderen wegen seiner Homosexualität.

Im Kölner (!) Stadt-Anzeiger fand ich dazu einen interessanten Artikel (Maßstab für eine offene Gesellschaft):

Zumindest rein nüchtern-sachlich betrachtet, spräche in der Tat einiges dafür, dass Westerwelle wegen seiner Homosexualität als Außenminister ungeeignet wäre: Mit Afghanistan, Iran, Saudi-Arabien, Mauretanien, Jemen, Sudan und Somalia gibt es gegenwärtig sieben Staaten auf der Welt, die aufgrund ihres Scharia-Rechtssystems für (männliche) Homosexualität zwingend die Todesstrafe vorsehen; in unzähligen weiteren Staaten vor allem des Nahen Ostens, Asiens und Afrikas stehen hierauf Strafen bis hin zu lebenslanger Haft. In all diese Länder dürfte – wenn man vom diplomatischen Sonderstatus absieht – Westerwelle eine unerwünschte Person sein, mit seinem Partner Michael Mronz dürfte er, bei strenger Auslegung der Gesetze, wohl erst recht nicht einreisen.

Auf der anderen Seite muss man sich jedoch fragen, ob solche Staaten in der Entscheidung ein Maßstab für eine offene Gesellschaft wie Deutschland sein können – oder ob diese gar die Besetzung des Außenministeriums (mit)entscheiden sollten. Außerdem wäre ein Verzicht auf Westerwelle allein aus Gründen seiner Sexualität letztendlich ein Widerspruch zur deutschen Außenpolitik, die spätestens seit Willy Brandt die Tradition und den Anspruch hat, „Wandel durch Annäherung“ zu praktizieren – eben auf andere Staaten zuzugehen und Demokratie zu befördern, ohne dabei jedoch eigene Standpunkte preiszugeben. Guido Westerwelle selbst hatte außerdem im Wahlkampf angedeutet, seine Homosexualität zwar nicht zum entscheidenden Kriterium seiner Diplomatie zu machen, aber durchaus die Menschenrechtspolitik anderer Staaten auch in dieser Hinsicht zu hinterfragen. Denn obwohl es natürlich falsch wäre, der Bevölkerung arabischer Länder wegen ihres repressiven Rechtssystems pauschal Homophobie zu unterstellen, sollte man trotzdem mit den jeweiligen Machthabern ins Gespräch kommen, um zumindest kleine Verbesserungen im Alltag für die von gesellschaftlicher Ächtung und Verfolgung betroffenen Menschen vor Ort zu erreichen.

In diesem Sinne wäre als Westerwelle als Außenminister nicht nur denkbar, sondern sogar fast wünschenswert. Ich persönlich halte es jedoch dennoch für unglücklich. Denn letztlich bestimmt doch die Kanzlerin die Außenpolitik und daher halte ich es für sinnvoller, dass Westerwelle dort mitmischt, wo seine größten Kompetenzen liegen – im Bereich Wirtschaft und Finanzen. Es ist sicher kein Zufall, dass in einer Zeit der Wirtschaftskrise eine Partei, die für Wirtschaft steht, solch ein gutes Ergebnis bekommen hat.

Nachtrag 03.10.: Ich bin mir inzwischen nicht mehr sicher, ob die Diskussion über den Außenministerposten, die momentan in der Presse geführt wird, nicht von irgendwelchen Kreisen lanciert wird. Es erscheint mir sehr verdächtig, dass die Bildzeitung inzwischen eine Umfrage macht, wen die Leser für den besseren Außenminister halten (Guido oder Guttenberg). Haushoher Gewinner ist – natürlich – Guttenberg. Die Frage ist nur: wollen alle Westerwelle im Inland oder wollen sie ihn NICHT im Ausland?
Unter diesen Umständen wäre ich dann doch für Westerwelle…

Revolverkosmetik

Sonntag, den 24. Mai 2009

Gestern lernte ich auf einem Geburtstag einen britischen Regierungsbeamten kennen, mit dem ich mich länger Zeit über alles mögliche unterhalten habe. Wir kamen auch auf das britische Waffenverbot zu sprechen und er erzählte mir einige Dinge, die mir aus den Zeitungsberichten anders in Erinnerung waren.

