Das Militär und die Computerspiele

Sonntag, 10. Mai 2009 von Tobias

Ich habe es schon so oft gelesen, auf deutsch und auf englisch (meist von Deutschen geschrieben). So oft, dass es einfach stimmen muss:

Solche Spiele wurden entwickelt in den USA, um Soldaten ihre Hemmungen zu nehmen. Entweder sitzen in den Think-Tanks der Militärs putzig-weltfremde Naivlinge. „Oder wir erkennen an, dass die Spiele schädlich sind.“

Ich muss dazusagen: Ich weiß nicht, ob es stimmt. Ich habe keine Ahnung, wofür das US Militär tatsächlich Computerspiele benutzt. Aber ich habe etwas auf der Homepage der US Army gefunden: „History of Military Gaming“

In today’s personal-gaming age, Smith said entertainment games and technologies are being modified and used in the military domain, and traditional games have been re-tooled for casual gamers and sold for entertainment.

„We are much more comfortable with using entertainment technologies for military training today,“ Smith said. Military-training simulations like JANUS and SIMNET have been incorporated into simpler commercial games. „America’s Army,“ a modification of Unreal Tournament;“ DARWARS Ambush,“ and adaptation of „Operation Flashpoint;“ and X-Box’s „Full Spectrum Warrior“ have all been used by the military.

„Marine Doom“ was one of the earliest examples of modifying games for training purposes, Smith added.

The game was an early modification of idSoftware’s „Doom II.“ Marine Lt. Scott Barnett, the project officer, and Marine Sgt. Dan Snyder, a designer and modeler, tweaked the commercial off-the-shelf product in the mid-1990s to enhance teamwork, coordination and decision-making training.

„It was primitive, but they showed the big idea of using games for training,“ Smith said.

Was das nun tatsächlich im Endeffekt bedeutet, das muss sich jeder selbst zusammenreimen. Ob und wie die Armee tatsächlich Spiele zur Enthemmung von Soldaten verwendet, dafür habe ich (natürlich, mag man sagen) nirgends Beweise gefunden. Aber wirklich entwickelt hat die Armee diese Spiele nicht, sondern bestehende modifiziert. Das zumindest kann man glauben, denn wer jemals Wolfenstein 3D, den ersten Ego Shooter, gespielt hat, dem dürfte klar sein, dass das nicht zum Training für Soldaten benutzt werden konnte.

Eine nicht objektive Quelle hat den Zusammenhang zwischen Computerspielen und dem Militär nochmals zusammengefasst: „Das Militär und die Computerspiele„.

Und an einem Punkt stimmt der Vorwurf des Hemmungsabbaus natürlich schon. Denn ein Ziel dieser Spiele ist, dass die Soldaten ihre Reaktionszeit verbessern. Das bedeutet im Klartext: Wenn der Feind auftaucht, schneller schießen.

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