{"id":264,"date":"2006-11-21T09:40:25","date_gmt":"2006-11-21T07:40:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.theglade.com\/toleblog\/?p=264"},"modified":"2017-04-05T17:21:58","modified_gmt":"2017-04-05T15:21:58","slug":"die-counterstrike-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theglade.com\/toleblog\/?p=264","title":{"rendered":"Die Counterstrike-Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem Amoklauf an der Schule in Emsdetten geht die alte Diskussion wieder los (Spiegel.de: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/justiz\/0,1518,449729,00.html\">Politiker streiten \u00fcber Umgang mit PC-Killerspielen<\/a>).<br \/>\nW\u00e4hrend die Gr\u00fcnen grunds\u00e4tzliche Dinge kl\u00e4ren wollen<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Wenn die Informationen zutreffen, dass der T\u00e4ter gesellschaftlich isoliert war und seine Zeit haupts\u00e4chlich mit dem Spielen von Killerspielen verbracht hat, dann muss jetzt verst\u00e4rkt eine Debatte um F\u00f6rderung von Medienkompetenz und einer sinnvollen Computernutzung gef\u00fchrt werden&#8220;, sagte der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Gr\u00fcnen-Fraktion, Volker Beck.<\/p><\/blockquote>\n<p>prescht die CDU richtig vor:<\/p>\n<blockquote><p>[&#8230;] der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Wolfgang Bosbach. &#8222;Sollte sich tats\u00e4chlich herausstellen, dass der 18-j\u00e4hrige T\u00e4ter sich \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum und intensiv mit sogenannten Killerspielen besch\u00e4ftigt hat, m\u00fcsste der Gesetzgeber nun endlich handeln&#8220;, sagte er. PC-Killerspiele wie &#8222;Counterstrike&#8220; m\u00fcssten verboten werden.<\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p>Bosbach forderte in der &#8222;Netzeitung&#8220; eine Versch\u00e4rfung des Jugendschutzes: &#8222;Wir brauchen einen wirksamen Jugend-Medienschutz, aber keine Killerspiele, die zur Verrohung f\u00fchren k\u00f6nnen.&#8220; \u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich der Brandenburgs Innenminister J\u00f6rg Sch\u00f6hnbohm (CDU): &#8222;Killerspiele leisten einen verh\u00e4ngnisvollen Beitrag zur leider wachsenden Gewaltbereitschaft und f\u00f6rdern aggressives Verhalten. Deshalb muss konsequent gegen Spiele vorgegangen werden, die Gewalt verherrlichen&#8220;, sagte Sch\u00f6nbohm.<\/p><\/blockquote>\n<p>Es ist sch\u00f6n, wenn es so einfach ist. Die SPD sieht alles etwas differenzierter:<\/p>\n<blockquote><p>SPD-Innenexperte Dieter Wiefelsp\u00fctz sprach sich daf\u00fcr aus, ein Verbot gewaltverherrlichender Spiele zumindest in Betracht zu ziehen. Er stellte allerdings klar, dass nicht jeder, der ein Killerspiel spiele, &#8222;automatisch zum Massenm\u00f6rder&#8220; werde. N\u00f6tig sei vor allem eine generelle Auseinandersetzung mit den Ursachen von Jugendgewalt.<\/p><\/blockquote>\n<p>In der Tat. Es mag zwar sein, dass in Einzelf\u00e4llen solche Spiele die Gewaltausbr\u00fcche gef\u00f6rdert haben, aber ein pauschales Urteil ist dann wohl doch zu hart. Schlie\u00dflich m\u00fcsste ich dann ebenfalls ein Massenm\u00f6rder sein&#8230; und was f\u00fcr einer. Ich habe schlie\u00dflich schon Gewaltspiele (DOOM und Wolfenstein 3D waren auf dem Index) gespielt, da konnte die Counterstrike-Generation noch nicht mal sprechen&#8230; <\/p>\n<p>Das Problem ist ein grunds\u00e4tzliches, wie auch der Pr\u00e4sident des Lehrverbandes, Josef Kraus, feststellte.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Brutale Computerspiele und Videofilme gaukeln Jugendlichen den schnellen Sieg des St\u00e4rkeren vor&#8220;, sagte er der &#8222;Bild&#8220;-Zeitung. &#8222;Auswege f\u00fcr den Verlierer bieten sie nicht.&#8220; Kraus kritisierte auch den Werteverfall in der Gesellschaft: &#8222;Drogen, Konsum, Spa\u00df sind die einzigen Werte, die Pop- und TV-Stars noch vermitteln.&#8220; Von Eltern und Lehrern verlangte er, ihren Kindern durch eigenes Handeln ein positives Zukunftsbild zu vermitteln.<\/p><\/blockquote>\n<p>Es ist Ironie, dass er dies ausgerechnet der Bildzeitung sagte, die mit ihrer Berichterstattung auch nicht wirklich gegen den Werteverfall arbeitet. Seine Forderung nach Vorbildfunktion und Vermittlung eines positiven Zukunftsbildes von Eltern und Lehrern (und damit auch dem Staat) ist jedoch v\u00f6llig richtig. Allerdings ist das schwer. Viel schwerer, als einfach den Gewaltspielen die Schuld zu geben und sie zu verbieten.<br \/>\nNoch dazu kann niemand garantieren, dass es nach einem Verbot keine Amokl\u00e4ufe von Jugendlichen mehr gibt. Verbote von Spielen bringen sowieso nichts, solange sie in anderen L\u00e4ndern gekauft werden k\u00f6nnen (oder online runtergeladen werden). Dieses Verbot w\u00fcrde das Problem nicht l\u00f6sen, sondern w\u00e4re ein reines Selbst-auf-die-Schulter-Klopfen der Politiker.<\/p>\n<p>Nachtrag: Bernd-Michael Haese hat zu dem Thema eine \u00e4hnliche Meinung, siehe <a href=\"http:\/\/www.blog.nordelbien.de\/bmhaese\/archive\/2006\/11\/21\/1lulhpj4fj2yz.htm\">nordelbien-blog<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Amoklauf an der Schule in Emsdetten geht die alte Diskussion wieder los (Spiegel.de: Politiker streiten \u00fcber Umgang mit PC-Killerspielen). 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