Da war zum Beispiel dieser Artikel in der Zeitung über den Vortrag von „Gun Control Network“-Mitglied Michael North. Im Artikel hieß es am Ende:

Seit 1997, seit das Gesetz zum Waffenverbot durchgesetzt wurde, hat es in England im Übrigen keinen Amoklauf mehr gegeben.

Das stimmt so natürlich und ist auch gut. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Denn das verschärfte Waffenrecht hatte in anderen Bereichen überhaupt keine bis sogar gegenteilige Effekte.
In einem Artikel von „the independent“ von 2007 fand ich folgende Abschnitte:

Ministers also faced criticism over claims that gun crime has fallen, as Home Office figures showed that deaths and injuries in gun attacks increased from 864 in 1998-99 to 3,821 in 2005-06.

[..]

But Mr Cameron, who will hold talks on gun crime with the former New York mayor Rudolph Giuliani next month, said the Government was „complacent“. He said: „Jack Straw’s self-satisfied comments today expose this Government’s complacent attitude to the growing problem of gun crime on Britain’s streets.

Das entspricht in etwa dem, was mir gestern abend erzählt wurde. Denn de facto wurde durch das Verbot von Handfeuerwaffen der Schwarzmarkt so richtig angefeuert, so dass jetzt jeder kleine Drogendealer eine illegale Waffe hat und die Verbrechen mit Waffen zugenommen haben. Die (illegalen) Waffen auf der Straße, so der Regierungsbeamte, seien ein echtes Problem.

Natürlich ist ein Verbot von Handfeuerwaffen in Privatbesitz mehr oder weniger nachvollziehbar und wahrscheinlich sogar sinnvoll. Nur wenn als Beispiel Großbritannien herangezogen wird, dann sollen doch bitte die Fakten auch stimmen.
Und wenn ein Zusammenhang bestehen sollte zwischen dem Firearms Act 1997 und einem Anstieg der Verletzungen und Tötungen durch Waffen um das 4fache… dann sollte man sich das vielleicht nochmal überlegen.

Kinder, Waffen, Politik

Mittwoch, den 13. Mai 2009

Die Bundesregierung verschärft das Waffenrecht, will simulierten Krieg verbieten lassen.

Auf der anderen Seite das hier: Armee umwirbt Kinder

Auch am neunten bundesweiten Mädchen-Zukunftstag „Girls’Day“, der am 23. April 2009, stattfand, warben die deutschen Militärs gezielt Minderjährige. Die Armee beschränkte das Alter der Teilnehmerinnen bei den über 150 Bundeswehr-Veranstaltungen an diesem Tag im Vorfeld zwar auf Mädchen der Jahrgangsstufen 9 und 10, die also zwischen 14 und 16 Jahren alt sind. Nun kam durch einen Bericht der Militärzeitschrift aktuell – Zeitung für die Bundeswehr heraus, dass selbst 11-Jährige beim „Girls’Day“ von der Armee umworben wurden: „Die elf Jahre alten Mädchen Katrin Janzen und Fenja Albrecht aus Hude setzten sich in die Pilotensitze eines Marinehubschraubers vom Typ ‚Sea Lynx‘ und kamen aus dem Staunen nicht heraus“, heißt es in dem „aktuell“-Bericht, mit der Überschrift „Überwältigende Eindrücke“.

[…]

Die Bundeswehr setzt aber auch gezielt selbst erstellte Medien ein um Nachwuchs zu gewinnen. Dazu gehört beispielsweise auch das Webportal treff.bundeswehr, das sich an Jugendliche von 14 bis 17 Jahren wendet. Die bunte Bundeswehr-Werbe-Website entging der Indizierung wegen der Verharmlosung des Kriegshandwerks im Jahr 2002 nur knapp. Auf der Website finden sich Videos von Panzern und Flugzeugen sowie Datenblätter von Maschinengranatwerfern und anderem Kriegsgerät neben Handy-Logos, Stundenplänen und kleinen Online-Videospielen.

[…]

Besonders Schüler sind Ziel der Bundeswehr-Werber: 2009 sollen 6526 Schulen angeschrieben und zu Bundeswehr-Werbeveranstaltungen eingeladen werden. Seit Oktober 2008 gibt es in Nordrhein-Westfalen die bundesweit erste Kooperationsvereinbarung zwischen einem Schulministerium und der Bundeswehr – ein Pilotprojekt, das später auch in anderen Bundesländern stattfinden soll. Jugendoffiziere sollen Laut der Vereinbarung im Sekundarbereich I und II und an Berufskollegs – also schon ab der 5. Schulklasse – eingesetzt werden um mit den Schülern über die Bundeswehr und deutsche Sicherheitspolitik zu reden. Der Vertrag sieht zudem die „Einbindung der Jugendoffiziere in die Aus- und Fortbildung von Referendarinnen und Referendaren sowie von Lehrkräften“ vor.

Dazu muss nicht mehr viel gesagt werden.

Das Militär und die Computerspiele

Sonntag, den 10. Mai 2009

Ich habe es schon so oft gelesen, auf deutsch und auf englisch (meist von Deutschen geschrieben). So oft, dass es einfach stimmen muss:

Solche Spiele wurden entwickelt in den USA, um Soldaten ihre Hemmungen zu nehmen. Entweder sitzen in den Think-Tanks der Militärs putzig-weltfremde Naivlinge. „Oder wir erkennen an, dass die Spiele schädlich sind.“

Ich muss dazusagen: Ich weiß nicht, ob es stimmt. Ich habe keine Ahnung, wofür das US Militär tatsächlich Computerspiele benutzt. Aber ich habe etwas auf der Homepage der US Army gefunden: „History of Military Gaming“

In today’s personal-gaming age, Smith said entertainment games and technologies are being modified and used in the military domain, and traditional games have been re-tooled for casual gamers and sold for entertainment.

„We are much more comfortable with using entertainment technologies for military training today,“ Smith said. Military-training simulations like JANUS and SIMNET have been incorporated into simpler commercial games. „America’s Army,“ a modification of Unreal Tournament;“ DARWARS Ambush,“ and adaptation of „Operation Flashpoint;“ and X-Box’s „Full Spectrum Warrior“ have all been used by the military.

„Marine Doom“ was one of the earliest examples of modifying games for training purposes, Smith added.

The game was an early modification of idSoftware’s „Doom II.“ Marine Lt. Scott Barnett, the project officer, and Marine Sgt. Dan Snyder, a designer and modeler, tweaked the commercial off-the-shelf product in the mid-1990s to enhance teamwork, coordination and decision-making training.

„It was primitive, but they showed the big idea of using games for training,“ Smith said.

Was das nun tatsächlich im Endeffekt bedeutet, das muss sich jeder selbst zusammenreimen. Ob und wie die Armee tatsächlich Spiele zur Enthemmung von Soldaten verwendet, dafür habe ich (natürlich, mag man sagen) nirgends Beweise gefunden. Aber wirklich entwickelt hat die Armee diese Spiele nicht, sondern bestehende modifiziert. Das zumindest kann man glauben, denn wer jemals Wolfenstein 3D, den ersten Ego Shooter, gespielt hat, dem dürfte klar sein, dass das nicht zum Training für Soldaten benutzt werden konnte.

Eine nicht objektive Quelle hat den Zusammenhang zwischen Computerspielen und dem Militär nochmals zusammengefasst: „Das Militär und die Computerspiele„.

Und an einem Punkt stimmt der Vorwurf des Hemmungsabbaus natürlich schon. Denn ein Ziel dieser Spiele ist, dass die Soldaten ihre Reaktionszeit verbessern. Das bedeutet im Klartext: Wenn der Feind auftaucht, schneller schießen.

Afrika und die Entwicklungshilfe

Samstag, den 9. Mai 2009

Schon vor einiger Zeit war auf Spiegel.de ein kritischer Artikel über die Entwicklungshilfe in Afrika: „Gescheiterte Entwicklungshilfe“.

Er ist in weiten Teilen sehr kritisch, vor allem gegenüber angeblichen „Schwärmern“ in der Dritte-Welt-Szene.

Auch wenn alle Bonos, Geldofs und Campinos dieser Welt auf „mehr Geld“ setzen, bleibt diese Politik gefährlich für die Entwicklung Afrikas.

Dennoch bringt der Artikel doch einige Punkte, denen ich aus eigener Erfahrung zustimmen kann.
Unter anderem auch dem Fazit, wie Afrika seine Würde wiederbekommen und behalten kann.

Das beste, was wir für Afrika tun können, ist, die Bildungschancen junger Leute zu verbessern. Aber etwas draus machen, Bildung in materiellen Fortschritt umsetzen, das müssen sie selber.

Und wo, neben der Vermittlung von Fähigkeiten, materielle und finanzielle Mittel nötig sind, muss der Grundsatz sein: Keine Geschenke! Wo Geld verteilt wird, nimmt das Übel gewöhnlich seinen Lauf. Entwicklungshilfe sollte prinzipiell nur noch als Kredit gegeben werden. Das setzt voraus, dass alle entwicklungswilligen Menschen Zugang zu Krediten haben. Dazu muss das bisher erfolgreiche Kleinkreditwesen – auch mit Entwicklungshilfe – so ausgebaut werden, dass es alle Armen erreicht.

Bitte, bitte, bitte lesen. Echt.

Freitag, den 8. Mai 2009

Um einen groben Überblick über Computerspiele und ihre Wirkung aus wissenschaftlicher Sicht zu bekommen, empfehle ich dringend folgende Diplomarbeit von Ferenc Nagy zu lesen: Computerspiele – Rezeption und Wirkung.

Was ich bisher angelesen und überflogen habe, war sachlich, nahm verschiedene Positionen gleichermaßen auf und stellte sie gegenüber. Besonders zu empfehlen ist Abschnitt 8 über die Risiken von Computerspielen.

Wer wenig oder keine Ahnung hat und wirklich qualifiziert über Computerspiele reden möchte: Lesen!

Geistige Brandstiftung

Donnerstag, den 7. Mai 2009

Über 20.000 Brandstiftungen gibt es jährlich in Deutschland, die meisten davon aus Gründen des Versicherungsbetrugs, manche durch Kinder und einige von krankhaften Brandstiftern.

Wie wird man zu einem krankhaften Brandstifter, frage ich mich? Ich weiß es nicht. Ob es in der Kindheit liegt? An der Erziehung? Am Umfeld? Ist es gar ein genetischer Defekt, für den man gar nichts kann? Ich weiß es nicht.

Aber, unabhängig von den Ursachen: Was kann man gegen krankhafte Brandstifter tun? Wie kann man verhindern, dass unschuldige Menschen durch solche Täter leiden müssen oder gar getötet werden?

Nun, ich hätte ein paar Vorschläge:

1. Zunächst einmal müsste zündeln unter Strafe gestellt werden, schon bei kleinen Kindern und Jugendlichen. Das Spiel mit dem Feuer (dazu gehören auch Adventskränze, Böller, Grillen, Lagerfeuer) ist aus der Gesellschaft zu verbannen, damit mögliche Täter gar nicht erst mit Feuer in Berührung kommen können.

2. Kerzen werden abgeschafft, Kamine auch. Offenes Feuer ist nur noch staatlich anerkannten Feuermeistern gestattet, Heizen mit Holz wird verboten. Praktischer Nebeneffekt: Aufforstung der Wälder gelingt.

3. Jegliches Werkzeug, mit dem Feuer gemacht werden kann, darf nicht mehr hergestellt, verkauft und besessen werden. Feuerzeuge und Streichhölzer sind aus den Haushalten zu entfernen, Landratsämter dürfen unangemeldete Kontrollen durchführen. Praktischer Nebeneffekt: Rauchen wird unmöglich.

3.1. Auch Anleitungen, wie solche Geräte hergestellt werden können, werden verboten. Wer solche Anleitungen z.B. im Internet anbietet, wird bestraft, da er dadurch möglichen Brandstiftern Behilfe zur Tat leistet.

4. Das Zeichnen von Flammen wird unter Strafe gestellt. Auch Wortspiele und Sprichwörter mit Feuer dürfen nicht mehr verwendet werden, da sie vielleicht unterbewusst das Verlangen, Feuer zu legen, auslösen können.

Ich glaube, dass nur durch diese Maßnahmen Brandstiftungen durch Pyromanen verhindert werden können.

Natürlich könnte man mir jetzt Aktionismus vorwerfen, aber sind diese Vorschläge nicht gerechtfertigt, wenn dadurch möglicherweise normale Bürger davon abgehalten werden könnten, zu bösartigen Tätern zu werden?

Kritischer Blick auf Ursachenforschung

Sonntag, den 15. März 2009

Heute in der FAZ gefunden:

Der Wahn totaler Prävention

Die traurige Wahrheit

Mittwoch, den 28. Januar 2009

Auf Spiegel online ist heute ein Interview mit dem Hamas-Minister Mansi zu finden. Es endet mit folgendem Satz:

Mansi: Vieles ist vorstellbar, und unsere Führung befasst sich mit allen nur denkbaren Modellen. Aber eins sollte klar sein: Wir können Israel niemals anerkennen.

Gottesdienstbesucher erster Klasse

Montag, den 22. Dezember 2008

Ich hielt es erst für einen Scherz, aber auf Focus.de bzw. bild.de habe ich heute einen Artikel mit folgender Überschrift gefunden: Christmesse nur noch für Steuerzahler.

Die Kirchen sollen an Heiligabend nur noch Gläubigen offen stehen, die auch Kirchensteuern zahlen. Das fordern erste Politiker angesichts der vollen Gotteshäuser zu Weihnachen.

Denn viele Kirchenmitglieder sind verärgert, dass sie wegen des Ansturms keine Sitzplätze mehr bekommen. Das soll sich nun ändern.

Baden-Württembergs CDU-Vorstand Thomas Volk zu BILD: „Ich bin dafür, dass Messen am 24. Dezember nur für Kirchensteuerzahler offen sind.“ Wer nicht in der Kirche sei, müsse auf Gottesdienstbesuche verzichten.

Berlins FDP-Fraktionschef Martin Lindner verlangt ein Sitzrecht für Kirchenmitglieder an Heiligabend: „Kirchensteuerzahler dürfen bei so wichtigen Messen nicht die Dummen sein und draußen bleiben. Gemeindemitglieder sollten z.B. über Platzkarten vorrangiges Platzrecht bekommen.“

Natürlich sind solche Aussagen verständlich, vor allem aus Sicht der „treuen“ Kirchensteuerzahler. Diese sind verärgert, weil sie ja schließlich das ganze Jahr zahlen und dann am Heiligen Abend die „Schmarotzer“ ihnen die Plätze wegschnappen.

Auf der anderen Seite sind Gottesdienste in einer Volkskirche selbstverständlich für alle offen. Und damit auch für Nichtzahler, für Muslime und schlichtweg alle Menschen überhaupt. Gerade zu Weihnachten, denn schließlich kam Christus als Heiland für die ganze Welt und nicht nur für Kirchensteuerzahler. Daran durch irgendwelche Einschränkungen zu rütteln widerspricht doch dem Verständnis von Kirche an sich. Die Kirche ist doch kein Verein. Ich helfe als Pfarrer selbstverständlich auch Menschen, die nicht in der (evangelischen) Kirche Steuern zahlen.

Und immerhin kommen diese „Nichtzahler“ noch zu Weihnachten, dh. sie fühlen sich irgendwie noch zur Kirche zugehörig. Würde man sie jetzt ausladen, was wäre das für eine Botschaft?

Als letztes bleibt die Frage nach der Umsetzbarkeit. Wie will man das denn kontrollieren? Und was ist mit Familien, wo ein Partner in der Kirche ist und der andere nicht? Und dürfen Katholiken in den evangelischen Gottesdienst?

Politiker, kümmert euch um euren Kram, damit habt ihr Arbeit genug. Wer wann in welche Gottesdienste eingelassen wird, darum sollten sich die Kirchen alleine sorgen dürfen!

Schuldenfalle

Mittwoch, den 19. November 2008

Es gibt Werbung, die gehört wirklich verboten. Wie die für „günstige Sofortkredite“, „auf Wunsch auch schufafrei“.

Das Motto dieser Werbung lautet „‚Endlich das Leben wieder genießen“ – mit einem Kredit. Wozu man den verwenden kann? Um z.B. das Girokonto auszugleichen, Rechnungen zu bezahlen, in Urlaub zu fahren (!) oder mal wieder ausgiebig shoppen zu gehen (!!) um das Leben wieder lebenswert zu machen (!!!). Die Zielgruppe ist klar. Nicht Menschen, die eine saubere Finanzierung z.B. für ein Startkapital benötigen – sondern Menschen, die eh schon kein Geld haben um Rechnungen zu bezahlen.

Ich stelle mir vor, dass Leute darauf wirklich anspringen und sich dann einen „günstigen“ Kredit holen, z.B. 5000 €. Bei einer monatlichen Rückzahlung von 107 € über 60 Monate müssen sie dann fast 6500 € zurückzahlen. Geld, das sie ja aber vorher schon nicht hatten.

Darum halte ich diese Art von Werbung schlicht für unverantwortlich. Den Leuten zu erzählen, dass sie fällige Rechnungen am besten dadurch begleichen, in dem sie sich in neue finanzielle Verpflichtungen begeben (und den Rest vom Geld für Shopping ausgeben) ist eine Frechheit. Die Krone der Absurdität wäre solch eine Werbung natürlich während einer Sendung über Schuldenberatung. Das wäre dann so krank, dass es schon fast wieder lustig wäre. Aber ich trau’s ihnen zu…

Kontraproduktiv

Sonntag, den 16. November 2008

Wenn man möchte, dass etwas aus dem Internet verschwindet, damit es möglichst nicht weiterverbreitet wird – was macht man dann?

Dagegen klagen und eine große Internetseite abschalten lassen, natürlich. Damit alle darüber berichten und auch der letzte politikverdrossene Gelegenheitssurfer sich plötzlich für den Sachverhalt interessiert.

US-Wahlkampf hautnah

Montag, den 27. Oktober 2008

Ich zitiere aus dem Weblog meiner Cousine:

Auch im Fernsehen wird natuerlich eifrig um die Gunst des Waehlers geworben. Allerdings nicht mit irgendwelchen ausgefuchsten Ideen und Konzepten. Diese Wahlwerbespots beginnen grundsaetzlich erstmal mit all den schlechten Eigenschaften des Gegenkandidaten und des Ungluecks, in das derjenige dieses Land stuerzen wird (dieser Teil des Spots wird ueblicherweise in schwarz-weiss gesendet). Danach tritt dann der Retter der Nation mit passender Musik auf die sich aufhellende Bildflaeche.

Worum gehts bei dieser Wahl eigentlich? So langsam wird mir klar, warum die meisten Menschen hier keine Ahnung von politik haben. Es wird erst gar nicht versucht, den Leuten irgendwas zu erklaeren. Erst gestern hab ich das mal wieder live erlebt: Einer meiner Lehrer macht (ebenso wie die meisten Amerikaner) keinen Hehl daraus, oeffentlich ueber seinen Kandidaten zu sprechen. McCain antuerlich. Nachdem sich einer meiner Mitschueler gemeldet hatte und Obama zu seinem persoenlichen Favoriten erklaert hatte, veruchte es mein Lehrer mit ueberzeugenden Argumenten: „Dein Vater arbeitet doch hart fuer sein Geld, nicht wahr? Obama und die demokratische Partei nehmen das Geld von deinem Vater und geben es denen, die nicht hart arbeiten!“ Klingt doch irgendwie ueberzeugend oder nicht? Das ist wohl so das politische Wissen, das ein Durchschnittsamerikaner neun Tage vor der Praesidenrtschaftswahl hat…na dann – God bless America!

Dem ist nicht viel hinzuzufügen, höchstens das: